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08. Januar 2020 – Kopfschmerztag mit gutem Essen

Ich erwachte mit einer Katze neben mir, das ist immer super. Das mit dem Handtuch funktioniert auch und seit ich Nina jeden Abend konsequent auf ihr Klo setze (das sie umgehend benutzt), ist bisher kein weiteres Malheur passiert.

Wir machten und aßen Frühstück, dann ging ich arbeiten. Heute mit nur semigutem Erfolg wegen Kopfschmerzen. Vielleicht lags am Wetter oder auch an dem Medikament, das ich grade nehme. Ich trank viel und machte langsam, so ist es halt manchmal. Am Nachmittag brachte der Mann Lotek mit nach Hause, das ist eine Art Salat mit Erdnusssoße. Die genaue Rezeptur ist überall etwas anders. Dieses Lotek war mit gekochtem Spinat, Bohnen, Sprossen, Tempe, Tofu und Lontong (das ist in Bananenblättern gekochter Reis). Die Erdnusssoße war frisch mit ganz frisch gerösteten Erdnüssen und dadurch unglaublich lecker. Nur der darin verarbeitete rohe Knoblauch sollte mir später einiges Bauchgrummeln bescheren. Es war eine gewaltige Portion, aber so lecker, dass ich alles verputzte.

Nach einer angemessenen Pause wegen besagtem Bauchgeblubber und allgemeiner Fülle machte ich Yoga (Tag 7/30!), heute mit Fokus auf Dehnen. Anschließend duschte ich, machte mir einen Tee und verzog mich mit einem Kartenspiel aufs Sofa, um ein paar Patiencen zu legen. Offline macht das nämlich viel mehr Spaß, wie ich Dienstag wiederentdecken durfte. Als der Mann nach Hause kam, guckten wir noch ein paar Folgen Lost, dann war Schlafenszeit.

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Gelesen | Ab Juni sind in Jakarta Plastetüten verboten. Yeah!
Gehört | Der Psycho-Chor der Uni Jena singt Engel von Rammstein und es ist besser als das Original:

07. Januar 2020 – Klimaangst-Rant und Solitär

Aufgestanden, Katzen gefüttert, Zähne geputzt. Dann Porridge zum Frühstück gemacht und die restliche halbe Papaya geschnippelt. Nach dem Frühstück war eine kurze Ausfahrt zur Apotheke notwendig, die wir im beginnenden Regen erledigten. Wieder zu Hause verzogen sich die Wolken, ich ging ins Arbeitszimmer, der Mann fuhr weg, Dinge erledigen. Zwischendurch las ich Nachrichten über die Buschfeuer in Australien und bekam einen erneuten Anfall von Klimaangst. Aber vor allem bin ich wütend. Auf die Politiker*innen, die die Warnungen der Wissenschaft seit Jahrzehnten ignorieren. Die noch immer nichts ändern. Die uns verdammt noch mal mit dem Scheißproblem allein lassen. Obwohl es ihr Job ist, sich genau um dieses Problem zu kümmern. Auf die vorigen Generationen, die fröhlich konsumiert haben. Auf mich, weil ich es auch nicht besser wusste. Weil alle Umweltthemen in der Schule und Uni immer so weit weg wirkten. Weil niemals Dringlichkeit vermittelt wurde. Auf mich, weil ich seit Monaten das Anlegen eines Komposts prokrastiniere, obwohl ich nur zehn Löcher in zwei Plastikboxen bohren und eine Tüte Würmer kaufen muss.

Ich tendiere inzwischen arg dazu, vegan zu werden. Milchprodukte konsumiere ich hier so gut wie nie, weil sie so furchtbar teuer sind. Ohne die komme ich gut klar. Nur die Eier sind mein Problem. Eier sind in beinah jedem Gericht drin und wir essen sie jeden Tag zum Frühstück. Ich beruhige mein Gewissen damit, dass es sich im lokal produzierte Eier handelt, allerdings halt auch aus der Legebatterie. Eier freilaufender Dorfhühner sind unglaublich teuer und beinah nicht zu haben. Falls wir mal ein eigenes Haus mit großem Garten haben, will ich auf jedenfall Hühner halten. Oder halt bis dahin einen Weg gefunden haben, ohne Eier auszukommen.

Die Klimaangst ist lähmend, aber sie kann uns auch anspornen, ein bisschen was zu ändern. Die Flugmango im Obstladen liegen zu lassen und stattdessen den lokal produzierten Apfel zu kaufen (für mich gilt das eher umgekehrt). Mal im Unverpacktladen reinzuschauen. Häufiger auf Fleisch zu verzichten. Parteien zu wählen, die für Klimaschutz stehen. Diese Petition zu unterschreiben. Sich am Klimastreik zu beteiligen. Es geht ja nur um unseren Planeten. Und der brennt.

Puh.

Nach Abendbrot und Yoga (Tag 6/30!) fuhren wir in den Vapeshop, der des Mannes Freund gehört. Vapeshops sind hier auch immer Treffpunkt. Ich finde das meistens etwas langweilig, weil ich nicht mitreden kann. Diesmal aber lag ein Kartenspiel herum und schon bald legten der Mann und ich abwechselnd Solitär und hatten viel Spaß dabei. Außerdem lernte ich die Kartenfarben auf indonesisch (und weiß sie immernoch!).

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Gehört | Hobbitmusik.

06. Januar 2020 – Sonnenschein

Der Morgen begann nach einer mückengeplagten Nacht sonnig, also hängten wir umgehend alle klammen Sachen hinaus. Hinterm Haus traf der Mann Arbeiter an, die mit der Errichtung der vor einem Jahr angekündigten Mauer beschäftigt waren. Denn natürlich war nach den heftigen Regenfällen der letzten Wochen der bambuslose Hügel ins Rutschen gekommen.

Nach dem Frühstück war Lohnarbeit angesagt. Ich beendete nach langem mal wieder einen eigenen Text und korrigierte zwei weitere. Das klappte ganz gut und mit nur wenig Prokrastination. Meine liebste musikalische Begleitung beim Arbeiten sind die Soundtracks von Game of Thrones und Westworld. Danke, Ramin Djawadi! Manfred ruhte eine Weile neben mir auf dem Schreibtisch. Ich musste währenddessen auf meine Maus verzichten, weil er darauf lag.

Heute musste ich sogar mal Blumen gießen, weil der Regen nicht alle Töpfe erreicht. Das kühle feuchte Wetter tut allen Pflanzen gut, sie gedeihen ganz wunderbar. Meine Srikaya hat mittlerweile sechs Früchte in Arbeit und blüht immer weiter. Die Bananen sehen super aus, der mickrige Granatapfelbaum hat prächtig ausgetrieben (und sich Blattläuse zugelegt) und die Physalisse wuchern alles zu, da muss ich mal mit der Gartenschere durchgreifen. Mir macht es immer sehr viel Spaß, jede Pflanze einzeln zu bewundern. Wenn ich Zeit habe, werde ich mal alle fotografieren und euch hier vorstellen.

Zum Abendbrot speisten wir Reis mit Gemüse, Nudeln und Tempe. Im Angkringan gibt es seit neuestem eine Art Tofuklopse mit gekochten Kassavablättern drin. Sehr lecker, aber nachdem ich gestern zum zweiten Mal ein Haar darin fand, ist mir der Appetit darauf gehörig vergangen.

Dann wollte ich nur noch schnell meine Korrektur fertig machen und schwupps wars um neun. Zeit zum Yogen, Tag 5/30. Es stellt sich ein ganz kleines Gewohnheitsgefühl ein und ich hege schon den ehrgeizigen Gedanken, auch nach der Challenge jeden Tag Yoga zu machen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Als ich gerade zu Bett gegangen war, begann es mit einem Mal heftig zu winden und zu regnen. Der Mann saß leider bei einem Freund fest, wenn es so heftig gewittert, hilft auch kein Regenmantel. Manfred saß mit besorgtem Gesicht in der Küche, er mag keinen Donner. Nina lag ungerührt im Bett und jagte mein Kopfhörerkabel. Zum Glück hörte es so schnell auf, wie es begonnen hatte und wir konnten schlafen.

05. Januar 2020 – Papierkram (nur in digital)

Ausgeschlafen, gefrühstückt, diesmal mit leckeren Instantnudeln zum Ei. Draußen Regen, natürlich. Mit meinem Kaffee zog ich anschließend aufs Sofa um, bloggte mit Laptop auf dem Schoß und Flauschenina neben mir. Der Mann friemelte draußen am Vergaser seines Motorrads herum, der ihn schon seit Tagen beschäftigt. Nach dem Bloggen las ich ein bisschen im Internet herum und kümmerte mich dann um meine Abrechnung des letzten Jahres. Lud Kontoauszüge herunter, füllte Exceltabellen aus, der ganze Spaß. Freute mich über eine Steigerung meiner Einnahmen. Das alles nahm sehr viel Zeit und Gehirnkapazität in Anspruch. Neben mir schlief ununterbrochen das Ninatier. Manfred ruhte auf seiner Fensterplattform.

Als mein Laptopakku beinah alle war, hörte ich auf, der Mann auch und wir aßen zu Abend. Danach guckten wir ein bisschen Nachrichten über die Flut in Jakarta. Zum Glück sinkt der Pegel schon und es gibt Pläne, die Wolken zu beimpfen, damit sie woanders abregnen.

Gegen acht raffte ich mich noch mal auf, entrollte die Yogamatta, schlüpfte in löchrige Leggings (wer braucht schon fancy Yogahosen?) und übte mit Adriene Tag 4 ihrer Challenge. Neues Erfolgserlebnis: Im Downward Facing Dog berührten meine Fersen kurz den Boden. Nach so vielen Jahren Gelegenheitsyoga ist das ein echter Fortschritt.

Als ich abends das Bett abfegte, entdeckte ich einen kleinen Fleck an Ninas bevorzugtem Schlafplatz. Pipi. Mist. Das Tier ist ja manchmal undicht, aber sie hatte jetzt erstaunlich lange durchgehalten. Ich zog Laken und Matratzenschoner ab, besprühte beides mit Enzymreiniger und holte Ersatz aus dem Schrank. Inzwischen liegt auf ihrem Lieblingsplatz zwischen unseren Kissen ein altes Handtuch, damit zukünftige Malheure weniger waschintensiv ausfallen. Jetzt in der Regenzeit ist nämlich alles klamm und es ist beinah unmöglich, Sachen vernünftig zu trocknen.

04. Januar 2020 – Lange Hosen

Ich erwachte frühmorgens vom Rauschen des Regens. Es hatte beinah die ganze Nacht durchgeregnet. Dafür kam Nina ins Bett, kuschelte sich in meine Arme und sorgte für extra viel Gemütlichkeit. Überhaupt scheint sie doch nicht rollig zu werden, sondern nur eine besonders anhängliche Phase zu haben. Das ist gut, so bleibt ihr der stressige Weg zum Tierarzt erspart.

Irgendwann standen wir dann doch auf und machten Frühstück. Zum Glück stoppte der Regen, während wir aßen, denn eigentlich war eine kleine Ausfahrt zwecks Katzenfutterkauf geplant. Denn: Der neue Sitz des Motorrads ist endlich fertig und ich war neugierig, ihn auszuprobieren. Das klappte dann auch. Wir fuhren zum Tierladen, kauften Trockenfutter und für Manfred welches in Dosen. Beim getreidefreien Futter gibt es nicht soooo die große Auswahl (warum ist in Nassfutter überhaupt Getreide drin?), aber es gab eine neue Geschmacksrichtung: Rinderleber und Huhn. Endlich mal kein Seefisch! Nach sehr bequemer Fahrt wieder zu Hause angekommen, servierte ich Manfred sofort ein Schüsselchen und er verlieh seiner Liebe dafür in piepsigen Miautönen Ausdruck.

Dann setzte ich mich zwecks Lohnarbeit an den Rechner. Irgendwann merkte ich, dass ich ja noch meine Jeans trug. Das ist ein sicheres Zeichen dafür, dass es unter dreißig Grad sind. Denn normalerweise ziehe ich beim Nachhausekommen sofort kurze Hosen an, weil es anders einfach nicht auszuhalten ist. Dafür begann ich dann nachmittags meinen 43. pillenfreien Zyklus und musste erst mal eine Schmerztablette einwerfen. Ein Hoch auf die Mefenaminsäure!

Trotz Bauchweh schaffte ich es am Abend, Yoga zu machen. Die halbe Stunde auf der Matte tat wirklich gut, aber danach war ich fix und alle. Duschen kostete auf einmal unglaublich viel Kraft und ich war froh, als ich endlich mit Hörbuch im Bett lag.