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Allgemein

Tagebuch 31. Oktober 2019

Was heute schön war | Zwar erhielt ich die beste Nachricht des Tages erst am Abend, dennoch will ich sie an erster Stelle nennen: Ich bin jetzt freie Lektorin bei einer Agentur, die Lektorat für akademische Texte anbietet, und warte schon ganz gespannt auf meinen ersten Auftrag. In den letzten Wochen habe ich mehr über die deutsche Grammatik gelernt als je zuvor, zum Glück hat sich die Mühe gelohnt (und ich sehe plötzlich überall Pleonasmen). Das zweitschönste Ereignis des Tages fand ebenfalls spät statt, nämlich kurz vor Mitternacht: Regen! Genauer gesagt, der erste Regen seit über sechs Monaten. Schon krass, oder? Und jetzt wissen wir endlich, an welchen Stellen das Küchendach leckt.
Außerdem: die möglicherweise aromatischste Mango meines Lebens gegessen, wenig prokrastiniert, Zeit für Yoga gehabt.

Brutblattnachschub |

Tagebuch 29. Oktober 2019

Komischer Tag | Ab dem Aufwachen begleiteten mich eine latente Übelkeit und Kopfschmerzen, dazu tat weiterhin der Nasenrücken weh. Denn nein, hier hats noch nicht geregnet, wohl aber im Norden der Stadt. Das gibt Hoffnung. Ich glaube, in den sechs Jahren, die ich jetzt hier bin, wurde der erlösende erste Regen noch nie so sehr erwartet, wie diesmal.
Jedenfalls morkelte ich mich so durch den Tag, nahm mit mäßigem Erfolg eine Kopfschmerztablette und prokrastinierte mehr als dass ich schrieb. Immerhin konnte mich eine abendliche Folge Good Omens in bessere Stimmung versetzen und meine langsam zur Gewohnheit werdende Yogaübung tat sehr sehr gut. Ich bin noch in der Phase, in der ich rasch Fortschritte mache. Nach nur viermal üben hatten meine Arme schon wieder genug Kraft, um meinen Körper aus dem Liegestütz langsam auf die Matte sinken zu lassen. Ich weiß aber auch, dass ich dranbleiben muss, wenn die erste Erfolgseuphorie nachlässt – und das ist schwer.

Tagebuch 27. und 28. Oktober 2019

Wochenendarbeit| Eigentlich sind Sonntag und Montag mein Wochenende, doch weil ich mittags eine Deadline hatte und noch einige Kleinigkeiten am letzten Auftrag zu tun waren, setzte ich mich nach dem Frühstück noch mal an den Rechner. Pünktlich vor Ablauf der Frist war ich fertig und konnte endlich entspannen.

Lecker| Am Sonntag speisten wir im Cak Sule zu Abend. Das ist ein Restaurant, das chinesisches Essen zu erschwinglichen Preisen anbietet und dabei ziemlich gut ist. Besser als Streetfood, aber noch nicht in der gleichen Kategorie wie das ganz hervorragende Lie Djiong. Ich aß Kwetiau, der Mann hatte Capcay und was mit Huhn.

Wetterwechsel| Seit Sonntag tut meine Nase und das deutet ziemlich sicher auf einen bevorstehenden Wetterumschwung hin. Diese Vorhersagekraft besitzt sie, seit sie im FÖJ-Seminar eine unsanfte Begegnung mit einem Fahrradlenker machen musste. Und der Wetterbericht bestätigt mein Gefühl: Montag hats im Norden schon ein bisschen geregnet, bei uns im Süden gehts ab Donnerstag los. Dann hat der Staub endlich ein Ende (und wird durch Schimmel und Geckokacke ersetzt, yay).

Alterserscheinungen| Seit ich wieder mit Yoga angefangen habe, tut mir die Hüfte weh. Oder eher der Oberschenkel in Hüftnähe. Dr. Googles Diagnose lautete „Verspannung des Quadrizeps“ und bei Youtube fand ich einige Übungen, deren Nachturnen das Problem sofort besserte. Ganz weg ist es noch nicht, aber ich kann wieder im Schneidersitz sitzen und das linke Bein heben. Süß war, wie Nina gestern versuchte, mir den Faszienball wegzuschnappen.

Needlework| Montag war es zu heiß für Ausflüge, darum packte ich endlich den aus Deutschland mitgebrachten Stickrahmen aus, lieh in der Online ein Stickbuch und übte Gobelin- und Kreuzstiche. Das war sehr entspannend, auch wenn ich nur langsam vorankam. Jedenfalls ist sticken bei der Hitze eine super Alternative zu Stricken und Häkeln, weil eins nicht mit warmer Wolle hantieren muss. Hier das Ergebnis:

Bei dem braunen Blopp der unten habe ich Plattstiche ausprobiert, hab dann aber abgebrochen, weil Hunger. Außerdem ist Plattstich ohne eine Kontur, die eins damit ausmalen kann, eh sinnlos.

Tagebuch Samstag, 26. Oktober 2019

Ausgeschlafen| Durch die späte Heimkehr am Vorabend standen wir erst nach zehn auf und bis zum Frühstück dauerte es noch einige Zeit, weil weder saubere Schüsseln noch Eier im Haus waren. Um ersteres kümmerte ich mich, der Mann übernahm den Eierkauf. Und erwischte endlich mal wieder frische Eier. Vielleicht wars den Hühnern vorher einfach zu heiß (obwohl die Abkühlung weiterhin auf sich warten lässt).

Computerzeit| Nach dem Essen fuhr ich den Rechner hoch und machte mich ans Lektorieren. Noch befinde ich mich in der Trainingsphase und arbeite nicht an echten Texten. Ich hoffe sehr, dass meine Leistung nach diesem Test ausreicht und ich echten Studierenden helfen darf. Ich habe übrigens echt lange damit gehadert, dass ich nicht in dem Bereich arbeite, den ich studiert habe. Die fünf Jahre an der Uni kamen mir verschwendet vor und ich hatte eine richtige Trauerphase deswegen. Überraschenderweise ist es genau dieser Job als Lektorin, der mir hilft, damit meinen Frieden zu machen (und ein Hochschulabschluss war Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung, war also der Master doch noch zu was gut).

Besuch| Erst zum späten Nachmittag wurde die Luft etwas kühler. Wir sperrten die Katzen ein und öffneten Türen und Fenster. Im frischen Windzug konnte ich endlich konzentriert arbeiten, während der Mann am Motorrad werkelte. Bis plötzlich neben mir ein miauender Schatten auftauchte. Es war der Besuchskater, der sich klammheimlich in mein Arbeitszimmer geschlichen hatte. Sehr zu Manfreds Missfallen, der lautstark aus der Küche protestierte. Später schaute noch ein zweiter Nachbarskater vorbei, mit weiß-rotem Fell und einem Glöckchenhalsband. Beide sind sehr niedlich, aber nicht so niedlich, wie Manfred und Nina.
Apropos: Nina hat momentan eine komische Phase. Sie ist sehr verschmust und verlangt manchmal mit lautem Krähen nach Aufmerksamkeit. Außerdem will sie immer unter meiner Bettdecke schlafen (das ist warm!) oder rollt sich in meinem Schoß ein, wenn ich im Schneidersitz auf dem Boden sitze. Und nein, rollig ist sie nicht, aber es scheint eine Vorstufe oder abgeschwächte Form davon zu sein (ja, sie ist kastriert …). Das würde auch die häufigen Streitereien der beiden erklären, weil sie ständig Manfred auf die Pelle rückt.

Tagebuch Freitag, 25. Oktober 2019

Gescheitert| Mein Versuch, früh aufzustehen und die morgendliche Kühle für ein, zwei Stunden konzentriertes Schreiben zu nutzen, scheiterte an akuter Müdigkeit. Ich hörte den Wecker zwar, stellte ihn jedoch ab, um augenblicklich weiterzuschlafen. Und musste deswegen in brütender Hitze am Rechner sitzen. Was ist wohl die bessere Strategie, den Tagesrhythmus umzustellen? Abends früher ins Bett gehen und dadurch morgens eher aufstehen zu können? Oder sich einige Tage früh aus dem Bett quälen und deswegen abends früher müde werden? Ich bleibe dran.

Ameisen mögen Katzenfutter| Am späten Nachmittag wollte ich Nina füttern. Das ging leider nicht, weil ihr Futternapf vor Ameisen nur so wimmelte. Dieses Problem haben wir öfter mal, aber so schlimm war es noch nie. Meistens fülle ich das restliche Futter in eine kleine Tupperdose und stelle sie kurz ins Gefrierfach. Dann ist es nicht komplett verdorben. Nina isst es zwar nicht mehr, aber irgendein Streuner freut sich immer drüber. Diesmal war der Befall jedoch so krass, dass an ein längeres Anfassen nicht zu denken war. Auch, weil ich auf Ameisenbisse allergisch reagiere. Ich warf den nur schnell in die Spüle und stellte den Wasserhahn an. Nina bekam ihr Abendessen dann im Arbeitszimmer gereicht.

Abendgestaltung| Den Abend verbrachten wir bei Freund*innen und kehrten erst um ein Uhr nachts heim. Das war es wert!