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Mittwoch, 16. Oktober und Donnerstag 17. Oktober 2019

Aus Gründen der Faul- und Müdigkeit hier die Ereignisse der letzten beiden Tage in Stichpunkten:

  • Kühlschrank verkauft, überraschend schnell einen neuen Herd angeschafft.
  • Neun Stunden (fast) am Stück editiert, jetzt nervöses Warten auf das Ergebnis. Falls es gut ausfällt, darf ich echte Texte lektorieren, yay!
  • Manfred war schlecht gelaunt und anhänglich, nach Ausspucken eines Haarballens ist er wieder ganz der Alte.
  • Vier meiner Wüstenrosen blühen.
  • Die Gottesanbeterin, die so lange in meinem Srikayabaum gewohnt hat, ist weg.
  • Der flauschige Halbstreuner kommt regelmäßig vorbei, schläft stundenlang auf der Terrasse, guckt gern Youtube-Videos und ich würde ihn wirklich gern behalten. Geht aber nicht.

Dienstag, 15. Oktober 2019

Der erste Arbeitstag nach dem Wochenende begann mit einem Eilauftrag, den ich bis zum Abend fertigstellen konnte. Neben meinem neuen Schreibtischarrangement motiviert mich momentan vor allem ein – noch sehr vager – Reiseplan. Gestern erzählte ich dem Mann nämlich, dass einige unserer Freund*innen für ein paar Tage an den Strand fahren wollen. Das klang nach einer guten Idee, doch für nur ein, zwei Nächte weg ist es immer sehr umständlich, die Katzen ins Tierhotel zu bringen und dann kostet so ein Kurztrip immer relativ viel. Und so beschlossen wir, stattdessen zu sparen und dafür im Dezember, vielleicht über Weihnachten und Neujahr, endlich die langersehnte Reise nach Karimunjawa anzutreten. Das ist eine Inselgruppe nördlich von Jawa, die noch nicht komplett mit Hotels zugepflastert ist. Und weil dort das Meer flach ist, kann eins darin baden und schnorcheln und überhaupt eine gute Zeit haben. Weil im Dezember Regenzeit ist, die für hohen Wellengang sorgt, wird es hoffentlich auch über die Feiertage dort nicht allzu voll. Es kann nämlich sein, dass die Fähre deswegen im Hafen bleiben muss und die Urlauber*innen dann auf den Inseln festsitzen. Für uns wäre das kein Problem, weil des Mannes Arbeit flexibel ist und ich meine einfach mitnehmen kann.
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Ansonsten passierte gestern nicht viel. Es war wieder sehr heiß und drückend, mit jedem Tag werden die Wolken dunkler, dicker und regenverheißender. Ich bin gespannt, wann es endlich losgeht. Der erste Regen ist immer erfrischend und anstrengend zugleich, weil die Erschütterung der Tropfen den ganzen Dreck aus dem Dach rüttelt, der sich dort während der vergangenen Monate festgesetzt hat. Und dann kommen wieder die geflügelten Termiten hervor, die Manfred so gerne jagt.
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Nachdem ich meinen Auftrag endlich abschließen konnte, belohnte ich mich mit zwei Scheiben roti kukus, schaute ein bisschen Youtube und ging dann schlafen.

Montag, 14. Oktober 2019

Lange ausgeschlafen, dann Frühstück. Weil die Bananen fürs Oatmeal noch etwas unreif waren, briet der Mann sie in etwas Margarine an, das war sehr lecker. Dann musste ich mich wegen heftiger Krämpfe noch mal hinlegen, bis die Schmerztablette endlich Wirkung zeigte. Vielen Dank auch, lieber Uterus.
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Als ich endlich wieder gerade stehen konnte, packten wir unseren Krempel zusammen und fuhren in die Stadt. Erst zu einem Laden für Küchen- und anderen Haushaltskram. Wir brauchen nämlich einen neuen Herd, weil unserer vor fünfeinhalb Jahren schon rostig war und jetzt endgültig ausgedient hat. Der neue soll neben zwei Flammen auch einen eingebauten Grill haben. Dieses Feature hat nur ein Hersteller in seinem Produktsortiment und überhaupt ist das ein ziemlicher Spezialwunsch. Darum ist der Herd auch etwas teurer als seine Artgenossen und leider aufgrund seiner Seltenheit so gut wie nie Second-Hand zu bekommen. In diesem Laden nun wollten wir den Preis auschecken, weil dort angeblich alles viel günstiger ist. War’s zwar auch, aber nicht viel. Aber immerhin wird der Verkauf des alten Kühlschranks die Neuanschaffung finanzieren können.
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Anschließend fuhren wir zu einer nahe gelegenen Mall. In den letzten Tagen war es unglaublich heiß und drückend hier, das liegt wohl am Wechsel von der Trocken- zur Regenzeit. Weil wir zu Hause keine Klimaanlage haben (und ich auch keine will), tut ein Spaziergang in einer angenehm gekühlten Mall ab und an wirklich gut. Wir verbrachten einige Zeit in einem Laden namens Mr. D.I.Y., in dem es so ziemlich alles gibt, vom Haarreifen bis zur Autopolitur. Beinah hätte ich mir eine neue Gartenschere gekauft, dabei spare ich doch eigentlich auf ein Modell einer in Gärtnerndenkreisen bekannten Schweizer Marke. So verließen wir den Laden, ohne etwas zu kaufen. Im Obergeschoss der Mall entdeckten wir einen neuen Food Court mit toller Aussicht über die Stadt. Wir aßen Gado-Gado, eine Art Salat mit Erdnusssoße. Ganz lecker, aber auch wirklich teuer. Leider dauerte es keine halbe Stunde, bis ich mit schlimmem Bauchgluckern zur nächsten Toilette eilen musste. Ob es nun das Essen war oder menstruationsbedingt, wer weiß. Auf jedenfall wollte ich danach nur noch nach Hause. Und so traten wir den Rückweg an.
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Bei unserer Ankunft fuhr gerade die Jamu-Verkäuferin vor. Jamu ist die indonesische Naturheilkunde und wird meistens am Nachmittag oder Abend getrunken. Es wird in Läden und von fliegenden Händler*innen verkauft. Der Mann kaufte uns je eine Portion. Für mich gab es Jamu mit Kurkuma und Tamarinde (gut für den Bauch), der Mann trank ein sehr bitteres Gebräu.
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Den Abend verbrachten wir mit einem Film auf dem Sofa. Bevor ich ins Bett gehen konnte, musste ich noch Manfred müde spielen, der keine Ruhe geben wollte.

Sonntag, 13. Oktober 2019

Der Morgen begann etwas hastig, denn ein vormittäglicher Freund*innenbesuch stand an. Wir verließen bald nach dem Aufstehen das Haus, holten noch einen gestern vorbestellten Kuchen ab (als Mitbringsel und Dankeschön – besagte Freund*innen haben uns letzte Woche ihren alten Kühlschrank geschenkt) und speisten Soto Lenthok. Das ist eine Suppe, in der neben den üblichen Zutaten – Reis, Nudeln, Sprossen, Tofu, Tempe usw. auch frittierte Kassava-Klopse schwimmen.
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Nach einem ausgiebigen Vormittag im Haus der Freund*innen fuhren wir weiter zum Supermarkt. Ja, der hat auch sonntags offen und ist außerdem der einzige Laden in unserer Nähe, der gute Haferflocken verkauft. Nicht den Instantkram, der eher Pulver als Flocken ähnelt. Außerdem wanderten Kaffee und diverse andere Notwendigkeiten in den Einkaufskorb und anschließend in meinen Rucksack. Unser Stammsupermarkt hat gerade eine Aktion laufen, bei der eins pro dort ausgegebenen 30.000 IDR einen Gewinncoupon bekommt. Hauptgewinn ist ein Haus und die Verlosung schon in ein paar Wochen. Ich muss also mal dringend die ganzen Coupons ausfüllen, die sich hier seit Monaten sammeln.
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Den Nachmittag zu Hause verbracht. Es war heiß und mein PMS bescherte mir eklige Wassereinlagerungen. Ich legte also die Füße hoch und las. Eigentlich habe ich mir letzte Woche Becoming von Michelle Obama geschenkt (und auch schon zu einem Drittel durch), aber ein Bibliotheks-Ebook musste dringend ausgelesen werden.
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Am Abend entdeckte ich dann, dass sich die furchtbar sauren belimbing sayur hervorragend zur Aromatisierung von Wasser eignen. Das ist gut, so kann ich sie noch verwenden, es hätte mir sehr leid getan, die (geschenkten) Früchte wegschmeißen zu müssen. Zum Tagesausklang warfen wir den Projektor an und sahen endlich die letzten beiden Folgen der zweiten Westworld-Staffel. Weil ich zum Schluss immer wieder einnickte, werde ich wohl das Ende im Internet nachlesen müssen.

12 von 12 im Oktober 2019

Seit Jahren verfolge ich mehr oder weniger regelmäßig das Fotoprojekt 12 von 12. Jeweils am zwölften eines Monats werden zwölf Fotos gepostet, die an diesem Tag entstanden. Und endlich habe ich mal dran gedacht, meinen Tagesverlauf zu dokumentieren – hier ist das Ergebnis. Alle Spielregeln und viele viele andere Fotos findet eins bei Caro von Draußen nur Kännchen.

Eins| Das beste Bild des Tages gleich zuerst: Manfred, nach Dosenfutter gierend. Seine Lieblingssorte, Thunfisch und Huhn. Da überschlägt sich sein kleines Stimmchen jedes Mal vor Begeisterung und manchmal hängt er mir auch am Bein, weil er es gar nicht abwarten kann, bis die Schüssel endlich vor ihm steht.

Zwei| Während der Kater speist und der Mann Eier fürs Frühstück brät, bringe ich die Ergebnisse der Katzenkloreinigungsaktion raus. Jeden Morgen eine gute Gelegenheit, meine Blümelein zu begrüßen. Hallo Tomaten, die ihr komisch aus dem Mangotopf hängt und einfach nicht reif werden wollt!

Drei| Nach dem Frühstück setze ich mich an den Rechner, aber meine Konzentration will sich nicht einstellen. Obwohl meine Arbeitsplatzoptimierung sich so toll und motivierend anfühlt, bringe ich kaum einen Satz zustande. Kein Wunder, es sind ja auch fast 34 Grad im Haus.

Vier| Bei der Hitze muss eins trinken, trinken, nochmals trinken. Immer nur Wasser ist langweilig, der Limonensirup sorgt für Abwechslung.

Fünf| Auf der Terrasse schläft die scheue getigerte Katze der Nachbarn.

Sechs| Auch Nina hält ein Nickerchen.

Sieben| Manfred ruht ebenfalls. Ja, das ist ein Reifen, der gehört zu dem in unserem Küchenflur parkenden Motorbike, das wir für einen gerade außer Lande weilenden Freund aufbewahren.

Acht| Der Mann kommt heim und bringt neben Essen auch belimbing sayur mit. Das sind die Früchte des Gurkenbaums. Und die sind sauer. Sehr sauer. Möglich, dass ich noch nie etwas Saureres probiert habe. Man dippt sie hier in etwas Salz, das hilft ein bisschen. Ich habe eine halbe geschafft. Aber sauer macht lustig und in diesem Fall auch wacher als Kaffee.

Neun| Manfred hat den Terrassenschläfer entdeckt und muss jetzt erstmal böse Blicke aus dem Fenster werfen. Als wir uns zum Essen hinsetzen kommt auch noch ein weiterer Nachbarschaftskater vorbei, der hier jeden Nachmittag seine Runde dreht und mir ein kleines Facebookdrama beschert hat. Diese Geschichte erzähle ich ein andermal.

Zehn| Nach dem Essen gehe ich Blumen gießen. Hier sehen wir mehrere Pomelos, eine Orange und zwei Sirsak in friedlicher Blumenkastengemeinschaft.

Elf| Die meine vielen Physalisse machen fleißig Früchte, nur reif werden die irgendwie nicht. Meistens werden die Lampione gelb und fallen ab, aber die Beere drinnen ist noch grün. Ob die Hitze schuld ist? Hier ein unreifes Exemplar.

Zwölf| Letztens habe ich alle möglichen Erdreste in den Topf der Srikaya gekippt, weil deren Substrat in sich zusammengesackt war. Irgendwo schlief da wohl ein Samen vom Kapokbaum und das ist das Ergebnis. Wunderschöne Bäume sind das übrigens, die werden bis sechzig Meter hoch und leben mehrere hundert Jahre, sagt das Internet.

Ja, das war also mein zwölfter Oktober. Jetzt ist es schon spät und glücklicherweise nicht mehr so heiß. Ich mache jetzt Feierabend und freue mich aufs Wochenende, das beginnt nämlich für mich erst heute und dauert bis Montag.