9. April 2020 – Geburtstag! (leider ohne Kuchen)

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Heute war des Mannes Geburtstag (selamat ulang tahun!), darum nahm ich mir frei. Zuerst frühstückten wir und guckten dabei zwei Folgen Superstore. Dann musste der Mann was am Computer machen und ich schrieb in der Zwischenzeit die Einkaufsliste. In Jakarta gibt es ab morgen nämlich eine 14-tägige Ausgangsbeschränkung und ich bin mir sicher, dass das hier auch bald kommen wird. Also ist es immer gut, ein paar Packungen der großartigen Nudelsoße im Schrank zu haben.

Ausgangsfertig machen heißt in Zeiten des C-Worts: Maske auf. Bei mir dauert es noch ein paar Minuten, bis ich das Stoffding zurechtgefriemelt habe. Die zweite Maske hat übrigens keine gehäkelten Schnüre zum Zubinden, sondern welche aus selbst gemachtem T-Shirt-Garn, mit dem ich einen Teppich häkle.

Unter einem strahlend blauen Himmel fuhren wir erst gen Süden zu einem Vapeshop. Unterwegs kamen wir an vielen gesperrten Straßen vorbei. Es scheint, als ob einige Nachbarschaften alle Zugänge bis auf einen schließen und am einzigen offenen Eingang eine Desinfektionsmitteldusche aufbauen. Bei uns ist das glücklicherweise nicht so und die Hauptstraßen sind auch nicht betroffen. Inzwischen werden Stimmen laut, dass so viel Desinfektion die Haut und die Atemwege reizt und außerdem umweltschädlich ist. Ich kann aber auch die Leute verstehen, die verzweifelt irgendetwas tun wollen. Meine Maskenschneiderei wurde ja durch dieselbe Motivation befeuert.

Eine Weile vorm Vapeshop herumgestanden, dann wieder aufs Motorrad gestiegen. Ziel: Supermarkt. Die Straßen wirkten wieder ein bisschen voller auf mich, aber das kann auch an der Tageszeit liegen. Und warum fahren Leute mit Maske aber ohne Helm herum?

Vorm Supermarkt sprach uns erstmal eine Frau an, die uns einen Flyer mitgeben wollte, der die richtigen Verhaltensweisen gegen Ihr-wisst-schon-was lehrt. Sie redete ziemlich lange auf uns ein, aber wir lehnten ab. Dann wuschen wir uns an aufgestellten Waschbecken die Hände, bekamen Fieber gemessen (36,6 °C) und konnten endlich in den kühlen Supermarkt. Dort kauften wir jede Menge ein, ich freute mich besonders über Palmzucker für meine Brause, Joghurt und Himbeermarmelade.

Wieder zu Hause goß ich die Blumen und der Mann besprühte alle Einkäufe mit Alkohol. Alles ist Lava. Dann begann der angenehme Teil des Tages: meine erste Pizzabestellung in Indonesien. Der Mann rief im Restaurant an und bekam die Speisekarte als PDF-Datei zugeschickt. Er wiederum teilte unsere Location, die leider außerhalb des Lieferradius lag. Dann also GrabFood. Grab ist eine App, mit der eins ein Auto- oder Motorradtaxi bestellen kann. Außerdem kann eins den Fahrer zum Einkaufen oder zu einem Restaurant schicken. Das klappte gut und nach einer halben Stunde bekamen wir zwei Pizzakartons überreicht. Die Pizzeria setzt auf komplett plastikfreie Verpackung, darum waren die Kartons mit Schnur zusammengebunden.

Die Pizza war großartig. Der Mann hatte welche mit Fleisch und Paprika, ich hatte mich für Rucola, Tomaten und Parmesan entschieden. Es war sooooo lecker. Aber wie immer hätte ich eigentlich nach der Hälfte aufhören sollen. Da ich das nicht tat, war der restliche Tag etwas … träge.

Als ich mich wieder bewegen konnte, ging ich abwaschen und dann Limonenbrause ansetzen. Dazu hörte ich den Podcast Harry Potter and the Sacred Text, bei dem jede Woche bei Buch 1 beginnend ein Kapitel unter einem bestimmten Thema gelesen und wie ein religiöser Text analysiert wird.

Den restlichen Abend verbrachten wir redend und in meinem Fall strickend und das war schön.

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