8. November 2019 – Volles Gehirn

  • von

Heute stand ich etwas eher auf als sonst, weil der Abwasch gestern liegengeblieben war und ich eh etwas aufgeregt war. Denn heute sollte meine erste Indonesischstunde stattfinden. Hier bei uns zu Hause.
Und es war super. Nach anderthalb Stunden intensivem Gespräch mit der sympathischen Lehrerin hatte ich zum ersten Mal das Gefühl: Ich kann indonesisch sprechen. Ich kann mich verständigen, auch wenn mir noch viele Vokabeln und Regeln fehlen. Aber dazu nehme ich ja jetzt Unterricht. Ich hab’s sogar irgendwie geschafft, den Halbkugelversuch von Otto von Guericke zu erklären, weil sie gefragt hat, welches typische Essen es in meiner Heimatstadt Magdeburg gibt und mein Gehirn aus welchem Grund auch immer als erstes die Magdeburger Halbkugeln aus Schokolade ausgespuckt hat. Danke auch. Andererseits war das sicher noch leichter, als Braunkohl mit Klump oder Pottsuse zu beschreiben.
Jedenfalls war nach den neunzig Minuten mein gesamtes Konzentrationskontingent des Tages alle. Mein Kopf sendete weißes Rauschen, gemischt mit englischen, deutschen und indonesischen Sätzen. In welcher Sprache denke ich noch mal? Und mit einem Bauch voll Gudeg war es dann ganz vorbei für heute. Ich schaffte mit Müh und Not eine Stunde am Rechner und kümmerte mich dann lieber um Dinge, die automatisch gehen: Bett beziehen, Abwaschen, Katzen kämmen (keine Flöhe! keine frischen Flohkrümel!), Blumen gießen. Und um zehn lag ich ein bisschen kaputt im Bett.


Wiederentdeckt |

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert