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Steffi

13. bis 15. November 2020 – Das Wochenende (und Freitag!) in Stichpunkten

Das Wochenende war angesichts der aktuellen Situation erstaunlich ereignisreich. Das war los:

  • Freitag nichts besonderes, hab nach der Arbeit ein Armworkout von Blogilates gemacht und konnte hinterher kaum mein Telefon halten. Aber erstaunlich wenig Muskelkater am nächsten Tag.
  • Samstag hab ich tagsüber genäht, Masken für den Mann, weil seine schon so zerschlissen sind. Kommt davon, wenn eins alte Kissenbezüge recycelt, statt neuen Stoff zu vernähen. Trotz frisch geölter Nähmaschine bin ich nicht besonders schnell. Eine Freundin von mir näht an einem Tag mal eben einen Rucksack und die hat ein kleines Kind. Nun denn, keine Vergleiche machen.
  • Beim Nähen saß der Mann neben mir und guckte eine komische Doku über reiche Leute in Deutschland, die mich sehr aufregte, weil sie total unkritisch war und zum Beispiel nicht erwähnt wurde, dass viele Unternehmen finanziell vom Holocaust profitiert haben.
  • Am frühen Abend waren wir mit einer Freundin und ihrem Sohn in einem Restaurant verabredet, später kam noch ihr Mann dazu. Das war toll, wir aßen Pizza, erzählten auf Abstand und später spielte eine Band, das war mehr, als ich seit März oder so erlebt habe.
  • Sonntag war Gammeltag, wir aßen auswärts Frühstück, dann nähte ich die Masken fertig und sie wurden ziemlich hübsch. Dabei guckte ich auf Youtube eine Naturdoku vom BBC über Regenwälder und lernte, dass es eine Kannenpflanze gibt, die sich als Toilette für Spitzhörnchen spezialisiert hat, und eine andere, die mit Fledermäusen kooperiert.
  • 30 Minuten Full Body Workout mit Cassey von Blogilates, hinterher hätte ich auch direkt schlafengehen können.
  • Abendbrot war Reis mit Aubergine und Tempe vom nahen Pecel lele, Nachtisch Kekse und eine Folge Dark.
  • Früher als sonst ins Bett gegangen, Manfred schlief neben mir.

12. November 2020 – Der Muskelkater des Jahres

Aus komischen Träumen aufgewacht, in denen ich auf Helgoland war. Beim Aufstehen wurde ich direkt mit dem schlimmsten Muskelkater aller Zeiten oder zumindest dieses Jahres konfrontiert. Meine Beine fühlten sich an, wie vor ein paar Jahren, als wir einen Familienausflug in den Harz mit Brockenwanderung machten und meine Beine auf dem Rückweg einfach aufhörten zu funktionieren. Autsch.

Zähneputzen, Anziehen, Erdbeeren und Monstera einsprühen, Raupeneier aus der Pomelo friemeln, Katzenklo. Alles etwas langsamer als sonst. Wir frühstückten, die selbstgemachte Erdnussbutter im Oatmeal war so lecker!

Computer an, bloggen, bisschen durchs Internet lesen, der Mann verabschiedete sich. Mir war heiß und ich zog an den Esstisch um, wie eigentlich jeden Nachmittag. Mehr Platz für Snacks und eine große Kanne Wasser griffbereit (und Limo!), so arbeitete es sich ganz gut. Zwischendurch wurde ich sehr von Mücken drangsaliert (Mücken, die tagsüber stechen, sind böse!) und rieb mich mit Minyak Telon ein, das ist eine Mischung aus Fenchelöl, Cajeputöl und Kokosöl. Das half, aber jetzt waren meine Beine so rutschig, dass ich sie nicht mehr übereinander schlagen konnte.

Irgendwann regnete es einmal heftig, aber nur fünf Minuten lang. Das reichte anscheinend, alle Blumen waren nass, als ich gegen vier meine Gießkannenpause einlegte. In den Lamellen der Garagentür baute eine Töpferwespe ihr Nest, aber die Grabwespen, die sonst immer im Bambus nächtigen, bleiben aus. Ich schaute noch ein bisschen einer Horde fetter Geckos zu, die versuchten, sich eine etwas verwirrte Libelle zu schnappen. Dann kehrte ich nochmal an den Rechner zurück.

Gegen sieben machte ich Feierabend und rollte die Yogamatte aus, die ich aber für das heutige Armworkout eigentlich nicht gebraucht hätte. Danach waren meine Arme wie Gummi und ich ziemlich geschafft. Toll, dass genau dann Manfred einen Haarballen ausspuckte und ich putzen durfte.

Der Mann kam heute später, er hatte noch einen Regenschauer abwarten müssen. Darum gab es ein recht spätes Abendbrot aus rotem Reis, Aubergine und Tempe vom Pecel lele und Gemüse von gestern. Und dann war der Tag auch schon wieder rum. Komisch war noch, dass Nina plötzlich vor der Tür zum Hinterhof laut miaute, das hat sie noch nie gemacht. Wir begutachteten sie und leuchteten nach draußen, aber konnten keinen Grund finden. Vielleicht wollte sie einfach nur Aufmerksamkeit, also nahm ich sie mit ins Bett und ließ mich von ihr bekuscheln, bis sie genug hatte und ich einschlief.

11. November 2020 – Erdnussbutter und Blogilates

Der Mann hatte heute einen frühen Arzttermin und verließ schon halb acht das Haus. Ich schlief noch etwas länger, bis Nina mich wachschubste, weil sie Hunger hatte. Ich auch, Nina, ich auch. Meine Morgenroutine besteht momentan aus Zähneputzen, Anziehen, Erdbeeren und Monstera besprühen (der bleiche Spross ergrünt langsam!), Katzenklos saubermachen, auf dem Rückweg vom Müll die Terrassenpflanzen checken, Frühstück machen. Heute mal mit Instant-Haferflocken, die brauchen nicht gekocht zu werden, sind aber für meinen Geschmack etwas zu pappig.

Während ich noch aß und dabei ein Video des Geisterstadtbesitzer guckte, kam der Mann nach Hause. Und dann war für mich Computerzeit dran. Momentan schreibe ich kaum, sondern mache Texte anderer Leute zur Veröffentlichung auf einer Webseite fertig. Keine besonders interessante Aufgabe.

Später kochte der Mann und frittierte außerdem einen Beutel Erdnüsse, die er nach dem Rösten zu Erdnussbutter pürierte. Die ist so gut, dass wir sie wahrscheinlich direkt aus dem Glas weglöffeln werden. Abendbrot war roter Reis, Gemüse mit Glasnudeln und ein Ei für mich, der Mann hatte noch gegrilltes Huhn da.

Nach dem Essen setzte ich mich nochmal für eine Stunde an den Rechner, dann hatte ich genug und rollte die Yogamatte aus. Manfred nahm auf dem Tisch neben mir Platz und sah mir schläfrig zu. Weil die heutige Übung mich zu wenig forderte, suchte ich bei Youtube nach einem weiteren Workout, erinnerte mich an den Channel Blogilates und turnte ein zehnminütiges Cardioworkout nach. Schon nach der Hälfte hatte ich Beine wie Gummi und brauchte hinterer erstmal einen Keks. Da bahnt sich ein ordentlicher Muskelkater an.

Abwaschen, Hörbuch hören, ein bisschen mit Manfred angeln und dabei lesen (Der Junge muss an die frische Luft von Hape Kerkeling – Wer hat das nur lektoriert, schon die ersten Seiten sind voll von White Saviorism und rassistischen Begriffen, so alt ist das doch noch nicht?), dann duschen und Schlafenszeit. Manfred kam mit ins Schlafzimmer und schlief neben mir ein, er ging erst, als der Mann später dazukam.

10. November 2020 – Wieder Yoga, aber keine Zeit zum Nähen

Ich träumte, dass Nina Flöhe hatte, es wimmelte nur so in ihrem Fell. Zum Glück war es nur ein Traum und ich war sehr erleichtert, als ich davon aufwachte, dass Manfred vor der Schlafzimmertür miaute und immer wieder dagegen sprang, um sie aufzudrücken. Ich stand auf, gab ihm Futter (und der gänzlich flohfreien Nina auch), zog mich an, ging die Erdbeeren einsprühen (fünf leben noch, aber ich hab ehrlich gesagt keine große Hoffnung, dass sie durchkommen), fotografierte ein bisschen die Pflanzen, die besser als die Erdbeeren aussehen (Monstera! Dieffenbachia! Schnittknoblauch! Minizitrönchen!). Danach ging ich die Katzenklos saubermachen, denn das ist immer ein guter Grund, auf dem Rückweg von der Mülltonne den Pflanzen auf der Terrasse einen guten Morgen zu wünschen und nach dem Skink Ausschau zu halten, das zwischen den Töpfen wohnt. Wie gut sie alle aussehen, seit die Regenzeit begonnen hat! Nur die Weihnachtskakteen haben das Umtopfen neulich noch nicht ganz verkraftet, aber die werden sich noch erholen.

Dann den Mann wecken, Frühstück machen, Kaffee kochen, essen.

Ich zog um an den Schreibtisch, der Mann machte sich zur Abfahrt bereit und nahm die Wäsche mit zur Laundry. Mehrere Stunden mehr oder weniger konzentriertes Arbeiten, dazwischen Ablenkung auf Twitter und eine Schüssel Chè mit Zucker. Als ich gerade voll im Flow war, hatte Manfred ausgeschlafen und fing an, Quatsch zu machen, um meine Aufmerksamkeit zu bekommen. Also pausierte ich und wir katzenangelten eine Runde. Danach hatte ich keine Lust mehr auf Computer und erlaubte mir, Feierabend zu machen. Der begann mit Blumengießen, ich erfreute mich am wirklich gut wachsenden Granatapfel, den riesigen Bananenblättern und traf eine große gelbe Töpferwespe, die manchmal am tropfenden Wasserhahn trinkt. Dann entrollte ich die Yogamatte und übte eine Runde, während Manfred mir skeptisch zusah. Gerade in den ersten Wochen merke ich schnell die ersten Fortschritte, das ist sehr motivierend. Mein Problem ist es dann nur, durchzuhalten, wenn die Lernkurve abflacht.

Der Mann kam schwer beladen heim, er hatte nicht nur Miedes* gekauft, sondern auch Eier, Bananen, Bakso für sich und ein bisschen Gemüse. Wir aßen, zu den Nudeln gab es für ihn noch Huhn und für mich die übrigen Puffer von gestern. Dazu schauten wir eine Folge Sex Education. Ich liebe diese Serie! Wo war sie, als ich sechzehn war und wo kann ich Erics Klamotten kaufen bitte?

Wir waren beide müde und so passierte heute nicht mehr viel. Ein bisschen abwaschen, ein bisschen Podcast hören und dann war auch schon Zeit, schlafen zu gehen.

*Miedes ist ein lokales Nudelgericht mit bandnudelartigen Nudeln aus Tapioka und sehr lecker.

9. November 2020 – Kartoffelpuffer

Der Mann stand vor mir auf und ließ Manfred ins Schlafzimmer, der sich umgehend auf meinen Bauch setzt, piepste und trampelte. Ich stand auch auf, füllte die Futternäpfe und ging – dann angezogen – raus, die Erdbeeren besprühen und nach den anderen Pflanzen sehen. Hinterm Haus stehen nämlich alle, die es entweder besonders schattig brauchen (Suplir, Philodendron) oder die spezielle Aufmerksamkeit brauchen. Dort steht auch unser Wäscheständer und zu meiner Freude hatte der Mann abends noch meine neuen Klamotten gewaschen.

Ich füllte meine Limonade in Flaschen und machte Haferbrei, der Mann briet Eier. Frühstück.

Kaffeetrinkend bloggen, dann Lohnarbeit. Zwischendurch zog ich an den Esstisch um, dort arbeitet es sich einfach besser und es schläft immer mindestens eine Katze neben mir. Außerdem habe ich mehr Platz für Snacks, diesmal eine Schüssel Chè und viel Wasser, weil es so heiß war.

Gegen fünf kam ich nicht mehr weiter und beschloss kurzerhand den Feierabend. Erst goß ich die Blumen und machte den Abwasch, dann begann ich mit der Herstellung von Kartoffel-Kürbis-Puffern. Ich habe schon echt lange nicht mehr was Größeres gekocht, dass macht meistens der Mann oder er kocht und ich schnippele. Er ist in dem Bereich auch etwas … eigen, darum koche ich am liebsten, wenn er nicht guckt. Überhaupt bin ich in der Küche gern allein, das hab ich vielleicht von meiner Oma. Jedenfalls wurden die Puffer richtig gut, das fand auch der Mann.

Yoga ließ ich nochmal ausfallen, nach dem Kochen war ich zu müde. Übliches Abendprogramm, Manfred müde gespielt, dann zusammen schlafen gegangen.