Natürlich kann ich auch bloggen, wenn es gar nichts Neues vom Haus gibt (außer dass es langsam wirklich dringend wird mit dem Fliesenkauf), gewissermaßen als Aufwärmübung, bevor ich mich an die Arbeit für mein Lektoratsbusiness mache. Der gestrige Vormittag war der Planung gewidmet, ich habe nämlich die nächsten zwei Wochen viel Zeit, um einiges fürs Drumrum der Freiberuflichkeit abzuarbeiten, Blogposts schreiben, Website aktualisieren und für KI-Suche optimieren, so was, außerdem muss ich meine Aufenthaltserlaubnis verlängern.
Nach dem Mittagessen setzte ich mich wieder an den Laptop, ich habe nämlich neulich angefangen, meine eher bescheidene E-Book-Bibliothek mit Calibre zu verwalten, und überarbeitete die einzelnen Einträge, bei manchen fehlten noch Bilder der Cover oder die Metadaten waren nicht richtig eingetragen. Eigentlich wollte ich auch den KOreader als zweite Lesesoftware auf meinem E-Book-Reader installieren, die schneller sein soll, besser individualisierbar und überhaupt das Nonplusultra des digitalen Lesens. Der erwies sich dann aber für meine Zwecke als unbrauchbar, weil er keine DRM-geschützten Bücher anzeigen kann, ich aber nun mal fast ausschließlich Bücher aus der Onleihe lese, die diesen Kopierschutz haben. Außerdem lese ich am liebsten mit Fernbedienung, meine (einen Mini-Controller von 8bitdo) wird aber nicht automatisch unterstützt, sondern erfordert eine mühsame Installation. Darauf hatte ich keine Lust, also formatierte ich nur einmal meinen Reader neu, sortierte meine Bücher herum, stellte Dinge ein und bin jetzt insgesamt wieder sehr zufrieden damit.
Pünktlich zur Tea Time war ich fertig. Seit ich in meiner tea era bin, mach ich mir gegen 15/16 Uhr einen Earl Grey mit Hafermilch, dazu ein paar Kekse, setze mich auf die Sofabank und lese ein paar Seiten. Das hat sich zu einem schönen Ritual entwickelt und ich werde direkt etwas grantig, wenn ich dafür mal keine Zeit habe. Ich lese zurzeit sowieso wieder regelmäßig, gestern wars der 66. Tag in Folge, an dem ich mindestens eine Seite gelesen habe. Gerade lese ich den vierten Band der koreanischen Fantasyreihe Die Legende vom Tränenvogel, die ist absolut großartig, denn dadurch, dass keine in der westlichen Fantasyliteratur üblichen Motive und Figuren vorkommen, entsteht für mich eine ganz neue Welt. Ohne Orks, Elfen und Zwerge, dafür mit Lekons, Nagas, Dokebis und fliegenden Käfern, die als Reittiere dienen.
Irgendwann war der Tee ausgetrunken und wir machten uns auf zur Abendessenbesorgung, diesmal bei einem Laden etwas weiter weg, der sehr gutes chinesisches Essen verkauft. Unterwegs hielten wir an drei oder vier verschiedenen Tierläden an, aber keiner hatte Manfreds Lieblingsfutter. Hoffentlich isst er wenigstens etwas von den anderen Futtersorten, die ich ihm mitgebracht habe. Auf dem Rückweg hielten wir noch kurz bei der lieben Straßenkatze an, sie kam direkt miauend auf mich zugerannt und freute sich sehr über ihr abendliches Whiskas.
Zu Hause dann Abendbrot, zunehmende Müdigkeit, schnell Abwasch und dann war Schlafenszeit.
Der 15. März ist übrigens Long Covid Awareness Day. In Deutschland sind 1,5 Millionen Menschen von ME/CFS oder Long Covid betroffen, ihre Lage ist verzweifelt, viele erhalten absolut unpassende Behandlungen (zum Beispiel Sport) oder werden erst gar nicht ernst genommen. Darum: Es ist nie zu spät, wieder damit anzufangen, eine Maske zu tragen, zum Beispiel in der Straßenbahn, Arztpraxen oder beim Einkaufen. Je mehr Menschen mitmachen, umso einfacher wird es. Ich bin sehr dankbar dafür, in einer Gesellschaft zu leben, in der Maske tragen auch schon vor Beginn der Pandemie absolut normal war.