Den Tag ruhig begonnen, weil wir nachmittags zur Baustelle wollten und mein bestelltes Brot abholen und Katzenfutter kaufen, erfahrungsgemäß wäre auch noch arbeiten zu viel für mich gewesen, also verschob ich das auf Freitag. Also hab ich einigermaßen ausgeschlafen und bin dann nach dem Frühstück einfach sitzen geblieben und hab zum Kaffee mein Buch ausgelesen. Dann noch ein bisschen am Laptop rumgewerkelt und den gestrigen Post fertig gemacht und dann war auch schon Mittagessenzeit.
Nachdem Essen und einem zweiten Kaffee in der Hoffnung, er möge meine Kopfschmerzen beseitigen (tat er nicht), machten wir uns auf den Weg zur Baustelle, auf dem Rücksitz die neue Spüle, die brauchen die Handwerker, um den Küchentisch bauen zu können. Unterwegs hielten wir an einem Tierladen und ich ging schnell rein, Manfreds Lieblingsfutter kaufen, momentan frisst er nichts anderes, nicht mal mit dem teuren Toppingpulver drauf. Das leckt er ab und bedient sich dann an Ninas Trockenfutter, wenn keiner hinguckt.
An der Baustelle wurden gerade die letzten Fensterrahmen in Position gebracht, die Küchenfenster mussten nämlich noch einmal überarbeitet werden. Das eine soll nämlich über der Spüle sein, aber bei der Fertigung war irgendwie verloren gegangen, dass wir eine 90 cm hohe Spüle wollen, also deutlich höher als das Standardmaß hier, wodurch das Fenster entweder viel zu hoch oder teilweise hinter der Spüle gewesen wäre. Jetzt ist es halt etwas kürzer als die anderen.
Dann noch ein bisschen durch die Zimmer gekraxelt (der Boden ist noch sehr uneben, weil er noch aufgefüllt werden muss, und überall sind Bambus- und Holzstangen, die irgendwas in Position halten oder den Bauarbeitenden als Gerüst dienen) und über die Einrichtung gesprochen, aber so richtig vorstellen können wir uns das alles trotz der höheren Wände noch nicht.
Weiter ging es dann zur Bäckerei, dort bestelle ich immer zwei Brote, die dann etwas zwei Wochen reichen. Vom neuen Haus aus ist der Weg dorthin sehr viel weiter, wir waren fast eine Stunde unterwegs, was aber auch am Feierabendverkehr lag. Zusätzlich zu den Broten nahm ich noch ein salt bread mit, das haben sie wohl neu im Angebot und stellte sich als wirklich extrem lecker heraus. Außerdem war die neue Verkäuferin sehr freundlich und lobte mein Indonesisch (hab aber auch auf alle Englischversuche ihrerseits konsequent zurückgeindonesischt).
Endlich Rückweg, wir hielten bei unseren üblichen Essensläden an, kauften Capcay, Mie goreng, Tempe und Hühnchen für den Mann, fütterten außerdem die Katze, die am Nudelladen wohnt und der wir neulich einen Besuch in der Tierarztpraxis gesponsert haben. Seit die drei schlimmen Zähne raus sind, hat sie sich sehr verändert, ist sauber, hat Appetit und flauschiges Fell.
Abendbrot mit zwei Folgen Resident Alien, dann viel zu müde für irgendwas anderes und bald ins Bett.
Gelesen: Schwebende Lasten von Annett Gröschner, der Roman verfolgt das Leben der Blumenhändlerin und späteren Kranfahrerin Hanna Krause und damit verbunden die Geschichte Magdeburgs von der Weimarer Republik bis nach der Wende. Es war eine ganz neue Erfahrung für mich, ein Buch zu lesen, das in meiner Heimatstadt spielt, ich habe zwischendurch öfter mal bei Google Maps nachgesehen, wo ein Ort ist, und zwischendurch sogar nach historischen Bildern gesucht, zum Beispiel vom Knattergebirge. Beim Lesen habe ich viel an meine Großmütter denken müssen, gleichzeitig waren viele Stellen auch schwer aushaltbar, in denen es um Krieg und dessen Folgen ging, die Autorin beschreibt vieles sehr detailreich, auch das Unangenehme. Insgesamt ein wirklich gutes Buch.


