20. bis 22. März – Geschehnisse des Wochenendes

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Am Freitag wurde mir alles zu viel. Vielleicht war es gar nicht so klug, Nachrichten aus zwei Ländern zu verfolgen, die sich stündlich ändern, dazu wahlweise panische oder viel zu entspannte Posts in den sozialen Medien, überall Corona, alles katastrophal und viel zu nah. Das alles machte meine Konzentration kaputt und schubste mich auf eine olle negative Spirale, aus der ich mich erst am nächsten Tag wieder freistrampeln konnte. Jedenfalls kriegte ich Freitag nichts auf die Reihe, machte dann irgendwann den Rechner aus und strickte. Immer eine gute Lösung. Außerdem beobachtete ich die am Morgen inokulierte Brause, aber es dauert mindestens zwölf Stunden, bis die Flasche beim Öffnen leise zischt. Ich bin eben eine ungeduldige Fermentiererin.

Samstag erwachte ich von einem kuschligen Manfred auf meinem Kopfkissen, das hatte er schon eine Weile nicht mehr gemacht. Nach dem Frühstück fuhren wir erst des Mannes Monatsration Medikamente abholen. Ich wartete mit Sicherheitsabstand zu allen Leuten draußen vor der Praxis, aber der Temperaturmessmann rückte mir auf die Pelle, um ein Schwätzchen zu halten. Gerade der sollte es doch besser wissen. Anschließend kauften wir einen Rucksack voll Dosenfutter für den Mäkelmanfred, der soll uns in Quarantänezeiten nicht vom Fleische fallen. Und in der Apotheke besorgten wir Vitamintabletten (die haben wir eh immer da, auch wenn grad keine Pandemie herrscht). Viel zu spät fiel mir ein, dass wir kein vernünftiges Fieberthermometer haben. Meins geht nur bis 38,,4 °C und das Infrarotthermometer ist zwar fürs Kochen toll, aber für die Körpertemperatur viel zu ungenau. Leider sind die Dinger auch hier inzwischen überall ausverkauft. Naja, ich denke, wir werden es schon merken, wenn wir Fieber kriegen. Nach dem Einkaufsbummel fuhren wir durch erstaunlich leere Straßen nach Hause. Die fehlenden Tourist*innen, deren Busse sonst alles verstopfen, sei Dank. Daheim düngte ich endlich mal wieder meine Pflanzen, die Guave sah schon ganz gelb aus. Später speisten wir Pilz-Kartoffel-Pfanne und improvisiertes Babaganoush, dazu gab es endlich die Orangenlimo. Abends guckten wir noch einen Film, schön mit Nina auf dem Sofa.

Am Sonntag war nicht viel los. Wir schliefen lange, frühstückten ausgiebig und saßen noch lange kaffeetrinkend zusammen. Dann ging der Mann am Motorrad basteln und ich mit Hörbuch (The Left Hand of Darkness – großartig!) erst das Waschbecken putzen und dann – wir ahnen es – noch mehr Brause machen. Die jeruk mussten weg, also habe ich diesmal gleich zwei Liter gemacht, das sollte etwas länger reichen. Und auch die Nachrichtensperre klappte hervorragend. Ich schaute mir vor allem lustige Katzenvideos an und scrollte höchstens ein bisschen durch 9GAG. Abends gab es roten Reis mit Tofu-Ei-Omelett und Tomatensoße, danach kaufte der tolle Mann mir Schokolade, auf die ich plötzlich Heißhunger hatte, während ich abwusch. Und dann guckten wir snackend und in meinem Fall strickend das Finale der vierten Staffel Lost.

19. März 2020 – Regen, Schreibtisch mit Kater und mehr Brause

Mit kurzer Temperaturmessunterbrechung morgens um 6 schlief ich durch bis 9. Wir gehen momentan recht spät zu Bett, weil es tagsüber sehr heiß ist und sich im Haus erst nach Mitternacht schlaffreundliche Temperaturen einstellen.

Ich stand auf, sah mich sofort von hungrigen Katzen umzingelt und füllte Trockenfutter in Näpfe, bevor ich ins Bad ging. Kurze Zeit später brachte ich den Inhalt der Katzenklos zum Müll, prüfte auf dem Rückweg die erstaunlich rote Srikayafrucht – und wurde überrascht, denn sie war schon ganz weich. Damit hatte ich noch nicht gerechnet, also pflückte ich sie sofort. Zum Frühstück gabs Porridge mit niedlichen Minibananen und einem Löffel grünem Superfood-Pulver. Ich würde sowas nicht kaufen, aber wir haben vor kurzem von einem Freund einen großen Beutel voller Lebensmittel bekommen, weil er aus Coronagründen in sein Heimatland zurückflog.

Draußen wurde es zunehmend dunkler und Donner grummelte, aber der Regen ließ bis zum frühen Abend auf sich warten. Bis dahin hatte ich schon ein bisschen was weggearbeitet und der Mann kaufte Gudeg zum Abendbrot. Das ist sonst eher nicht so mein Favorit, manchmal ist die Konsistenz etwas merkwürdig oder es sind die harten Schalen der Jackfrucht-Kerne drin. Diesmal war es aber ziemlich lecker.

Ich setzte mich dann noch mal an den Rechner, Manfred, der sich vor Gewitter fürchtet, schlief selig und mit offenem Mund neben mir. Gegen acht machte ich Feierabend und den Abwasch, danach setzte ich eine neue Fuhre Brause an. Dabei hörte ich den NDR Corona-Podcast, der ist sehr interessant und sachlich. Kann ich nur empfehlen! Zuerst kochte ich die Schalen einer Limone und zweier Süßorangen (jeruk manis) in einem Liter Wasser auf, dann gab ich den ausgepressten Saft der Früchte und acht Esslöffel Zucker dazu. Jetzt beim Schreiben fällt mir auf, dass ich die Prise Salz vergessen habe. Na, wird schon okay sein. Gleichzeitig holte ich den Ginger Bug aus dem Kühlschrank, damit er Zeit zum Aufwachen hatte. Leider war das Orangengebräu bis Mitternacht noch zu warm (es muss so kühl wie möglich sein, um die Mikroorganismen nicht abzutöten), also verschob ich den Fermentationsstart auf morgen und ging lieber ins Bett.

18. März 2020 – Ingwerlimo

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Aufgestanden, Katzen gefüttert, Zähne geputzt, Brause kontrolliert. Die Flasche steht ordentlich unter Druck, zischend entweicht das Kohlendioxid, das die fleißigen Mikroorganismen produziert haben. Ich stelle sie in den Kühlschrank, um die Fermentation zu bremsen, denn die Limo prickelt inzwischen gut. Der Mann kauft Eier und Bananen und berichtet vom Abstandhalten im kleinen Bananenshop. Manche Leute verstehens, andere weniger. Wir machen Frühstück, essen es, reden über die Situation. Wie unwirklich alles ist.

Momentan versuche ich, meiner mentalen Gesundheit zuliebe etwas weniger in den sozialen Medien unterwegs zu sein und nur noch abends Nachrichten zu lesen. Das klappt nur so semigut. Momentan bekomme ich beinah täglich einen Newsletter vom Auswärtigen Amt, der über die aktuelle Lage in Indonesien informiert. Den lese ich jedes Mal sofort.

Dann arbeiten. So viel wie möglich, denn wer weiß, wie lange ich noch Aufträge kriege. Das funktioniert gut heute, ich bin trotz minimalem Krankheitsgefühl konzentriert und werde nur abgelenkt, als Nina mit der Eleganz eines Trampeltiers auf meinem Schreibtisch herumläuft, mich bekuschelt und versucht, ihre Krallen auf der Tastatur zu wetzen. Ungewohnt ist vor allem, dass der Mann jetzt dauernd zu Hause ist. Aber dafür kocht er. Heute gibt es Omelett mit Tofu und dazu roten Reis und eine weitere Folge Lost. Ich trinke kalte Ingwerlimo, die ist toll und scharf und tut dem kratzenden Hals gut.

Die Abendgestaltung besteht aus Schlüpferwäsche, Blumengießen (Radieschen und Ringelblumen keimen!) Abwaschen und dann Kekse essend Nachrichten gucken. Damit wären die Kekse aus unserer Notration bereits alle. Vom Nachschub werde ich eine Packung extra gut verstecken, für Zeiten mit schlechter Stimmung.

Später mit Hörbuch ins Bett. Irgendwie fühlt sich „The Handmaid’s Tale“ angesichts der aktuellen Lage erschreckend real an. Hoffen wir das Beste.

Was seither geschah – ein kleines Update

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Wie sehr sich die Welt seit meinem letzten Blogeintrag verändert hat. Die Nachrichten fühlen sich nach wie vor sehr surreal an. Vor allem, weil zumindest in meiner näheren Umgebung beinah alles wie immer ist. Also, wie ist es so in Indonesien in Zeiten des Corona-Virus?

Indonesien galt echt lange offiziell als virusfrei, während nahezu alle umliegenden Ländern Infektionen meldeten. Bei so einem großen Land war das sehr verwunderlich, sorgte aber auch dafür, dass wir gelassen blieben. Ich meldete mich trotzdem vorsorglich bei der Krisenliste des Auswärtigen Amts an, die den schönen Namen ELEFAND trägt. Inzwischen sind in Indonesien rund 170 Menschen infiziert, hier in der Stadt gibt es bisher einen Fall. Möglicherweise ist die Dunkelziffer höher, wer weiß das schon. Bisher gibt es kaum Einschränkungen. In einigen Gegenden schließen Schulen und Touristenattraktionen, seit gestern wurde die Einreise für bestimmte Personengruppen beschränkt (z. B. können Deutsche nur noch einreisen, wenn sie sich im Voraus ein Visum in einer indonesischen Botschaft besorgt haben – und das gibts nur noch für Leute, die einen guten Grund dafür haben) und es gilt die Empfehlung des Social Distancing. Zumindest in der Nachbarschaft ist aber alles wie gehabt. Ob das so gut ist?

Mein Alltag hat sich bisher kaum geändert, ich war ja schon immer recht viel zu Hause. Allerdings ist der Mann jetzt auch immer da, keine Besuche beim Bengkel oder in Vapeshops mehr. Wir haben uns seit dem Wochenende so weit wie möglich eingeigelt. Im Küchenschrank lagern Instantnudeln, Reis, Spaghetti und Kekse, außerdem haben wir eine Großpackung Katzenfutter gekauft. Klopapier brauchen wir keins, hier wird sich der Popo mit Wasser gewaschen und das ist eh viel toller. Wir kaufen auch noch Essen von außerhalb, aber nur noch, wenn es frisch gekocht wurde.

Seit ein paar Tagen habe ich schon ganz leichte Halsschmerzen und bin heute morgen mit einem wirklich klitzekleinen Erkältungsgefühl und gelegentlichem Husten aufgewacht. Genau das ist es wahrscheinlich auch, aber trotzdem bin ich ein bisschen besorgt und werde nun noch stärker auf die üblichen Hygieneempfehlungen achten. Besuche bei der Schwiegermutter sind ohnehin gestrichen, aber der Mann gehört ebenfalls zur Risikogruppe, da müssen wir aufpassen.

Die ganze Corona-Geschichte beschäftigt mich sehr, euch geht das ja sicher ebenso. Anfangs tendierte ich noch sehr zur „ist doch nicht so schlimm“-Fraktion, inzwischen ist mir bewusst, dass die Lage deutlich ernster ist. Passt bitte gut auf euch und aufeinander auf, bleibt so weit wie möglich zu Hause und bleibt gesund!


Themenwechsel: Vor zwei Wochen habe ich zum ersten Mal vom sogenannten Ginger Bug erfahren. Das ist fermentierter Ingwer, mit dessen Hilfe eins natürliche Brause machen kann. Ich habe es ausprobiert, weil mir Getränke mit Kohlensäure ein bisschen fehlen. Hier gibts sowas nur in Form von süßer Cola. Dazu habe ich zunächst einen Starter angesetzt und

  • ca. 500 ml Wasser,
  • zwei EL geraspelten Ingwer (ungepellt!) und
  • zwei EL Zucker

in einen großen Plastebecher gefüllt. Den habe ich mit Küchenpapier und Gummiband lose verschlossen und an einen warmen Ort gestellt. Das war in meinem Fall einfach die Küche. Dann habe ich meinen Ginger Bug jeden Abend mit jeweils einem Esslöffel voll gehacktem Ingwer und Zucker gefüttert und die Mischung mehrmals täglich mit einem Plastelöffel umgerührt. Nach drei Tagen zeigten sich die ersten Luftblasen und nach fünf Tagen roch der Starter nach Bier. Fertig war der Ginger Bug und damit habe ich dann Zitronenlimo gemacht. Dazu habe ich die Schale von einer Zitrone und zwei Limetten in einem Liter Wasser köcheln lassen und danach Zucker, Zitronen-/Limettensaft und eine Prise Salz untergerührt. Als das Ganze abgekühlt war, kam noch ein Schnapsglas voll Ginger Bug dazu und dann habe ich die werdende Limo in zwei saubere Plasteflaschen gefüllt. Schon bald bildete sich Kohlensäure, die muss eins regelmäßig entweichen lassen. Nach knapp 24 Stunden war meine Brause sprudelig genug und ich stellte sie in den Kühlschrank, um die Fermentation zu verlangsamen. Das Resultat war eine echt leckere und gar nicht süße Limo.

Der Ginger Bug wohnt jetzt in meinem Kühlschrank, ich füttere ihn nur noch einmal die Woche und zwacke ab und zu ein bisschen was ab. Heute ist eine Flasche Ingwerlimonade fertig geworden, aber ich habe noch weitere Ideen, etwa Eistee mit Sprutz oder lila Brause mit den Blüten meiner Clitoria.

05. März 2020 – #wmdedgt und ein Dachschaden

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Pünktlich zur #wmdedgt-Aktion von Frau Brüllen melde ich mich aus der Versenkung zurück, in die mich Faulheit und zu viel Computerzeit katapultiert hatten. Worum es dabei geht und wie andere Leute ihren Fünften so verbracht haben, steht alles hier.

Los gehts.

Der Tag begann um Mitternacht mit Krach aus der Küche. Manfred war von Ninas Käfig aus auf den nächsten Schrank gesprungen und hatte dabei die Dose mit dem Trockenfutter runtergeschmissen. Von der war der Deckel abgesprungen und überall lag Futter herum. Manfred wirkte sehr zufrieden, aber ich hatte mich doch eben erst hingelegt …

Der restliche Teil der Nacht war äußerst erholsam. Es regnete durch und war darum angenehm kühl. Ich brauchte sogar eine Decke zum Schlafen, das feiere ich immer sehr, weil mir das gemütliche Einkuscheln manchmal fehlt. Gegen sieben saß dann Herr Manfred wieder neben mir, trampelte auf mir herum, schubste mich und piepste mitleiderregend. Irgendwann schaffte er es dann, mich zum Aufstehen zu bewegen, aber sein Futternapf war noch voll. Katzen ey.

Wegen Loch im Küchendach frühstückten wir auswärts in der Nähe unseres früheren Hauses. Dort gibt es ein Warung, das morgens immer ein riesiges Buffet auftafelt. Für mich gab es Reis mit Nudeln, Cap Cay, dann noch einem gelben Gemüsegericht und einem gekochten Ei. Und zum Nachtisch eine frittierte Banane. Wir blieben etwas länger als sonst, weil wir einen Freund trafen, der auch zum Essen kam und der gerne und viel erzählt. Wieder zu Hause machte ich Kaffee und der Mann lotste den Dachdecker zu uns, der den verrutschten Dachziegel wieder gerade rücken sollte. Das klappte zum Glück ganz schnell und jetzt ist unsere Küche wieder trocken.

Ich setzte mich an den Rechner, wo ich nacheinander von beiden Katzen besucht wurde. Manfred schlief irgendwann neben mir und benutzte meine Maus als Kissen, weswegen ich aufs Touchpad ausweichen musste. Trotzdem kam ich gut voran und hatte bis zum Abendessen alles erledigt, was ich mir vorgenommen hatte. Wir guckten dann noch zwei Folgen Lost. Danach wollte ich mich eigentlich bettfertig machen, als mal wieder eine dieser Riesenmotten ins Haus geflattert kam. Das war jetzt sicher das vierte oder fünfte Mal. Der Mann stupste sie mit einem langen Stab aus dem Dach, ich fing sie in einer leeren Konservendose ein und ließ sie in sicherer Entfernung zu unserem Haus frei. So gut hatte das bisher noch nie geklappt, wahrscheinlich wirkte die Kälte (= 23 °C) verlangsamend auf das Flattertier. Jedenfalls konnte ich dann endlich in einem mottenfreien Haus und mit Herr-der-Ringe-Hörspiel schlafen gehen.

20. Februar 2020 – #tanggalcantik

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Gestern war das Datum hübsch, darum trendete #tanggalcantik (= hübsches Datum) auf Twitter. Andernfalls hätte ich es auch nicht bemerkt. Und das habe ich sonst so gemacht:

  • Frühmorgens aufgewacht, weil Nina die Snackiedose vom Tisch geschubst hatte und laut klappernd durchs Haus kickte. Katzenfutter verteilt und wieder hingelegt.
  • Aufgestanden, Bananen geschnippelt, gefrühstückt, Kaffee getrunken.
  • Computer eingeschaltet, lektoriert, prokrastiniert, über gutes Feedback gefreut, E-Mails geschrieben.
  • Nachrichten gelesen. Entsetzen. Wut. Deutschland hat ein Rassismusproblem und Rassismus tötet. Und hört auf „Fremdenfeindlichkeit“ zu sagen, es heißt „Rassismus“. Es war kein Einzeltäter, kein „geistig verwirrter“ Typ, der sich „abgehängt“ gefühlt hat oder irgendwas, sondern rechter Terror.
  • .
  • Passt aufeinander auf und ganz besonders auf eure Schwarzen und POC-Freund*innen. Entsetzt zu sein und anschließend unabhängig von den Geschehnissen einen ganz normalen Tag haben zu können, ist ein Privileg (das ist nicht mein Gedanke, sondern wurde von einer schlauen Person in den sozialen Medien gepostet, ich finde nur die Quelle nicht mehr).
  • Und übrigens: Genau das ist der Grund, warum ich nicht mehr in Deutschland leben will. Um meinen Mann und unsere zukünftigen Kinder zu schützen. Wie unglaublich gut es uns geht, dass wir diese Wahl treffen können.
  • Mich abgeschirmt und nochmal gearbeitet.
  • Abendbrot gegessen (roter Reis, Gemüse, Pastel)
  • Nach Stromausfall durch krassen Regen im Dunkeln gesessen.
  • Abgewaschen, Wäsche aufgehängt.
  • Nina geflauscht, Manfred geflauscht, Snackies für alle und dann ab ins Bett.

The Good Place | Die allerbeste Serie ever heißt The Good Place und ist großartig. Wir gucken sie grad erneut, um für die nächste und letzte Staffel gerüstet zu sein. Es geht um Ethik, aber das macht nichts. Am liebsten mag ich Janet, eine personifizierte Datenbank, die alles über das Universum weiß und außerdem ein nicht binärer Charakter mit weiblichem Passing und sie-Pronomen ist. Was Janet so macht, wenn niemand ihre Dienste braucht, zeigt das folgende Video:

19. Februar 2020 – Zahnbedingte Odyssee

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Nachdem wir gestern Abend Besuch hatten und erst gegen zwei ins Bett kamen, kostete das Aufstehen um acht Uhr ziemliche Überwindung. Doch es war nötig, weil wir in die Poliklinik eines nahen Krankenhauses fahren wollten, um die ganze Zahngeschichte mal voranzubringen. Pünktlich um neun saßen wir auf dem Motorrad und fuhren los. Im Krankenhaus angekommen, erwartete uns erst einmal Bürokratie. Ich zog eine Nummer für die Anmeldung und wartete beinah eine Stunde. Als ich drankam, war die Zahnchirurgin schon ausgebucht. Mist.

Wir fuhren wieder nach Hause und riefen in einem anderen Krankenhaus an, das eine eigene Zahnklinik hat. Bei der ist die Sprechstunde ab 18 Uhr, also perfekt für unseren Tagesrhythmus. Daheim setzte ich mich fröhlich korrigierend an den Rechner, neben mir schlummerte der Kater.

Nach dem Essen (Gudeg, heute mal ohne harte Kerngehäuse!) fuhren wir unter einem dramatisch bewölkten Himmel wieder los, diesmal gen Norden. Die Zahnklinik gehört zu einer Universität hier und versprühte einen gewissen Baustellencharme, weil – nun ja – an einem großen Anbau gewerkelt wurde. Drinnen war aber alles schick. Bei der Anmeldung musste ich jede Menge Daten angeben, die mir sehr überflüssig vorkamen. Oder was haben meine Religion, mein Familienstand, mein Bildungsabschluss und mein jetziger Beruf mit meinen Zähnen zu tun? Außerdem wurde mein Blutdruck gemessen, der zu Hause immer um die 100 rumdümpelte, hier aber mit 130 zu 80 als zu hoch bewertet wurde. Danke dir, gute alte Wartezimmernervosität.

Irgendwann wurde ich aufgerufen, schilderte dem Zahnarzt mein Problem und wurde sofort weiter zum Röntgen geschickt. Dabei stellte sich heraus, dass meine Weisheitszähne nicht genug Platz im Kiefer haben und deshalb immer wieder rumzicken und raus müssen. Möp. Aber nicht heute!

Wir bezahlten 100.000 IDR (um die 7 Euro), warteten eine halbe Stunde lang einen heftigen Regenguss ab und fuhren dann nach Hause. Dort gab es Snackie und zwei Folgen Lost, bis es Zeit war, Schlafen zu gehen.

Zwischenstand

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Und wieder einmal vergaß ich über dem täglichen Leben das tägliche Bloggen. Macht nichts, so ist das halt manchmal, wenn eine Deadline ansteht. Bevor ich mich an meine nächste Aufgabe mache, berichte ich schnell, was in der letzten Woche so los war.

Zuerst: Mein Zahn ist wieder okay. Morgen fahren wir dann zum Röntgen, um der Ursache auf den Grund zu gehen. Inzwischen werden auch meine Vorderzähne schiefer und ich habe häufig Kopfschmerzen, es wird also Zeit. Nur fühlt es sich irgendwie komisch an, ohne akute Beschwerden zum Arzt zu gehen. Außerdem hatte ich entweder vom Antibiotikum oder der antiseptischen Mundspülung eine (zum Glück harmlose) Nebenwirkung mit dem gruseligen Namen Schwarze Haarzunge. Erst dachten wir, die zuvor verspeiste Schokolade hätte meine Zunge verfärbt, allerdings war die morgens auch noch braun gestreift. Mit einer in Natron getunkten Zahnbürste konnte ich das Schlimmste entfernen und hoffe jetzt, dass sich das Problem von selbst bessert.

An den meisten Tagen war Business as usual. Ich verbrachte den Tag am Laptop, goß abends die Blumen (trockenste Regenzeit ever), manchmal fuhren wir nach dem Abendbrot noch weg oder aßen auswärts. Einmal in einer chinesischen Garküche, bei der es zwar sehr lecker war, wir aber hinterher von Kopf bis Fuß nach Frittieröl rochen.

Eines Nachts wachte ich auf, um aufs Klo zu gehen. Auf dem Weg ins Bad bemerkte ich, dass die Katzen sich komisch verhielten und in der Küche roch es stark nach Essig. Mein schläfriges Gehirn brauchte ein, zwei Minuten, um den richtigen Schluss zu ziehen: Die Katzen mussten auf einen Geißelskorpion gestoßen sein. Diese Tiere versprühen nämlich eine Abwehrflüssigkeit, die zu großem Teil aus Essigsäure besteht. Nina hockte unglücklich herum und tatsächlich rochen ihre Pfoten und ihr Gesicht stark nach Essig. Das ist zwar unangenehm, aber glücklicherweise nicht giftig und sie schien nichts direkt in die Augen bekommen zu haben. Sie konnte schon wieder ordentlich zappeln, als ich sie mit einem Lappen wusch und abtrocknete. Ich suchte dann noch das ganze Haus mit der Taschenlampe ab, doch der Übeltäter war nirgends zu entdecken.

Und am Sonntag fuhren wir endlich mal wieder an den Strand, um dort im Cafe de Paris (Paris ist ein Akronym für Parangtritis) bei frischer Kokosnuss, gebratenem Tempe und Eierkuchen mit Schokosoße ein paar faule Stunden zu verbringen. Allerdings war es mal wieder krass, wie viel Müll überall herumlag. Nächstes Mal werde ich eine Tüte mitnehmen und so viel einsammeln, wie ich kann. Der Mann meinte zwar, das sei unhöflich, aber ist es nicht viel unhöflicher, den Planeten für zukünftige Generationen unbewohnbar zu machen?

08. Februar 2020 – Ungeplante Entschleunigung

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Ein letztes Mal musste ich früh aufstehen. Dieses Mal legte ich mich zwar hin, konnte aber nicht wieder einschlafen. Dafür gesellte sich Nina zu mir und begann, das Kabel meiner Kopfhörer zu jagen. Um sie abzulenken, zeigte ich ihr ein extra für Katzen aufgenommenes Video bei Youtube, das aus acht Stunden herumhüpfenden Vögeln besteht. Und es wirkte Wunder: Nina begann zu schnurren, rollte sich auf meinem Arm ein und guckte dem Video zu, bis ihr die Augen zufielen. So ruhten wir noch eine Weile.

Gegen neun gab es Frühstück. Danach setzte ich mich erneut an den Rechner, um eine letzte Aufgabe zu erledigen, für die ich gestern zu müde gewesen war. Leider musste ich deswegen den Samstagstreff absagen. Zum frühen Nachmittag war dann plötzlich mein Internetpaket alle. Ich hatte vor zwei Tagen schon die Warnungs-SMS erhalten, aber leider vergessen, neues Guthaben aufzuladen. Jetzt war es leer, meine Korrektur noch nicht fertig und draußen regnete es heftig, an einen Spaziergang zum Handyladen war nicht zu denken. Der Mann war unterwegs, konnte mir von dort aus aber auch kein Pulsa kaufen. So arbeitete ich offline weiter, bis ich nicht mehr weiter kam und gönnte mir dann eine Pause. Als der Regen etwas nachließ, nutzte ich die Gelegenheit und putzte unsere Terrasse. Dort ist es nachmittags sonst immer brütend heiß, aber durch Regen und Wolken war es angenehm. Ich räumte also Blumentöpfe und die Sitzbank hin und her, wässerte den Boden mit der Gießkanne, schrubbte den Dreck weg und benutzte dann so einen Abzieher, um das schmutzige Wasser loszuwerden. Das war dringend nötig, weil eigentlich keine meiner Töpfe Untersetzer haben und sich darunter allmählich eklige Flecken gebildet hatten. Zum Glück gingen die mit Essig und Muskelkraft gut ab. Und mein neues Deo bestand den Härtetest mit Bravour.

Dann kam der Mann nach Hause und es gab Abendbrot: Magelangan und Capcay. Leider war in meiner Portion Hühnchen drin, was ich erst bemerkte, als es zu spät war. Dazu guckten wir Little Women (großartiger Film!) und ich nahm mir vor, endlich mal das zugrunde liegende Buch anzufangen, denn das schwirrt schon einige Zeit auf meinem E-Reader herum.

Mit vollem Bauch brachen wir auf, denn es regnete nicht mehr und wir wollten einen Klamottenladen auskundschaften, weil ich neue T-Shirts brauchte. An dem fahren wir schon seit Jahren vorbei, waren aber noch nie drinnen. Eigentlich sind es mehrere Läden, die irgendwie zu einem großen Komplex zusammengewachsen sind. Besonders im Fastenmonat ist es dort gerammelt voll und die halbe Straße wird zum Parkplatz umfunktioniert. Heute war es trotz Monatsanfang und Samstagabend nicht allzu voll, allerdings waren wir erst eine Stunde vor Ladenschluss dort und konnten nicht alles anschauen. Leider sind hier die Klamotten meistens aus Kunstfaser und für die Frauen natürlich lang. Ich fand immerhin ein Top zum Sportmachen und für Zuhause, ein hübsches blaues T-Shirt und ein weißes mit etwas albernem Aufdruck. Alles übrigens in Größe XXL. Außerdem probierte ich in einer winzigen Umkleidekabine zwei nicht zu mädchenhafte Blusen an, die aber leider nicht so recht passten. Sowas muss ich mir wahrscheinlich nähen lassen. Oder ich gucke beim nächsten Mal bei den Männersachen.

Wieder Zuhause lüfteten wir das Haus durch, um die nach dem Regen wunderbar frische Luft hereinzulassen und aßen Erdnusskekse. Als ich später ins Bett ging, spielte ich erneut das Vogelvideo auf meinem Telefon ab, um Nina anzulocken. Es funktionierte hervorragend. Sie kuschelte sich an meinen Bauch und schlief dort ein.

07. Februar 2020 – Einkaufen

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Wie immer stand ich um sieben auf, um mein Antibiotikum zu nehmen (der Zahn fühlt sich beinah wieder normal an, juhu!) und wie immer beging ich den Fehler, mich anschließend noch einmal hinzulegen. Zwei Stunden später erwachte ich mit einer Katze neben mir auf dem Kissen (Nina) und einer zweiten auf meinem Bauch (Manfred). Wir standen auf und machten uns fertig zum Aufbruch. Denn weil sämtliches Frühstückszubehör aufgebraucht war, wollten wir auswärts speisen und dann zum Supermarkt fahren. Also saßen wir schon bald gemütlich vor Nasi kuning und Kaffee.

Weil Freitag ist, so dachten wir, ist es im Supermarkt sicher leer. Das war es aber nicht, denn wir hatten die dort üblichen freitäglichen Sonderangebote vergessen. Darum war es gerammelt voll. Wir kauften mehrere Kilo Haferflocken, außerdem Taschentücher, Kokosöl und eine Schraubdose, in der ich Manfreds angebrochene Katzenfutterdosen im Kühlschrank aufbewahren werde.

Wieder Zuhause packte ich die Einkäufe aus und rührte dann aus Kokosöl, Backsoda und Stärke mein erstes selbstgemachtes Deo an. Das Rezept hat mir eine Freundin gegeben. Eigentlich gehört noch etwas ätherisches Öl hinein, aber das hab ich aus Verträglichkeitsgründen weggelassen und ich hatte eh keins da. Durch das Kokosöl riecht es eh toll und es ist erstaunlich cremig geworden. Es lässt sich gut auftragen und ich freue mich, wieder etwas Plastik weniger zu verbrauchen.

Nach Kokos duftend setzte ich mich dann mit einem frischen Kaffee an den Rechner. Neben mir schlief selig Manfred. Ich schaffte bis zum Abendbrot gut was weg. Nach dem Essen (roter Reis, Tempe, Frühlingsrollen und Ei) verschickte ich noch eine Rechnung und dann war Feierabend.