Wochenrückblick 9/2019

  • von

Wasser marsch| Hoffte ich vorletzte Woche auf ein baldiges Ende der Regenzeit, zog die in den vergangenen sieben Tagen noch mal alle Register. Inklusive heftigem Gedonner, dass die Schränke klapperten und Herr Manfred verschreckt unterm Sofa Stellung bezog. Unser Brunnen ist ordentlich voll und obwohl eine zweite Familie daraus Wasser bezieht, ist der Druck für unsere Pumpe viel zu hoch. Öffnet man nur einen Hahn, schießt eine pulsierende Fontäne daraus hervor und versprüht Wasser, dass es eine Freude ist. Das Frischwasserbecken im Bad füllt sich binnen weniger Minuten. Ach, ich will mich ja gar nicht beschweren, schließlich ist es noch gar nicht so lange, dass wir ein Haus bewohnten, in dem es mit der Wasserversorgung nicht weit her war.

Kacke überall| Der viele Regen bringt neben Wasser auch Insekten. Und die kleinen Geckos, die in unserem Haus wohnen und den fantasielosen Namen Asiatischer Hausgecko (Hemidactylus frenatus) tragen, fressen sich kugelrund an Mücken und Fliegen. Das ist sehr freundlich von ihnen, doch leider verwandeln sie das Viehzeug in ihrem Gedärm in schwarze Würste. Und die liegen ü b e r a l l herum. Überall. Letzens war ich im Bad und duschte. Ich griff nach der Seife und just in dem Moment plumpste etwas Kacke vom Dach und landete genau darauf. Danke sehr. Zumindest das Bett bleibt sauber, seit ich es von der Wand rückte.

Viele Schritte für nichts| Einen regenfreien Abend letzte Woche nutzten wir für einen Spaziergang. Dafür machten wir eine kleine Ausfahrt zur Jalan Malioboro, eine bei Einheimischen und Tourist*innen gleichermaßen beliebte Straße zum Flanieren, Essen und Shoppen. Es gibt jede Menge Batik- und Souvenirgeschäfte und mehrere Malls. Abends ziehen Musikgruppen von einem Restaurant zum nächsten. Früher war der Fußweg ein schmales, mit Ständen zugestelltes Ding, auf dem sich die Menschen drängelten. Während parkende Motorräder und auf Fahrgäste wartende Kutschen und Becaks etwa die Hälfte des vorhandenen Raums für sich beanspruchten. Vor ein paar Jahren wurde ein großes Parkhaus gebaut, das Abstellen von Motorrädern verboten und der Fußweg deutlich vergrößert. Seitdem spaziert es sich dort ganz hervorragend. Da kommen schon vier-, fünftausend Schritte zusammen. Diesmal blieben sie ungezählt, weil mein Fitnessarmband seit drei Wochen im Umtauschprozess steckt. Jetzt merke ich erst, wie motivierend die kleine Zahl an meinem Handgelenk war.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert