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Allgemein

9. November 2020 – Kartoffelpuffer

Der Mann stand vor mir auf und ließ Manfred ins Schlafzimmer, der sich umgehend auf meinen Bauch setzt, piepste und trampelte. Ich stand auch auf, füllte die Futternäpfe und ging – dann angezogen – raus, die Erdbeeren besprühen und nach den anderen Pflanzen sehen. Hinterm Haus stehen nämlich alle, die es entweder besonders schattig brauchen (Suplir, Philodendron) oder die spezielle Aufmerksamkeit brauchen. Dort steht auch unser Wäscheständer und zu meiner Freude hatte der Mann abends noch meine neuen Klamotten gewaschen.

Ich füllte meine Limonade in Flaschen und machte Haferbrei, der Mann briet Eier. Frühstück.

Kaffeetrinkend bloggen, dann Lohnarbeit. Zwischendurch zog ich an den Esstisch um, dort arbeitet es sich einfach besser und es schläft immer mindestens eine Katze neben mir. Außerdem habe ich mehr Platz für Snacks, diesmal eine Schüssel Chè und viel Wasser, weil es so heiß war.

Gegen fünf kam ich nicht mehr weiter und beschloss kurzerhand den Feierabend. Erst goß ich die Blumen und machte den Abwasch, dann begann ich mit der Herstellung von Kartoffel-Kürbis-Puffern. Ich habe schon echt lange nicht mehr was Größeres gekocht, dass macht meistens der Mann oder er kocht und ich schnippele. Er ist in dem Bereich auch etwas … eigen, darum koche ich am liebsten, wenn er nicht guckt. Überhaupt bin ich in der Küche gern allein, das hab ich vielleicht von meiner Oma. Jedenfalls wurden die Puffer richtig gut, das fand auch der Mann.

Yoga ließ ich nochmal ausfallen, nach dem Kochen war ich zu müde. Übliches Abendprogramm, Manfred müde gespielt, dann zusammen schlafen gegangen.

6. bis 8. November 2020 – Wochenende

So, mal sehen ob ich die letzten Tage zusammenkriege. An Freitag erinnere ich mich kaum noch, es war halt außer arbeiten und abendlichem Yoga nicht viel los. Ach, und meine Internetbestellung wurde geliefert, darin neue Schlüpfer (ohne Blingbling, ohne Schleifchen, keine Pastellfarben!) und eine Menstruationsunterhose zum Ausprobieren.

Am Samstag fuhren wir nach dem Frühstück (heute mal auswärts) zum Supermarkt, kauften Haferflocken, Mehl und vieles mehr, was wir auf dem Markt nicht kriegen. Wieder zu Hause gab es noch einen Eiskaffee, dann war Haushaltskram dran. Der Mann kürzte die Beine unserer Eckbank um ein paar Zentimeter, ich wusch Unterwäsche, band mein nach dem letzten Regen herumschlackerndes Juwet-Bäumchen an und ich glaube, ich hab auch irgendwas geputzt. Danach brachten wir meine Nähmaschine zum Service, weil der Greifer rausgefallen war und sie ohnehin ziemlich holprig läuft. Leider hatte ich die alles entscheidende Schraube zu Hause vergessen, also ließen wir die Maschine dort. Unterwegs dachte ich dann noch, ich hätte mein Telefon ebenfalls dort liegen gelassen, es war dann aber doch zu Hause. Alles in allem kein so schöner Abend, aber wenigstens gabs gutes Essen und Ihrwisstschonwer wurde gefeuert. Yes!

Sonntag las ich dann nach dem Aufwachen ein bisschen im Internet herum. Erleichterung und Hoffnung überall, vor allem bei marginalisierten Menschen. Angesichts der vielen emotionalen Posts heulte ich dann doch noch ein bisschen. Zum Frühstück schauten wir Bidens Rede (er erwähnte trans Menschen und Menschen mit Behinderung, was in meiner Timeline wohlwollend zur Kenntnis genommen wurde), dann ging ich in die Küche und kochte. Erst ein vietnamesisches Dessert namens chè bí đỏ đậu xanh, das ist ein Porridge aus Reis, Mungbohnen und Kürbis (das Rezept hatte ich vom Instagram-Channel des Podcasts Rice and Shine), und dann machte ich Limonadengrundlage zum späteren Fermentieren, diesmal aus Limonen. Danach fuhren wir nochmal zum Nähmaschinenservice und brachten die verflixte Schraube vorbei. Die Maschine war schon fertig gewartet und geölt, aber wir waren nicht mit dem transportfähigen Motorrad da, also holen wir sie erst Montag ab. Dafür hielten wir auf dem Rückweg an einem großen Klamottenladen, der in Deutschland wohl als Outlet bezeichnet würde. Ich brauchte dringend T-Shirts und eine Jacke für unterwegs und wurde auch fündig. Nur das Anprobieren in der winzigen Umkleidekabine im unklimatisierten Laden war kein Spaß. Wieder zu Hause speisten wir Magelangan und schauten zwei Folgen der großartigen Serie Sex Education. Noch ein bisschen Internetgescrolle und dann war Schlafenszeit.

5. November 2020 – Regen. Und: Die Monstera ist da

Eher unruhig geschlafen. Nach dem Aufstehen ging ich wieder zuerst hinters Haus, die Erdbeerchen einsprühen. Ihr Zustand war unverändert, mal sehen, wie viele durchkommen. Immerhin hatten zwei bereits ein neues Blatt in Arbeit, ich halte das für ein gutes Zeichen.

Abgewaschen, der Mann machte gleichzeitig Frühstück. Nach dem Essen regnete es kurz, hörte dann aber rasch wieder auf. Dann, der Mann war eben weggefahren, begann ein ziemlicher Wolkenbruch mit starkem Wind, der ums Haus heulte. Im alten Haus wäre das sehr gruselig gewesen, dort hatte ich immer Angst um das wackelige Küchendach. Hier fühlte ich mich sicher, lud alle wichtigen Geräte auf und streichelte Manfred, der mit besorgtem Gesicht neben mir auf dem Schreibtisch saß. Was für ein Luxus, in einem Haus mit dichtem Dach zu wohnen! Nur in der Garage fand ich später eine kleine Pfütze. Immer wieder regnete es, ich hatte es gemütlich mit Kapuzenpulli und Cola.

Feierabendyoga war heute sehr ruhig und stand passenderweise unter dem Thema Heal. Das tat mir gut, ich hängte noch eine Viertelstunde Beckenbodentraining dran, das kann nie schaden. Hinterher machte ich mir eine Kokosölhaarmaske, weil ich momentan ziemliche Probleme mit der Kopfhaut habe. Ein bisschen durchs Internet gescrollt, die aktuellen Fallzahlen gecheckt (über 160 Neuinfektionen in Jogja, uff …), Nachrichten gelesen. Gunung Merapi ist momentan sehr aktiv und heute wurde die nächste Warnstufe ausgerufen: von II (Waspada = Vorsicht) auf III (Siaga = Bereit). Das hat für uns keine Auswirkungen und ich weiß nicht ganz genau, welche Konsequenzen das hat. Wenn ich den Artikel richtig verstanden habe, sollen touristische Aktivitäten rund um den Vulkan eingestellt werden und Leute, die in der Gefahrenzone leben, sollen sich auf eine eventuelle Evakuierung vorbereiten, falls es zu einem Ausbruch kommt. Falls ihr wissen wollt, was Merapi gerade macht, könnt ihr euch diesen Livestream anschauen. Vorsicht, durchdringendes Piepen, schaltet am besten den Ton aus! Eventuelles Kameragewackel liegt übrigens am Wind.

Zum Abendbrot gabs nochmal Nasi Goreng, Manfred freute sich, weil ich ihm einige gekochte Möhrenstückchen kredenzte. Der Kater isst erstaunlich viel Gemüse. Abendprogramm war die letzte Folge der aktuellen Staffel von Better Call Saul. Als ich meinen Pflanzen vom Arbeitszimmerfenster aus Gute Nacht sagte, sah ich einen hellen Punkt im Monsteratopf. Ich huschte schnell raus und tatsächlich, da zeigt sich die Spitze eines Blatts! Na endlich, da musste ich zwei Monate drauf warten. Übrigens stammt der Steckling von einer 20 Jahre alten Pflanze, die Arthurs Mama aus Malang mitgebracht hat.

4. November 2020 – Doomscrollingvermeidung

Gleich nach dem Aufstehen entdeckte ich von den Katzen stammende Fußtapsen, die vom Gästebegrüßungszimmer quer durchs Haus führten. Das ist meistens kein gutes Zeichen und Beginn einer größeren Putzaktion, aber diesmal war es nur Wasser. Manfred hatte anscheinend einen Wassernapf umgekippt und war in die Pfütze getreten.

Erdbeerinspektion und -besprühung, dann Frühstück machen. Der Mann schnippelte Mangos, eine davon war zuckersüß.

Nachdem wir gegessen hatten, setzte ich mich an den Rechner und versuchte, soziale Medien und Nachrichten möglichst zu vermeiden. Meine Twittertimeline war angesichts der Meldungen aus den USA negativ gestimmt, aber viele Leute teilten Fotos und Videos von niedlichen Tieren zur Ablenkung. Freude aber auch, weil Sarah McBride als erste trans Politikerin in den Senat gewählt wurde.

Einigermaßen konzentriertes Arbeiten, dann forderte ein kurzfristiger Korrekturauftrag meine volle Aufmerksamkeit. Ich ziehe momentan meistens nach einiger Zeit im Arbeitszimmer an den Esstisch um, weil ich dort mehr Platz für Snacks und was zu Trinken habe und weil meistens Nina neben mir schläft. So auch diesmal. Draußen regnete es erst, dann war es so kühl, dass ich vorm Ventilator fröstelte.

Feierabendeinläutung mit Yoga, diesmal ausgiebiges Dehnen. Ich habe momentan jeden Tag an einer anderen Stelle Muskelkater und genieße das sehr. Da ich zwischendurch unterbrechen und Manfreds Klo saubermachen musste, schaffte es Nina, ihre Krallen auf meiner neuen Matte zu wetzen, aber die steckte das erstaunlich gut weg.

Der Mann fuhr nach dem Abendbrot (Nasi goreng mit viel Gemüse) weg, ich ging beinah gleich schlafen, musste aber noch einmal aufstehen, um einen großen Käfer in die Freiheit zu entlassen.

3. November 2020 – QualityLand 2.0 und Cola

Erdbeerinspektion gleich nach dem Aufstehen: Zwei sind vertrocknet, die übrigen dreizehn schlagen sich wacker und mindestens zwei von ihnen sehen gar nicht mal so schlecht aus. Von den Sansevieria-Stecklingen nichts neues, allerdings habe ich ganz vergessen, sie nach dem Schneiden trocknen zu lassen, es ist also möglich, dass sie faulen werden.

Frühstück wie immer, dazu ein Video meiner neuen Lieblingskochshow auf Youtube – Stump Sohla.

Der Mann verabschiedete sich zur Arbeit (er baut gerade mit seinem Bruder eine Polierwerkstatt für Metallteile auf), ich schaltete den Rechner an, bloggte und trank dazu meinen restlichen Kaffee.

Dann einigermaßen konzentriertes Korrigieren. Draußen wurde es immer dunkler, als ich am späten Nachmittag die Blumen gießen ging, war der Himmel im Norden pechschwarz. Ich erinnerte mich an eine Flasche Cola im Kühlschrank und bekämpfte damit erfolgreich das Nachmittagstief. Außerdem kaufte ich mir vom restlichen Geburtstagsgeld QualityLand 2.0 als Hörbuch, der Download der knapp 500 MB großen Datei dauerte eine Stunde.

Ich spielte mit Manfred und hörte dazu das erste Kapitel, dann war meine Bewegung dran. Yoga, heute mit Fokus auf die Bauchmuskeln. Ziemlich oft musste ich pausieren oder schaffte es nicht, Übungen bis zum Ende durchzuhalten. Manfred schaute mir mit skeptischem Blick zu und versuchte nur einmal kurz, an der Matte zu kauen.

Abendbrot mit dem in der Zwischenzeit heimgekehrten Mann, es gab die restliche Suppe, dazu Kartoffeln und nochmal frittierte Pilze. Wir schauten die letzten beiden Folgen von The Americans, das Serienfinale gefiel mir gut. Gegen Mitternacht ins Bett, zu Qualityland eingeschlafen.


AlleGutenDinge.Jetzt | Momentan wird im Bundestag über eine Reform des sogenannten Transsexuellengesetzes verhandelt. Im Idealfall wird es aufgehoben und durch das Selbstbestimmungsgesetz ersetzt. Das ist wichtig, weil es momentan für Personen, die trans, inter oder nichtbinär sind, mit viel Aufwand, Kosten und Diskriminierung verbunden ist, beispielsweise seinen Geschlechtseintrag zu ändern. Und wusstet ihr, dass trans Elternteile weiterhin mit ihrem abgelegten Namen in der Geburtsurkunde ihrer Kinder eingetragen werden? Auf der oben verlinkten Webseite findet ihr Hilfestellung für die Kontaktaufnahme mit einem Abgeordneten aus eurem Wahlkreis. Ich werde ebenfalls eine E-Mail schreiben, sobald ich die Ruhe dafür finde.