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06. Februar 2020 – Endlich wieder normal essen!

Morgens wie immer: früh fürs Antibiotikum aufgestanden, nach zehn Minuten wieder hingelegt und noch ein Stündchen geschlafen. Dann Frühstück gemacht, diesmal mit sehr überreifen Bananen, die ich wie eine Mango schälen musste, aber die sehr lecker waren. Dazu guckten wir neue Videos auf unserem Lieblingskochchannel Binging with Babish. Highly recommended!

Danach tippeditipp am Rechner. Ich finalisierte mehrere Texte für einen Kunden und lektorierte eine kurzfristige Bestellung. Damit war ich bis zum Abendessen (Gudeg) gut beschäftigt. Bevor die Sonne unterging, huschte ich noch schnell raus, die Blumen gießen. Obwohl wir uns gerade auf dem Gipfel der Regenzeit befinden und für diese Woche heftigste Regenfälle vorhergesagt waren, ist es bei uns schon seit Tagen trocken.

Was im Garten so los ist? Die Sonnenblumen wachsen ganz toll und werden sicher bald blühen. Am Srikayabaum reift seit Wochen eine Frucht heran, die einfach nicht weich werden will, obwohl sie schon lecker aussieht. Der einzige überlebende Cashewsämling lässt sich seeeehr viel Zeit mit dem nächsten Blatt. Dafür sprießt die Banane unglaublich schnell, für ein neues Blatt braucht sie etwa zwei Tage. Wow. Ich plane, demnächst unseren Vorgarten zu entgrasen, da macht sich eine schlimme Winde breit. Die werde ich durch kembang telang ersetzen, das ist zwar auch eine Rankpflanze, aber eine hübsche. Außerdem will ich noch mehr Sonnenblumen pflanzen und auch ein paar der kleineren Obststräucher auspflanzen.

Nach dem Abendbrot beendete ich meine Bestellung, machte den Abwasch und flauschte Manfred. Dann saßen der Mann und ich gemütlich zusammen, bis es Zeit zum Schlafengehen war.

#wmdedgt 02/2020

Heute ist der Fünfte und wie immer fragt Frau Brüllen: „WMDEDGT?“ Und weil ich dran gedacht habe, antworte ich heute.

Weil die Katzen um dreiviertel sieben einen kleinen Ringkampf starteten und dabei meinen Hocker durch die Gegend schoben, wachte ich eine Viertelstunde vorm Wecker auf. Ich ging ins Bad, holte mir einen Keks, aß den Keks, nahm mein Antibiotikum und daddelte zwanzig Minuten am schlauen Telefon rum, bis ich mich noch einmal für ein Stündchen hinlegen durfte. Ohne Nina, die wollte lieber spielen.

Gestern Abend war es spät geworden, also kamen wir erst gegen neun in die Gänge. Ich machte den liegengebliebenen Abwasch, der Mann holte fix Eier und machte dann mit neulich vorgekochtem rotem Reis Nasi goreng. Er lässt an dieser Stelle mitteilen, dass der Gedanke, Nasi goreng sei ein Resteessen, falsch ist, weil der Reis auf bestimmte Art zubereitet werden muss. Nimmt eins Reste, wie in unserem Fall, hat das Gericht die Konsistenz von Knete. Schmeckt aber trotzdem und ist für zahnversehrte Menschlein gut essbar.

Nach dem Frühstück packte ich unsere Kissen in die Sonne und setzte mich dann an den Rechner. Heute war mein Gehirn noch nicht auf Trab und es dauerte ein bisschen, bis ich die nötige Konzentration fand. Musik half, momentan ist das vor allem Radiohead. Zum Beispiel dieses Lied:

Irgendwann merkte ich dann zum ersten Mal eine spürbare Besserung meines Zahns. Die Wange ist nicht mehr so dick und ich kann den Mund wieder weit aufmachen. Das kam mir beim Abendessen (Nasi uduk mit Tempe und Aubergine) gerade recht. Später machte ich den Abwasch und guckte dabei Videos über Reisen auf Containerschiffen. Ich würde ja gerne mal Europa ohne Flugzeug erreichen und per Schiff wäre das zumindest visumsmäßig leichter. Mir gefällt auch die langsame Art des Reisens (von Singapur nach Hamburg dauert es 25 Tage) und die Abgeschiedenheit. Alles das genaue Gegenteil einer bis auf den letzten Platz besetzten Flugzeugkabine. Allerdings sind Containerschiffe ja auch ziemliche Dreckschleudern und längst nicht so klimafreundlich, wie sie von den diversen Buchungsseiten angepriesen werden. Und ein Segelschiff werden wir wohl kaum finden. Allerdings fahren sie trotzdem und anders als diese unsäglichen Kreuzfahrtschiffe nicht ausschließlich zum Vergnügen der Passagiere. Jedenfalls fand und finde ich die Idee ziemlich toll und begann, das Internet nach Reiseberichten zu durchsuchen. Dieser hier erwies sich als sehr unterhaltsam. Interessant ist außerdem dieser Blog einer Familie, die von Singapur mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach München reist.

Während der große Ventilator das Haus durchpustete, las ich Nachrichten und konnte angesichts des Ergebnisses der Ministerpräsidentschaftswahl in Thüringen nur ungläubig den Kopf schütteln. Allerdings stand dann plötzlich der niedliche und sehr schüchterne orange Kater der Nachbarin in der Küche und ich musste das Telefon weglegen. Wir machten das Haus für die Nacht fertig (Türen und Fensterladen zu, durchfegen, Kakerlake erschlagen, Bett abklopfen, Katzenklos saubermachen, Manfred sein Dosenfutter überreichen, Anti-Mücken-Verdampfer einschalten), dann ging ich duschen, konnte endlich wieder Zahnseide benutzen und plumpste dann sehr müde ins Bett.

Nachtrag: Zum Thema Thüringen ist dieser Artikel ebenfalls lesenswert.

04. Februar 2020 – Back to Business

Um sieben Uhr früh brummte mein Wecker und erinnerte mich daran, mein Antibiotikum zu nehmen. Ich stand auf, knabberte einen Keks und würgte dann die Kapsel hinunter. Denn wenn ich eines hasse, dann, ist es Tabletten zu schlucken. Und gerade besonders, weil durch die Entzündung auch meine Mandeln geschwollen sind und ich immer Angst habe, dass das Medikament stecken bleibt. Was es nie tut. Jedenfalls kostet es mich jedes Mal große Überwindung. Anschließend blieb ich noch eine halbe Stunde sitzen und las im Internet herum. Das musste sein, weil eins sich nach Einnahme des Antibiotikums mindestens zehn Minuten lang nicht hinlegen darf. Übrigens hat mir das beim Arzt niemand gesagt, ich habe es erst durch Googeln herausgefunden. Hier kriegt eins nämlich seine Tabletten abgezählt und ohne Beipackzettel.

Nachdem ich also sicherheitshalber eine halbe Stunde in aufrechter Position verbracht hatte, legte ich mich noch einmal kurz hin und beschmuste Nina. Dann standen wir auf, machten Frühstück und aßen es auf. Danach hatte ich mich schon gesehnt, weil ich endlich mein Schmerzmittel nehmen konnte. Sobald es wirkte, setzte ich mich an den Rechner, wo schon einiges an Arbeit auf mich wartete. Für den Mann stand ein erneuter Behördengang auf dem Programm, der diesmal von Erfolg gekrönt war: Er hat jetzt seinen Gewerbeschein!

Diesen Erfolg feierten wir erst mit einer Portion Gudeg (mein Ei war leider ein Entenei und schmeckte funky) und dann am Abend mit einigen Freund*innen. Für mich gabs Tee statt Gin, aber das machte mir nun wirklich nichts aus. Und Spaß hatte ich trotzdem 🙂

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Manfred hat jetzt sein eigenes Profil bei Instagram.

03. Februar 2020 – Zahnarztbesuch

Während mein Uterus heute schon wieder beinah schmerzfrei war, puckerte der Zahn weiterhin wütend vor sich hin. Inzwischen war meine Wange sichtbar geschwollen und auch der untere Weisheitszahn hatte beschlossen, mich zu ärgern. Den Tag über versuchte ich zu arbeiten, was verständlicherweise nicht gelang. Nachdem ich beinah eine Stunde für mein frühes Abendbrot brauchte und beinah heulte beim Essen, war klar: Wir müssen zum Zahnarzt. Erst checkte der Mann den Terminkalender seines Zahnarztes, der in einer nahen Poliklinik arbeitet. Allerdings nur frühmorgens zwischen acht und zehn. Also beschlossen wir, zu der kleinen Zahnklinik ganz in der Nähe zu fahren, um wenigstens erst mal eine Diagnose und Tabletten zu bekommen.

Dort angekommen meldeten wir mich an. Zum Glück war das Wartezimmer recht leer und wir mussten nur eine Stunde warten. Aus irgendeinem Grund stand die Tür zum Behandlungszimmer die ganze Zeit ein Stückchen offen, was für uns als von der DSGVO geprägte Europäer*innen natürlich undenkbar wäre. Nun ja. Dann war ich endlich dran und beschrieb dem Zahnarzt beinah ohne des Mannes Hilfe mein Problem. Der guckte kurz nach und bestätigte dann, dass beide rechte Weisheitszähne entzündet sind. Raus müssen sie nicht, aber alle Zähne haben noch so eine Kapuze aus Haut und die muss weg. Dafür fahren wir dann aber in die Poliklinik und zum Glück erst, wenn die Entzündung abgeklungen ist. Ich bekam ein Antibiotikum und ein Schmerzmittel, bezahlte 70.000 IDR und dann durften wir schon wieder fahren. Zuhause nahm ich gleich eine Tablette und dank den Wundern der Pharmaindustrie war ich eine halbe Stunde später schmerzfrei, begann, aufzuräumen, abzuwaschen und konnte dann beim abendlichen Filmgucken sogar Guave snacken. Yeah! Jetzt hoffe ich, dass meine Zähnchen gut heilen und dann gehts in die nächste Runde.

31. Januar bis 02. Februar 2020 – Autsch

Am Wochenende blieb der Rechner aus oder wenigstens unbeachtet. Nur Sonntag schaltete ich ihn kurz ein, um eine dringende Mail zu schreiben und meinen E-Reader aufzuladen. Und was war vorher so los?

Freitag werkelte ich schreibenderweise vor mich hin. Nachmittags aßen wir wilde Mango oder kuweni auf indonesisch. Die wächst eigentlich nicht wild, schmeckt aber so. Nämlich ein bisschen wie eine Mischung aus Durian, Jackfrucht, Papaya, Ananas und auch Mango.

Samstag erwachte ich mit Zahnschmerzen, ein Weisheitszahn war der Übeltäter. Davon habe ich mittlerweile alle und sie piesacken mich in regelmäßigen Abständen. Und das trotz meiner allabendlichen Zahnpflegeroutine aus Zahnseide, Schallzahnbürste und Mundspülung, die länger als eine Dusche dauert. Allzu schlimm war es jedoch nicht und so fuhr ich trotzdem zum samstäglichen Freundinnentreff, der eigentlich ein Eltern-Kind-Treff ist. Dort verbrachte ich ein paar schöne Stunden mit einer Freundin und ihrem Sohn, auch wenn wir viel in Bewegung waren. Der Mann kam mich abholen, wir kauften unterwegs noch Essen und fuhren nach Hause. Der olle Zahn nervte zunehmend mehr, sodass ich nur noch links kauen konnte. Dann kamen auch noch komische Bauchkrämpfe dazu, deren Grund sich mir beim nächsten Besuch im Badezimmer offenbarte. Tadaa, der 44. Zyklus begann. Und das nach nur acht Hochlagentagen. Zu früh! Ich fühlte mich von meinem Körper dezent gebauchpinselt und nahm eine Schmerztablette, die ja jetzt hocheffizient gleich zwei Schmerzherde bekämpfen durfte. Danach gings auch wieder und wir fuhren noch zum Warnet, neue Filme und Serien holen. Trotz meiner umfangreichen Liste vergaßen wir The Good Place, da hatte ich nämlich gar nicht mehr dran gedacht. Dabei ist das doch eine der besten Serien überhaupt!

Auch am Sonntag war der Zahn nicht besser. Ich machte mir einen gemütlichen Tag, klickerte mit Manfred, ließ mich von Nina beschmusen und las im Internet herum. Später machten wir Kinoabend mit Abendessen auf dem Sofa und guckten erst Downton Abbey (ganz nett, aber auch ein bisschen vorhersehbar, 7/10 wegen wohligem Nachhausekommengefühl) und dann Ready or Not (zu viel Splatter und platte Charaktere, nicht mein Fall). Anschließend fuhr der Mann noch mal weg und ich legte mich hin, die schnurrende Nina neben mir.