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Allgemein

23. November 2020 – Noch kaputt

Mit dem Wecker aufgewacht, weil ich meine Medikamente nehmen musste, vorher eine kleingeschnippelte Banane gegessen, weil Antibiotikum und Schmerzmittel auf leeren Magen ist nicht so doll. Ich hatte allerdings unterschätzt, wie lange ich brauche, um kleine Banenenviertelchen zu löffeln. Es nervt doch. Ein bisschen deprimierend ist auch der Gedanke, dass – wenn alles gut heilt – in drei Wochen die andere Seite dran ist. (Aber dann werden wir Suppe vorkochen!)

Alles etwas ruhiger angegangen, ich hätte nicht gedacht, dass mich eine kleine Zahnentnahme so schlaucht. Nach dem Frühstück fuhr der Mann sein Motorrad besuchen. Ich wurschtelte ein bisschen am Rechner herum, bereitete ein paar Dokumente für die Krankenkasse zum Ausdrucken vor, suchte schon mal die Krankenhausrechnungen raus und war dann so geschafft, dass ich mich mit Hörbuch hinlegte. Aus meinem Nickerchen erwachte ich jäh, weil ich geträumt hatte, ein weiß-oranges Kitten säße vor der Tür. Schade, dass es nicht so war.

Zum Abendbrot brachte der Mann mir Bihun mit, die aßen sich ganz gut. Wir saßen noch ein bisschen zusammen, aber dann war ich plötzlich wieder so müde. Keine Ahnung, ob es am Kaffeeverzicht oder am Heilen liegt, jedenfalls ging ich wieder zeitig ins Bett.

20. bis 22. November 2020 – Spontane Weisheitszahnentfernung

So, dann versuche ich mal, das Wochenende zu rekonstruieren. Freitag war erstmal alles wie immer, aufstehen, Katzen- und Monsteracheck, Frühstück. Nach dem Essen erinnerte ich den Mann daran, doch bitte in der Zahnklinik anzurufen, die pandemiebedingt seit März nur noch Notfälle behandelte. Ich schob ja schon eine Weile die ausstehende Weisheitszahnproblematik vor mir her und eine E-Mail meiner Versicherung gab den Anlass, die Sache endlich mal in Angriff zu nehmen. Der Mann rief also an (mein Vokabular reicht für derartige Themen leider noch nicht aus) und brachte in Erfahrung, das wir gleich am Samstag einen Termin bekommen könnten. Upsi, das ging ja doch schneller, als ich gedacht hätte. Aber wir nahmen den Termin an und ich verdrängte ihn sofort erfolgreich.

Stimmungsmäßig gings mir heute besser, was vielleicht auch an den leckeren Broten im Kühlschrank lag, von denen ich viele Scheiben dick mit Erdnussbutter und seltsamem Blaubeergelee (oder doch Traube?) bestrichen verspeiste.

Ich machte abendliches Yoga, dann kam der Mann heim (was aßen wir nur, Nasi uduk glaub ich) und den Rest des Abends verbrachten wir Film guckend, wenn ich mich richtig erinnere.

Samstag dann regnete es schon nach dem Frühstück und ich hoffte heimlich, dass wir den Termin absagen müssten, aber dann hörte es doch pünktlich auf. Wir fuhren los, die Zahnklinik ist ziemlich weit im Norden und wir brauchten ungefähr eine halbe Stunde mit kurzem Zwischenstopp im Bengkel, wo des Mannes Motorrad gerade mal wieder aufgemöbelt wird. Endlich angekommen begann die Anmeldeprozedur: Hände waschen, Fiebermessen I, Hände desinfizieren, Formular zu Covid-19-Symptomen ausfüllen, Fiebermessen II, Blutdruck messen (wie immer zu hoch aus Nervositätsgründen), dann warten, bis meine Nummer aufgerufen wurde.

Die Zahnentnahme ging dann überraschend schnell und war gar nicht so schlimm, wie ich es befürchtet hatte. Es war erst meine zweite örtliche Betäubung und es ist schon merkwürdig, wenn der halbe Mund einfach aufhört zu existieren, aber trotzdem irgendwie da ist. Unten musste genäht werden, oben nicht und schon saß ich ein bisschen zittrig wieder neben dem Mann, der sich um den Papierkram kümmerte, meine Rechnung bezahlte (2 Millionen!) und meine Medikamente entgegennahm. Übrigens ist so ein Mund-Nasen-Schutz auch sehr praktisch, um betäubungsbedingtes unkontrolliertes Sabbern zu verbergen. Auf dem Rückweg war ich irgendwie ein bisschen aufgekratzt, aber als nach einer Weile zu Hause die Betäubung nachließ, tat es doch ganz schön weh, trotz Schmerzmittel. Gleichzeitig war ich stolz auf mich, es endlich hinter mich gebracht zu haben (naja, zu 50 Prozent …) Ich mümmelte ein paar Nudeln und legte mich zeitig schlafen.

Am Sonntag war Ausruhen angesagt. Ich fühlte mich nicht besonders gut, die Wunden taten weh und bluteten auch manchmal noch. Der Mann kaufte mir extra Instant-Oatmeal zum Frühstück (und später auch zum Abendbrot). Ich las auf dem Sofa, konnte mich aber nicht so gut konzentrieren und legte mich dann eine Weile hin, von Manfred bewacht. Abends traute ich mich dann zum ersten Mal, mit Salzwasser zu spülen, was erstaunlich gut tat, und ging wieder früh schlafen.

19. November 2020 – Nich so doll, aber Brot

Aufwachen, Morgenroutine, Frühstück. Ich fühlte mich weiterhin niedergeschlagen und mistig, kann dieses PMS bitte mal weggehen oder wenigstens später kommen? Dazu kamen im Laufe des Tages Kopfschmerzen, gegen die ich eine Tablette nahm, aber wahrscheinlich zu spät, denn viel brachte sie leider nicht. Vielleicht spielte auch der Wetterumschwung eine Rolle, zum frühen Nachmittag ging ein ziemlicher Wolkenbruch mit heftigem Wind und Stromausfall los, alle meine Pflanzen wackelten im Vorgarten vor sich hin und ich machte sicherheitshalber alle Fenster zu.

Lohnarbeit ging heute gar nicht, aber immerhin schaffte ich es, meinen Rucksack zu waschen, an den Manfred letztens gesprüht hatte. Vielleicht, weil dieses niedliche Miez darauf ein Nickerchen gehalten hatte, als wir an meinem Geburtstag am Strand waren.

Auf dem Selfie lächelt Steffi in die Kamera. Neben Steffi sitzt ein orange getigertes Kitten auf einem braunroten Rucksack (der ist nur angeschnitten zu sehen) und schaut neugierig auf das Telefon, mit dem das Selfie gemacht wurde. Im Hintergrund sind blauer Himmel und Nadelbäume sichtbar.
Dieses Miezi haben wir neulich am Strand getroffen, dort hat es erst aus meiner Kokosnuss getrunken und dann auf meinem Rucksack ein Nickerchen gehalten.

Der Mann kam früher als sonst heim und begab sich in die Küche, wo er Brote backte und Erdnussbutter pürierte. Ich übte Yoga, in der Hoffnung, es würde Traurigkeit und Kopfweh vertreiben, aber das klappte nur so mittelmäßig, auch wenn Manfred wie immer dekorativ neben mir schlief. Der Strom kam wieder, ich ging duschen und spielte dann ein bisschen mit dem Kater, lag herum und versuchte, mich ob meiner Bewegungslosigkeit nicht allzu schuldig zu fühlen. Aber was willste machen. Ein bisschen Podcast hörte ich noch, nämlich All Inclusive mit der famosen Ninia LaGrande – große Empfehlung!

Zum Abendbrot holte der Mann Nasi goreng und geriet dabei fast in einen erneuten Regenguss, Nachtisch war Brot mit Erdnussbutter, super lecker! Und dann war ich froh, als ich mich endlich hinlegen und zu Red Mars einschlafen konnte.

18. November 2020 – Kakerlake

Aufgewacht, Monsteracheck (Blatt weiterhin eingerollt), Erdbeerbesprühung (3 leben noch), Frühstück. Nach dem Essen fand ich Nina platt auf dem Bauch liegend in der Küche, sie schien auf einen Eimer zu lauern. Ich meinte noch so „ach, da ist sicher nichts“, während ich den Eimer hochhob, aber dann war da doch was, nämlich eine große fette Kakerlake. Ich bin ja sonst für Lebendfang, aber das gilt nicht für Kakerlaken, also fiel diese hier einem gezielt geschwungenen Besen zum Opfer.

Der Mann holte noch schnell unsere Wäsche ab und verabschiedete sich dann, ich machte den Rechner an. Heute war ich ziemlich produktiv und schaffte alles, was ich mir vorgenommen hatte, gleichzeitig fühlte ich mich aber zunehmend niedergeschlagen und traurig. Wir haben halt immernoch Pandemie und die vielen schlechten Nachrichten nehmen mich manchmal ganz schön mit. Dazu kam noch PMS, also alles scheiße einfach. Yoga war dann etwas aufmunternd und auch Nina, die meine Yogamatte liebt und vor mir herumkuschelte.

Dann kam der Mann mit Kwetiau zum Abendbrot und nach dem Essen fuhren wir nochmal los, Eier und was zum Nachtisch zu besorgen. Es wurde dann Terang Bulan mit ordentlich Schokostreuseln drauf und in weiser Voraussicht nahm ich auch Schokokekse für morgen mit. Wieder zu Hause guckten wir noch einen Film und dann war Schlafenszeit, nicht, ohne nochmal mit der Taschenlampe raus zur Monstera zu leuchten und ihr eine gute Nacht zu wünschen.

17. November 2020 – Wartemodus

Obwohl ich gestern das wirklich fordernde Cardioworkout mit den ganzen Squats gemacht hatte, erwachte ich erstaunlich muskelkaterfrei und auch ein wenig früher als sonst. Ich sah als Erstes nach den Pflanzen, kümmerte mich dann um die Katzen (füttern, Klos sauber machen) und weckte dann den Mann. Zusammen Frühstück gemacht und gefrühstückt.

Der Mann fuhr los und nahm unseren vollen Wäschesack mit zur Laundry (dort lebt übrigens ein ganz entzückender Kater). Ich wollte eigentlich arbeiten, konnte mich aber nicht konzentrieren, weil jeden Moment unsere Wasserlieferung eintreffen sollte. Wir bestellen die neuen Kanister per WhatsApp, aber der Lieferzeitraum ist immer sehr ungenau, z. B. „nach dem Freitagsgebet“ (nur bei Bestellungen am Freitag natürlich). Also verbrachte ich eine unruhige Stunde im Wartemodus. Irgendwann kam dann der Lieferant mit unseren vier Kanistern. Das sind fast 80 Liter Wasser, die bei uns meistens eine Woche lang reichen, je nachdem, ob wir kochen und ob ich Limo mache.

Jetzt hatte ich endlich ausreichend Ruhe und verbesserte ein paar Artikel für eine Website. Hoffentlich komme ich bald mal wieder selbst zum Schreiben. Um fünf hörte ich auf, ging die Blumen gießen, entdeckte einen neuen Austrieb an einer Sansevieria (das wären dann 2/4), schnitt ein paar Pfefferminzstecklinge und zog mich dann um zum Yoga. Wie immer beobachtet von einem schläfrigen Manfred yogte ich eine Runde und merkte, wie ich immer kräftiger werde. Einzelne Positionen kann ich länger halten, mich in der Kobra etwas weiter aufrichten und bin überhaupt flexibler als noch vor drei Wochen.

Ausruhen, dann Duschen und eine Runde katzenangeln. Der Mann kam mit Miedes fürs Abendbrot heim. Dann abwaschen, Podcast hören, durchfegen, Klimaanlagenwasser auskippen, Bett. Manfred schlummerte neben mir und ging erst, als der Mann und Nina sich später dazulegten, aber da schlief ich schon.