28. April 2020 – Update zur C-Wort-Lage

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Von Manfred wach getrampelt worden, da wars noch nicht mal um sechs. Aufgestanden und in die Küche gewankt, nur um eine noch beinah volle Katzenfutterschüssel vorzufinden. War dem Herrn wohl nicht mehr knusprig genug. Eigentlich war ich ziemlich wach, legte mich aber trotzdem nochmal hin, ignorierte den Wecker um acht und stand um neun auf. Der Mann fuhr Eier und Bananen kaufen (die roten Bananen sind weiterhin steinhart, wir witzelten, dass es sich um reine Dekobananen handelt) und kam außerdem mit einer Tüte voll Snackies wieder.

Ab hier alles wie immer: Frühstück, Computerzeit, Abendbrot kochen und essen (Mie goreng mit frittiertem Tempeh, Ei für mich, Fisch für den Mann und kalte BRAUSE!), nochmal ein, zwei Stündchen arbeiten, Abwasch, Ginger Bug füttern (blubbert jetzt schon wie ein Großer), dann zur Entspannung einen Haufen Masken zugeschnitten.

Außerdem habe ich heute zum ersten Mal eine E-Mail an einen Bundestagsabgeordneten geschickt, um die Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland anzuregen. Macht bitte auch mit und/oder spendet an die Seebrücke, das geht sogar per SMS. Die Lage ist ernst.

Weil hier eh kaum was Neues passiert, dachte ich mir, ich erzähle mal kurz, wie hier die Coronalage momentan ist.

Wollt ihr Zahlen? In Indonesien wurden momentan um die 9000 Leute positiv getestet, jeden Tag kommen recht stabil zwischen 200 und 400 neue Fälle dazu, der Großteil im Raum Jakarta. Allerdings sind so 200 000 Leute entweder in Quarantäne zu Hause oder im Krankenhaus, im letzteren Fall haben sie bereits Covid-19-Symptome. Hier in Jogja wurden insgesamt 93 Personen positiv getestet, hinzu kommen etwa 5000 Leute in Quarantäne (davon 700 im Krankenhaus). Die aktuellen Zahlen kann eins hier angucken.

Vor ein paar Tagen war die große Nachricht, dass sämtlicher Inlandstransport bis Ende Mai pausiert. Keine Flüge, keine Züge, keine Fähren und auch die Autobahnen sind zu. Denn Mudik, also die Tradition, am Ende des Ramadans seine Familie zu besuchen, fällt dieses Jahr aus. In einigen Städten herrscht bereits Ausgangssperre, die heißt aber nicht so, sondern versteckt sich hinter dem Akronym PSBB. Das steht für Pembatasan Sosial Berskala Besar, auf deutsch ungefähr: soziale Einschränkungen im großen Stil, vergleichbar mit den aktuellen Maßnahmen in Deutschland. Bei uns in Yogyakarta gilt PSBB noch nicht. Allerdings sind Schulen und Unis geschlossen, viele gehobene Restaurants liefern nur noch und die meisten Hotels sind wohl auch zu. In Supermärkten gilt schon lange eine Maskenpflicht (das bestimmt aber jeder Laden selbst) und überall stehen mehr oder weniger sinnvolle Handwascheinrichtungen herum. Die Einwanderungsbehörde hat schon lange zu. Meine Aufenthaltsgenehmigung gilt noch bis Ende Juni, danach kriege ich eine automatische Verlängerung, bis der Notfallstatus im Land wieder aufgehoben wird. Allerdings weiß ich noch nicht, wie viel Zeit ich dann habe, um die nächste Aufenthaltsgenehmigung zu beantragen. Darum werde ich auf jeden Fall sämtlichen Papierkram vorbereiten, damit wir sofort reagieren können. Aber wer weiß schon, wann das ist.

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