10. November 2020 – Wieder Yoga, aber keine Zeit zum Nähen

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Ich träumte, dass Nina Flöhe hatte, es wimmelte nur so in ihrem Fell. Zum Glück war es nur ein Traum und ich war sehr erleichtert, als ich davon aufwachte, dass Manfred vor der Schlafzimmertür miaute und immer wieder dagegen sprang, um sie aufzudrücken. Ich stand auf, gab ihm Futter (und der gänzlich flohfreien Nina auch), zog mich an, ging die Erdbeeren einsprühen (fünf leben noch, aber ich hab ehrlich gesagt keine große Hoffnung, dass sie durchkommen), fotografierte ein bisschen die Pflanzen, die besser als die Erdbeeren aussehen (Monstera! Dieffenbachia! Schnittknoblauch! Minizitrönchen!). Danach ging ich die Katzenklos saubermachen, denn das ist immer ein guter Grund, auf dem Rückweg von der Mülltonne den Pflanzen auf der Terrasse einen guten Morgen zu wünschen und nach dem Skink Ausschau zu halten, das zwischen den Töpfen wohnt. Wie gut sie alle aussehen, seit die Regenzeit begonnen hat! Nur die Weihnachtskakteen haben das Umtopfen neulich noch nicht ganz verkraftet, aber die werden sich noch erholen.

Dann den Mann wecken, Frühstück machen, Kaffee kochen, essen.

Ich zog um an den Schreibtisch, der Mann machte sich zur Abfahrt bereit und nahm die Wäsche mit zur Laundry. Mehrere Stunden mehr oder weniger konzentriertes Arbeiten, dazwischen Ablenkung auf Twitter und eine Schüssel Chè mit Zucker. Als ich gerade voll im Flow war, hatte Manfred ausgeschlafen und fing an, Quatsch zu machen, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Also pausierte ich und wir katzenangelten eine Runde. Danach hatte ich keine Lust mehr auf Computer und erlaubte mir, Feierabend zu machen. Der begann mit Blumengießen, ich erfreute mich am wirklich gut wachsenden Granatapfel, den riesigen Bananenblättern und traf eine große gelbe Töpferwespe, die manchmal am tropfenden Wasserhahn trinkt. Dann entrollte ich die Yogamatte und übte eine Runde, während Manfred mir skeptisch zusah. Gerade in den ersten Wochen merke ich schnell die ersten Fortschritte, das ist sehr motivierend. Mein Problem ist es dann nur, durchzuhalten, wenn die Lernkurve abflacht.

Der Mann kam schwer beladen heim, er hatte nicht nur Miedes* gekauft, sondern auch Eier, Bananen, Bakso für sich und ein bisschen Gemüse. Wir aßen, zu den Nudeln gab es für ihn noch Huhn und für mich die übrigen Puffer von gestern. Dazu schauten wir eine Folge Sex Education. Ich liebe diese Serie! Wo war sie, als ich sechzehn war und wo kann ich Erics Klamotten kaufen bitte?

Wir waren beide müde und so passierte heute nicht mehr viel. Ein bisschen abwaschen, ein bisschen Podcast hören und dann war auch schon Zeit, schlafen zu gehen.

*Miedes ist ein lokales Nudelgericht mit bandnudelartigen Nudeln aus Tapioka und sehr lecker.

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