Montag, 14. Oktober 2019

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Lange ausgeschlafen, dann Frühstück. Weil die Bananen fürs Oatmeal noch etwas unreif waren, briet der Mann sie in etwas Margarine an, das war sehr lecker. Dann musste ich mich wegen heftiger Krämpfe noch mal hinlegen, bis die Schmerztablette endlich Wirkung zeigte. Vielen Dank auch, lieber Uterus.
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Als ich endlich wieder gerade stehen konnte, packten wir unseren Krempel zusammen und fuhren in die Stadt. Erst zu einem Laden für Küchen- und anderen Haushaltskram. Wir brauchen nämlich einen neuen Herd, weil unserer vor fünfeinhalb Jahren schon rostig war und jetzt endgültig ausgedient hat. Der neue soll neben zwei Flammen auch einen eingebauten Grill haben. Dieses Feature hat nur ein Hersteller in seinem Produktsortiment und überhaupt ist das ein ziemlicher Spezialwunsch. Darum ist der Herd auch etwas teurer als seine Artgenossen und leider aufgrund seiner Seltenheit so gut wie nie Second-Hand zu bekommen. In diesem Laden nun wollten wir den Preis auschecken, weil dort angeblich alles viel günstiger ist. War’s zwar auch, aber nicht viel. Aber immerhin wird der Verkauf des alten Kühlschranks die Neuanschaffung finanzieren können.
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Anschließend fuhren wir zu einer nahe gelegenen Mall. In den letzten Tagen war es unglaublich heiß und drückend hier, das liegt wohl am Wechsel von der Trocken- zur Regenzeit. Weil wir zu Hause keine Klimaanlage haben (und ich auch keine will), tut ein Spaziergang in einer angenehm gekühlten Mall ab und an wirklich gut. Wir verbrachten einige Zeit in einem Laden namens Mr. D.I.Y., in dem es so ziemlich alles gibt, vom Haarreifen bis zur Autopolitur. Beinah hätte ich mir eine neue Gartenschere gekauft, dabei spare ich doch eigentlich auf ein Modell einer in Gärtnerndenkreisen bekannten Schweizer Marke. So verließen wir den Laden, ohne etwas zu kaufen. Im Obergeschoss der Mall entdeckten wir einen neuen Food Court mit toller Aussicht über die Stadt. Wir aßen Gado-Gado, eine Art Salat mit Erdnusssoße. Ganz lecker, aber auch wirklich teuer. Leider dauerte es keine halbe Stunde, bis ich mit schlimmem Bauchgluckern zur nächsten Toilette eilen musste. Ob es nun das Essen war oder menstruationsbedingt, wer weiß. Auf jedenfall wollte ich danach nur noch nach Hause. Und so traten wir den Rückweg an.
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Bei unserer Ankunft fuhr gerade die Jamu-Verkäuferin vor. Jamu ist die indonesische Naturheilkunde und wird meistens am Nachmittag oder Abend getrunken. Es wird in Läden und von fliegenden Händler*innen verkauft. Der Mann kaufte uns je eine Portion. Für mich gab es Jamu mit Kurkuma und Tamarinde (gut für den Bauch), der Mann trank ein sehr bitteres Gebräu.
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Den Abend verbrachten wir mit einem Film auf dem Sofa. Bevor ich ins Bett gehen konnte, musste ich noch Manfred müde spielen, der keine Ruhe geben wollte.

Sonntag, 13. Oktober 2019

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Der Morgen begann etwas hastig, denn ein vormittäglicher Freund*innenbesuch stand an. Wir verließen bald nach dem Aufstehen das Haus, holten noch einen gestern vorbestellten Kuchen ab (als Mitbringsel und Dankeschön – besagte Freund*innen haben uns letzte Woche ihren alten Kühlschrank geschenkt) und speisten Soto Lenthok. Das ist eine Suppe, in der neben den üblichen Zutaten – Reis, Nudeln, Sprossen, Tofu, Tempe usw. auch frittierte Kassava-Klopse schwimmen.
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Nach einem ausgiebigen Vormittag im Haus der Freund*innen fuhren wir weiter zum Supermarkt. Ja, der hat auch sonntags offen und ist außerdem der einzige Laden in unserer Nähe, der gute Haferflocken verkauft. Nicht den Instantkram, der eher Pulver als Flocken ähnelt. Außerdem wanderten Kaffee und diverse andere Notwendigkeiten in den Einkaufskorb und anschließend in meinen Rucksack. Unser Stammsupermarkt hat gerade eine Aktion laufen, bei der eins pro dort ausgegebenen 30.000 IDR einen Gewinncoupon bekommt. Hauptgewinn ist ein Haus und die Verlosung schon in ein paar Wochen. Ich muss also mal dringend die ganzen Coupons ausfüllen, die sich hier seit Monaten sammeln.
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Den Nachmittag zu Hause verbracht. Es war heiß und mein PMS bescherte mir eklige Wassereinlagerungen. Ich legte also die Füße hoch und las. Eigentlich habe ich mir letzte Woche Becoming von Michelle Obama geschenkt (und auch schon zu einem Drittel durch), aber ein Bibliotheks-Ebook musste dringend ausgelesen werden.
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Am Abend entdeckte ich dann, dass sich die furchtbar sauren belimbing sayur hervorragend zur Aromatisierung von Wasser eignen. Das ist gut, so kann ich sie noch verwenden, es hätte mir sehr leid getan, die (geschenkten) Früchte wegschmeißen zu müssen. Zum Tagesausklang warfen wir den Projektor an und sahen endlich die letzten beiden Folgen der zweiten Westworld-Staffel. Weil ich zum Schluss immer wieder einnickte, werde ich wohl das Ende im Internet nachlesen müssen.

12 von 12 im Oktober 2019

Seit Jahren verfolge ich mehr oder weniger regelmäßig das Fotoprojekt 12 von 12. Jeweils am zwölften eines Monats werden zwölf Fotos gepostet, die an diesem Tag entstanden. Und endlich habe ich mal dran gedacht, meinen Tagesverlauf zu dokumentieren – hier ist das Ergebnis. Alle Spielregeln und viele viele andere Fotos findet eins bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Eins| Das beste Bild des Tages gleich zuerst: Manfred, nach Dosenfutter gierend. Seine Lieblingssorte, Thunfisch und Huhn. Da überschlägt sich sein kleines Stimmchen jedes Mal vor Begeisterung und manchmal hängt er mir auch am Bein, weil er es gar nicht abwarten kann, bis die Schüssel endlich vor ihm steht.

Zwei| Während der Kater speist und der Mann Eier fürs Frühstück brät, bringe ich die Ergebnisse der Katzenkloreinigungsaktion raus. Jeden Morgen eine gute Gelegenheit, meine Blümelein zu begrüßen. Hallo Tomaten, die ihr komisch aus dem Mangotopf hängt und einfach nicht reif werden wollt!

Drei| Nach dem Frühstück setze ich mich an den Rechner, aber meine Konzentration will sich nicht einstellen. Obwohl meine Arbeitsplatzoptimierung sich so toll und motivierend anfühlt, bringe ich kaum einen Satz zustande. Kein Wunder, es sind ja auch fast 34 Grad im Haus.

Vier| Bei der Hitze muss eins trinken, trinken, nochmals trinken. Immer nur Wasser ist langweilig, der Limonensirup sorgt für Abwechslung.

Fünf| Auf der Terrasse schläft die scheue getigerte Katze der Nachbarn.

Sechs| Auch Nina hält ein Nickerchen.

Sieben| Manfred ruht ebenfalls. Ja, das ist ein Reifen, der gehört zu dem in unserem Küchenflur parkenden Motorbike, das wir für einen gerade außer Lande weilenden Freund aufbewahren.

Acht| Der Mann kommt heim und bringt neben Essen auch belimbing sayur mit. Das sind die Früchte des Gurkenbaums. Und die sind sauer. Sehr sauer. Möglich, dass ich noch nie etwas Saureres probiert habe. Man dippt sie hier in etwas Salz, das hilft ein bisschen. Ich habe eine halbe geschafft. Aber sauer macht lustig und in diesem Fall auch wacher als Kaffee.

Neun| Manfred hat den Terrassenschläfer entdeckt und muss jetzt erstmal böse Blicke aus dem Fenster werfen. Als wir uns zum Essen hinsetzen kommt auch noch ein weiterer Nachbarschaftskater vorbei, der hier jeden Nachmittag seine Runde dreht und mir ein kleines Facebookdrama beschert hat. Diese Geschichte erzähle ich ein andermal.

Zehn| Nach dem Essen gehe ich Blumen gießen. Hier sehen wir mehrere Pomelos, eine Orange und zwei Sirsak in friedlicher Blumenkastengemeinschaft.

Elf| Die meine vielen Physalisse machen fleißig Früchte, nur reif werden die irgendwie nicht. Meistens werden die Lampione gelb und fallen ab, aber die Beere drinnen ist noch grün. Ob die Hitze schuld ist? Hier ein unreifes Exemplar.

Zwölf| Letztens habe ich alle möglichen Erdreste in den Topf der Srikaya gekippt, weil deren Substrat in sich zusammengesackt war. Irgendwo schlief da wohl ein Samen vom Kapokbaum und das ist das Ergebnis. Wunderschöne Bäume sind das übrigens, die werden bis sechzig Meter hoch und leben mehrere hundert Jahre, sagt das Internet.

Ja, das war also mein zwölfter Oktober. Jetzt ist es schon spät und glücklicherweise nicht mehr so heiß. Ich mache jetzt Feierabend und freue mich aufs Wochenende, das beginnt nämlich für mich erst heute und dauert bis Montag.

Donnerstag, 13. Juni bis Montag, 17. Juni 2019

Beobachtungen| Samstag waren der Mann und ich auf eine Hochzeitsfeier eingeladen. Endlich mal wieder eine Gelegenheit, die schicken Batiksachen anzuziehen. Eine Stunde lang versuchte ich mit schwindender Motivation meine Haare zu frisieren. Man könnte ja meinen, das falle mir, der geschickten Strickeren, leicht. Ist aber nicht so. Mit Wolle komme ich wunderbar klar, mit meinen Haaren leider nicht. Am Ende faltete ich zwei Seitenzöpfe kronenartig auf meinen Kopf und zerstörte das Gebilde umgehend beim Aufsetzen meines Motorradhelms. Dann fuhren wir fünfundzwanzig Kilometer nordwärts. Abseits von den Haupstraßen, das war wirklich schön. Einmal standen sogar zwei Wasserbüffel am Straßenrand. Und die Feier war auch ganz fein.

Diversität in Filmen| Wir gucken momentan die Serie Supergirl. Eigentlich sind Superheld*innen nicht so mein Ding, aber die Serie hat mir von Anfang an gefallen und sie besteht den Bechdel-Test aber sowas von. Klar, die meisten Schauspielenden sind weiß und schlank, da geht noch was. Aber es ist ein Anfang. Und ich finde es wunderbar, Filme und Serien zu gucken, die sich nicht nur um die Befindlichkeiten weißer Cis-Männer drehen und in denen Frauen höchstens dazu da sind, gerettet zu werden. Der Unterschied war so krass, als wir ein paar Folgen Monk dazwischen geschoben haben und einfach alle weiß und männlich waren.

Apropos: Letztens hab ich Downton Abbey geguckt und zwar die Folge, in der Matthew wieder laufen kann und alle freuen sich, weil er „jetzt wieder ein Leben“ haben wird. Meiner Meinung nach wurde da eine gewaltige Chance verschenkt. Wie großartig wäre es gewesen, wenn er einfach mal allen gezeigt hätte, dass er im Rollstuhl super klar kommt und es dann wieder um andere Downton-Abbeyeske Dinge geht? Wie viele Filme oder Serien kennt ihr, in denen eine behinderte Person vorkommt und es nicht Teil der Handlung ist? Eben.

Und ansonsten beschäftigen mich einige sehr unausgereifte Gedanken zum Thema Klimawandel. Ich habe jetzt schon ein sehr schlechtes Gewissen wegen unseres Langstreckenflugs in anderthalb Monaten. So schwer es mir auch fallen wird, wahrscheinlich muss ich die Heimatbesuche in Zukunft reduzieren. Ich weiß um die Option des CO2-Ausgleichs, aber das hat doch arg was von Ablasshandel.
Wie gerne würde ich mit dem Schiff nach Europa fahren (ist nur leider mindestens genauso umweltschädlich) oder den Landweg wählen. 14.000 Kilometer mit dem Zug und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln, das wäre doch aufregend. Nur die Katzen könnten nicht mit.

Jedenfalls macht der Klimawandel mir richtig Angst. Wo bleibt der Kohleausstieg, die CO2-Steuer, irgendwas? Warum passiert nichts? Die Permafrostböden tauen, Grauwale verhungern, es gibt ein neues Ozonloch, überall ist Palmöl und Mikroplastik. Wie kann ich angesichts solcher Nachrichten ruhig bleiben oder einen Kinderwunsch überhaupt in Betracht ziehen? Wem kann man einen derart ruinierten Planeten noch zumuten?Mich bedrückt das heute sehr und da ist es kein Wunder, dass ich arbeitsmäßig leider gar nichts zustande gebracht habe.

//*geht Katzen beflauschen

Mittwoch, 12. Juni 2019

Papierkram| Der heutige Tag stand bis zum frühen Nachmittag ganz im Zeichen der Bürokratie. Nach dem Frühstück fuhren wir zunächst zur Polizei. Dort beantragte ich eine Art Meldebescheinigung, die für die Ausstellung des Ausländer-Ausweises gebraucht wird. Zum Glück hatte ich alle benötigten Papiere dabei und nach zehn Minuten war die Bescheinigung fertig. Anschließend ging es noch mal ein paar Kilometer gen Süden zum Bürgerbüro. Das ist Teil eines großen Verwaltungskomplexes und jetzt nach den Feiertagen war es wirklich voll. Wir zogen eine Nummer und erfuhren, dass wir wohl erst nach der Mittagspause drankämen. Also setzten der Mann und ich uns bei einem Eistee in ein nahes Warung und spielten unsere Telefonakkus leer. Etwa anderthalb Stunden später war es dann endlich soweit und ich kramte erneut einen Stapel Kopien aus dem Rucksack. Noch zwei Formulare ausfüllen und dann waren wir fertig. Die Karte kann ich irgendwann nächste Woche abholen.

Po-Problem| Manfred ist momentan nicht zufrieden. Wir kaufen das abgefüllte Katzenfutter immer im gleichen Geschäft, bis auf letzte Woche. Es ist das gleiche Futter, die gleiche Geschmacksrichtung und alles, doch Manfred mag es nicht essen. Nur aus meiner Hand naschte er ein paar Bissen. Um seinen Appetit anzuregen, pflückte ich Gras und Indische Nessel, die eine katzenminzeähnliche Wirkung besitzt. Die Katzen waren hin und weg. Für Manfreds Bauch war das alles wohl ein bisschen viel, also hatte er kurze Zeit später Durchfall. Der Arme. Und wir armen, denn so ein flauschiger Kater hat auch einen flauschigen Po … Kurz und gut, einer hielt den zappelnden Kater fest, der andere putzte und schnippelte. Jetzt hat Manfred hinten eine Kurzhaarfrisur und kriegt erst mal Dosenfutter und kein Gras mehr.

Freitag, 7. Juni bis Dienstag, 11. Juni

Der letzte Eintrag ist ja schon wieder ein paar Tage her. Schauen wir mal, was seitdem geschah.

Großeinkauf| Freitag war alles alle, von den Haferflocken bis zum Putzmittel. Also fuhren wir nach dem Frühstück einkaufen. Die Straßen waren ferienbedingt sehr voll, der Supermarkt glücklicherweise nicht. An der Kasse gab es wie immer die kurze Verwirrung über den mitgebrachten Beutel. Ich bin mir über die richtige Verhaltensweise noch immer uneins. Normalerweise scannt die Kassiererin alle Sachen ein und packt sie gleichzeitig in eine Plastiktüte. Mit der Beutel- und Rucksackmethode halte ich es jetzt immer so, dass ich selbst einpacke. Geht sowieso schneller. Jetzt muss ich nur noch verhindern, dass so Sachen wie Seife oder Putzmittel in eine kleines Plastikbeutelchen verpackt werden. Ja, wegen dem Geruch, schon klar, aber der ganze Rest steckt ja auch in Plastik! Mir ist es jedenfalls noch nie passiert, dass der Haferbrei nach Seife geschmeckt hat. Und überhaupt wird auch hier das Ende der Plastiktüte kommen, da bin ich mir sicher. Inzwischen gibts dort nicht mehr zwei Tüten gratis, sondern nur noch eine.

Garten| Meine Blümchen kriegen mich von der abendlichen Gießrunde abgesehen nicht so häufig zu gesicht. Und aus Wasserspargründen versuche ich, nur noch alle zwei Tage zu gießen. Gerade die Auberginen stecken ja im Beet und müssten das langsam abkönnen. Inzwischen sind fünf kleine Pomelos gekeimt und sehen total unecht aus. Und nach Wochen der Entfaltung steht die Durian endlich ohne Kern da.

Gecko im Glas| Ein denkwürdiges Ereignis passierte, als ich neulich den Tisch fürs Abendbrot deckte und ohne groß hinzugucken des Mannes Lieblingsglas aus dem Abtropfdingens nahm. Mit Glas, Teller und noch irgendwas beladen (es war die Wasserkaraffe, glaub ich) balancierte ich aus der Küche, als es plötzlich PLATSCH machte und ein Gecko aus dem Glas auf den Boden klatschte und unter Ninas Käfig Zuflucht suchte. Die kam natürlich sofort angeschossen, die alte Jägerin und begann, nach dem armen Tierchen zu stochern. Das war sicher nicht ihre erste Begegnung, der hatte nämlich keinen Schwanz mehr (Geckos machen das wie Eidechsen. Sie werfen einen zappelnden Schwanz ab und bringen sich in Sicherheit, während die blutgierigen Raubtiere das zuckende Körperteil anstarren und meistens auch aufessen). Meine Rettungsversuche beschränkten sich darauf, die Katze mit den Füßen wegzuschieben, ich hatte ja die Hände voll. Schließlich schaffte der Mann es, Nina abzulenken. Einsperren ging ja auch nicht.

Anmerkung| Ja, wir haben Käfige für die Katzen. Ich hab das aus Angst vor Trollen und besserwisserischen Tierschützer*innen hier noch nicht erwähnt, aber es ist so. Und wir brauchen die hier nun mal. Da drin stehen das Klo und die Futternäpfe. Das ist praktisch, wenn wir die Katzen sichern müssen, weil eine Fledermaus im Haus ist, ein Frosch, ein Skorpion (erst einmal passiert!) oder weil wir alle Türen zum Lüften aufmachen. Es ist nicht schön, aber notwendig. Die beiden kennen das von klein auf und sind dran gewöhnt. Und 90 % der Zeit können sie frei im Haus rumhüpfen, Geckos essen (s. o.) und auf dem Sofa schlafen.

Papierkram| Morgen steht noch mal ein Behördengang an. Ich muss meinen indonesischen Ausweis verlängern. Leider weiß ich vom letzten Jahr nicht mehr, welche Papiere ich dazu brauche und habe einfach mal eine kleine Mappe mit allen möglichen Kopien zusammengestellt. Das ist immer sehr zeitraubend, gerade nach den Feiertagen wird es sicher voll sein. Aber dann haben wir wieder ein Jahr Ruhe.

Und jetzt: Feierabend!

Donnerstag, 6. Juni 2019

Ohrwurm| Mein viel zu langes Schlafen und das daraus folgende zögernde Erwachen bescherte mir einen kleinen Ohrwurm von Element of Crime. Mein Tag- und Nachtrhythmus ist etwas aus dem Ruder gelaufen, seit es bis letzte Woche tagsüber so heiß war und ich erst nachts die nötige Konzentration fand. Allerdings bin ich mir nach diesem kleinen Experiment sehr sicher, dass ich keine Eule bin. Die aus dieser Erkenntnis resultierende erneute Änderung meiner Aufstehzeit ist schwieriger als gedacht. Gnadenlos um sieben aufstehen klappt nur so semi, wenn man sich erst um halb vier hingelegt hat.

Reiseplanung| In anderthalb Monaten ist es schon soweit und wir fliegen bis Anfang September nach Deutschland. Gestern beschäftigte mich der vielleicht ungeliebteste Teil der Reiseplanung: das Packen. Nach Jahren des alles-wild-in-den-Koffer-Werfens beschloss ich, mir Packwürfel zu kaufen und durchforstete diverse Onlineshops. Es dauerte ein bisschen, das richtige Suchwort zu finden und dann stellte ich fest: Die Dinger sind alle gleich. Und: Es ist ein bisschen sinnlos, einen Beutel mit secret pouch zu beschriften. Das macht ja das ganze Geheimnis kaputt.

Apropos Reiseplanung| Im August will ich eine Freundin besuchen, die einen Bauernhof im Wendland hat. Leider ist die Zugverbindung dahin absolut grottig. Für die Strecke von 142 km schlägt die Reiseauskunft der Bahn folgende Möglichkeiten vor:

1. Eine Stunde mit dem Zug fahren. Dort in Bus 1 umsteigen. Es folgen zwei weitere Umstiege in Bus 2 und Bus 3. Alle drei Busse sind Anrufbusse und müssen vor der Fahrt reserviert werden. Angezeigt wird nur der Preis fürs Zugticket. Die gesamte Fahrt dauert dreieinhalb Stunden.

2. Riesiger Umweg mit IC, ICE und regionalem Zuganbieter, zwei Umstiege und viereinhalb Stunden Fahrtzeit. Und das zum gleichen Preis, wie unsere bereits gebuchte Hin- und Rückfahrt nach München. Die übrigens beinah genauso lang dauernd wird.

Beide Optionen kommen nicht in Frage. Zu umständlich, zu teuer. Wahrscheinlich werden wir eine Teilstrecke mit einer Mitfahrgelegenheit bewältigen (billig, dauert aber) oder ein Auto mieten (immernoch billiger als Zug, aber klimaschädlich).

Mittwoch, 5. Juni 2019

Heute ist #wmdedgt und alles, was man dazu wissen muss, steht bei Frau Brüllen.

Mal ausnahmsweise nicht nachts vom Kater geweckt worden (er hat’s bestimmt probiert, aber erfolglos). Der kommt dafür gleich kuscheln, als er merkte, dass ich wach bin.
Abgewaschen, während der Mann Frühstück macht. Heute ist Idul Fitri, so heißt der Feiertag am Ende des Ramadhans auf Indonesisch und irgendwie herrscht Sonntagsstimmung. Alle Nachbarn sind entweder pulang kampung, besuchen Verwandte oder haben selbst Besuch.

Wir speisen Porridge, aus Bananenmangel mit Schokolade drin und Rührei mit kecap manis. Dazu Kaffee und Monk. Auf der Terrasse haben die Draußenkatze und ihre beiden Kitten den frisch gewaschenen Bettvorleger vom Wäscheaufhängdingens gezerrt („Ach, das hält auch ohne Klammer“) und schlafen äußerst dekorativ darauf. Sehr niedlich.

Dann Computer auf, Word auf, erst mal ein bisschen rumprokrastinieren und Blogs lesen. Bei einem bekannten Kleinanzeigenportal Rucksäcke und Yogamatten angucken. Gibt es eine bestimmte Yogamattensorte, die umweltfreundlich, leicht und rutschfest ist und von Katzen verachtet wird?

Ich schreibe, es geht nur schleppend voran. Das Thema ist nicht meins und meine Motivationstanks sind alle. Draußen Feuerwerk. Kurz vor Sonnenuntergang gehe ich Blumen gießen, das ist immer ein schönes Ritual. Alle Pflänzlein gedeihen wunderbar. Die Auberginen haben den Umzug ins Beet verkraftet und die Mango scheint den neuen Topf zu akzeptieren. Eine Physalis ist hinüber, aber von denen habe ich zum Glück genug. Die Draußenkatze begleitet mich bei jedem Gang zum Brunnen und zurück. Ich fülle den Wassernapf, der für alle Streuner bereitsteht (und die trinken dann doch aus der Gießkanne).

Der Mann bringt Essen. Magelangan, vom gleichen Stand, aber anderer Köchin. Die Portion ist weniger gewaltig als sonst, reicht aber immernoch für zwei Mahlzeiten. Beim Auspacken ärgere ich mich über den vielen Müll und darüber, dass ich in den letzten Wochen wieder nachlässig war, was das konsequente Eintuppern und Mitnehmen von Stoffbeuteln war. Leider denkt der Mann da von selbst nie dran, das müssen wir noch mal besprechen. Mental Load und so.

Nach dem Abendbrot nochmal workworkwork, der Mann besucht einen Freund. Plötzlich wieder BSOD, schon wieder Kernel Security Check Failure. Ich diagnostiziere, teste, defragmentiere und nehme mir vor, am Sonntag ein Café mit schnellem Internet zu besuchen, um alles upzudaten. Während der Virenscanner läuft, wasche ich die seit drei Tagen einweichenden Lappen, Gartenhandschuhe und den Bettvorleger, auf dem die niedlichen Streunerlein schliefen.

Wäsche aufhängen um Mitternacht. Es ist momentan nachts wunderbar kalt und ich freue mich, darauf, meine Bettdecke zu benutzen. Duschen und Haare waschen. Vom letzten Deutschlandbesuch brachte ich Anfang Januar zwei Stück festes Shampoo mit. Das erste war letzte Woche alle und reichte damit fünf Monate. Ich wasche mir im Schnitt dreimal pro Woche die Haare, das sind also rund 60 Haarwäschen.

Noch ein bisschen Papierkügelchen für die Katzen werfen, dann Hörbuch und Bett.

Dienstag, 4. Juni 2019

Zu spät|Ja, auch diesen Tagesrückblick schreibe ich erst am folgenden Morgen. Ging nicht anders, weil ich bis knapp zwei Uhr nachts an einem Kundentext saß. Und das ging nicht anders, weil ich die erste Tageshälfte rein gar nichts zu Display brachte. Ich glaube, ich muss noch mal dringend mein Zeitmanagement überdenken und mich trauen, meine Abgabefristen etwas lockerer zu gestalten.
Durch all das Schreiben blieb alles andere liegen. Die bis Sonntag ein Ameisenvolk beherbergenden Gartenhandschuhe dümpeln seit der Entdeckung desselbigen im Seifenwassereimer im Bad herum. Wenigstens meine Finger sind wieder heile. Das neue Blogtheme ist noch nicht angepasst und von der Steuererklärung fangen wir gar nicht erst an.

Hoffnungsvoll| Wann immer ich am Katzenfuttergeschäft vorbeikomme, kaufe ich Manfred eine Dose edles Katzenfutter. Das ist ohne Getreide und er liebt es sehr. Leider gibt es nur welches mit Seefisch, das ist natürlich problematisch aus Meeresschutzgründen. Ich kaufe meistens das mit Thunfisch und Hühnchen in der Hoffnung, dass mehr Huhn als Fisch drin ist. Jedenfalls kriegt er das so alle zwei Wochen, eine Büchse reicht ungefähr für drei Tage. Sobald ich sie aus dem Kühlschrank nähe, piepst er schon fröhlich los und wenn ich dann die Futterschüssel fülle, gibt es kein Halten mehr. Gestern war nun der erste Tag ohne diese anscheinend äußerst schmackhafte Speise. Deswegen folgte mir Manfred überall hin, lungerte auf dem Kühlschrank und vor seinem Fressplatz herum und schaute seeeehr hungrig drein. Leider bescherte sein Flehen ihm nur Trockenfutter. Wahrscheinlich war er deswegen gestern etwas gereizt und zettelte ständig Streit an.

Gelesen|
Auf Twitter: Warum Imkerei kein Bienenschutz ist.
Die Gärten des Grauens.
Neuentdeckung: Das Techniktagebuch.

Montag, 3. Juni 2019

Das Internet redet quasi über nichts anderes mehr, ich habs erst heute erfahren. Die ganze Sache hat mich mehr beschäftigt, als ich gedacht hätte. Andere haben dazu genug gesagt, ich habe nichts hinzuzufügen. Wie ich mit den beiden Verlinkungen zum betreffenden Blog umgehe, weiß ich gerade noch nicht. Löschen? Stehenlassen? Mal sehn.

Tagesbericht| Aus akutem Abgelenktsein kaum was geschafft. Dazu kamen Kopfschmerzen, die weder Kaffee noch eine Tablette hinwegzaubern konnten. Alles in allem ein eher zäher Tag. Immerhin ergatterte der Mann wirklich gute pisang goreng, das sind in einem Teig frittierte Bananen und in meinem Topf draußen wachsen inzwischen drei Babypomelos. Weiterhin geschah nichts Bemerkenswertes.