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Steffi

22. April 2020 – Motivation durch Kaffee und Nähen

Davon aufgewacht, wie Manfred auf mir herumlief und dann plötzlich davonhüpfte. Aufgestanden, Katzen gefüttert, Klo. Dann wollte ich eigentlich nochmal schlafen, aber mir war zu warm und ich hielt es im Bett einfach nicht aus. Also zog ich mich an und ging in die Küche, um die Brause anzusetzen. Also den gestrigen Sud durchzusieben, mit Starter zu inokulieren und in leere Sodaflaschen zu füllen. Das macht jedes Mal viel Spaß, ich hörte dabei meinen Lieblingspodcast und dachte sogar daran, den Ginger Bug gleich dem ersten Liter zuzugeben, nicht erst später, das gibt nur Probleme.

Weil ich grad so gut dabei war, machte ich Frühstück, während der Mann langsam erwachte. Wir aßen (leider ist die Himbeermarmelade alle) und guckten die letzte Folge Superstore.

Dann Busywork. Ich motivierte mich mit dem Gedanken daran, dass ich nähen darf, sobald ich alles geschafft habe, machte mir zum Nachmittag noch einen Eiskaffee und ratet mal, wer um fünf den Rechner zuklappte und die Nähmaschine aufstellte? Yes! (und entschuldigt den Näh-Spam, das ändert sich auch wieder) Ich nähte dreieinhalb Masken, von denen eine sogar den wirklich hohen Ansprüchen des Mannes zu genügen scheint. Dann maß ich noch unsere Kopfkissen aus und überlegte mir eine Schnitt für einen einfachen Bezug mit Hotelverschluss. Damit kann ich aber erst anfangen, wenn mein Bügeleisen da ist und ich weiß gerade nicht, ob der Mann das überhaupt schon bestellt hat.

Zum Abendbrot gabs Reste von gestern mit Indomie und Kartoffelecken, dazu eine tolle Folge Supergirl. Dann wurde es irgendwie immer heißer im Haus, trotz kurzem Regenschauer und ausdauerndem Lüften, und erst nach Mitternacht war die Temperatur einigermaßen okay, um ins Bett zu gehen.

21. April 2020 – Ein guter Tag

Beim Aufwachen fühlte ich mich irgendwie ungut. Ich habe eh schon seit Tagen latentes Halsweh (und trinke scharfen Ingwertee dagegen), heute kamen Kopf- und Gliederschmerzen dazu. Kein gutes Zeichen in Zeiten des C-Worts. Egal, erstmal aufstehen und Frühstück machen. Alles etwas hastig heute, weil der Mann einen Termin vergessen hatte.

Weil ich das Wochenende durchgearbeitet hatte, war heute frei. Nachdem der Mann weggefahren war, machte ich mich daran, meine To-do-Liste abzuarbeiten – und fühlte mich mit der Bewegung schlagartig besser. Außerdem entdeckte ich, dass besagtes Unwohlsein durch einen überraschenden Zyklusbeginn verursacht wurde, darum musste ich ungeplant früh meine Tässchen auskochen. Was ich außerdem tat:

  • alle Lappen waschen (ich sammele die in einem Eimer im Bad und wasche dann einmal die ganze Fuhre mit heißem Wasser),
  • Küche fegen und wischen,
  • Ginger Bug rausstellen,
  • saubere Wäsche auspacken,
  • Masken nähen.

Als ich alles bis auf den letzten Punkt erledigt hatte und eben die Nähmaschine aufstellen wollte, drängelte sich Nina dazwischen und forderte Kuschelzeit ein. Sie ist sehr anhänglich momentan und liebt es, auf meinen Tisch zu hopsen, in meinem Gesicht rumzuwuscheln und sich dann in meinen Armen einzurollen. Das ist jedes Mal sehr niedlich. Dabei entstand ein hübsches Selfie.

Dann siedelte ich Nina auf meinen Zweittisch um und konnte endlich die gestern zugeschnittenen Masken nähen. Anfangs brauchte ich ein bisschen, um die Fadenspannung einzustellen, dann verklemmte sich der Stoff und natürlich musste ich drölfzig mal den Faden neu einfädeln. Aber so ganz langsam stellt sich eine gewisse Routine ein, das ist ein schönes Gefühl. Und beim Nähen rennt mir der Stoff auch nicht mehr weg, weil sich meine Hand-Fuß-Koordination bessert. Jedenfalls macht die Arbeit mit der Nähmaschine wirklich großen Spaß, ich habe mich schon lange nicht mehr so sehr in eine Tätigkeit vertieft, dass ich die Zeit vergesse. Irgendwann kam der Mann nach Hause und wir besprachen die Abendessenoptionen. Er fuhr dann los, um Magelangen zu kaufen und ich wollte nur noch schnell eine Maske fertignähen, aber Nina hatte meinen Tisch in Beschlag genommen.

Dann Abendbrot, Magelangan mit ganz ausgezeichnetem Acar (das sind sauer eingelegte Gurken und Zwiebelchen).

Anschließend ging ich podcasthörend abwaschen und neue Brause vorbereiten: diesmal mit Jeruk jember (das ist eine Art Orange, aber kleiner, mit grüner Schale und seeeehr saftig), Palmzucker und ein bisschen Ingwer.

Zur Abendgestaltung guckten wir den letzten Star-Wars-Film auf dem Sofa. Der war leider ein bisschen langweilig, aber ganz nett anzuschauen.

17. bis 20. April 2020 – Nähkrams gekauft

Okay, schnell die letzten Tage rekapitulieren, dann darf ich an die Nähmaschine 🙂

Aaaaaalso.

Am Freitagabend bekam ich meine erste große Korrektur seit langem, Abgabe war Montagabend. Die nahm ich an und war fortan fürs ganze Wochenende beschäftigt. Aber hey, über 15 000 Wörter in unter 20 Stunden lektoriert, das ist mein persönlicher Rekord. Nur das Timing war ungünstig, denn Freitag war ich endlich im Nähladen gewesen, um Stoff, Nadeln, Kreide, eine Schere und so Krams zu kaufen. Das lag jetzt alles herum und wollte benutzt werden, aber ich kam einfach zu nichts anderem.

Überhaupt ist alles Erzählenswerte schon Freitag passiert. Tagsüber gab es nämlich ein unglaublich heftiges Gewitter mit Donner, der das Haus erschütterte und gewaltigen Regenmengen. Manfred saß nur verstört irgendwo herum und Nina schlief hinter meinem Laptop. Abends war es dann wunderbar kalt, das war auch mal wieder nett.

Ansonsten habe ich gestern gelernt, dass Einsiedlerkrebse sich der Größe nach aufstellen, um einander ihre Häuser weiterzugeben and I think thats beautiful. Guckt euch das Video an, ich mach jetzt den Rechner aus. Tschüssi!

16. April 2020 – Etwas besser

Manfred weckte mich, ich reichte Essen und blieb gleich wach, um Yoga zu machen. Denn ein Tag, der mit Yoga beginnt, fühlt sich meistens etwas besser an. Eine gute Entscheidung.

Zum Frühstück gab es Porridge und Ei und Obst (Avocado, Sternfrucht). Der Mann hat eine neue Eierquelle aufgetan und das Spiegelei war wirklich sehr gut.

Dann Computerzeit, während der Mann Gemüse einkaufen fuhr. Meine liebste Arbeitsmusik momentan ist der Soundtrack der Harry-Potter-Filme. Sehr beruhigend irgendwie.

Nach dem Abendessen (Spaghetti und Fertigtomatensoße, dazu frittiertes Tempeh) schnitt ich aus einem alten Kissenbezug Stoff für eine neue Maske zu, diesmal in Entenschnabelform. Der Mann mag es nämlich nicht, wenn der Stoff sein Gesicht berührt und vielleicht sagt ihm diese Version ja eher zu. Allerdings ist der Stoff durch lange Benutzung recht weich und dadurch möglicherweise zu labbrig. Zum Nähen hatte ich dann aber nicht mehr genug Energie.

Wir guckten dann noch einen Film, nämlich den neuesten Dolittle. So richtig doll war der nicht. Ich fand alle Figuren eher so meh und wenn sämtliche Witze entweder das Aussehen anderer Menschen oder Fäkalien zum Inhalt haben, hat ein Film bei mir eh verloren.

Dann Dusche und Bett. Ich höre jetzt übrigend „The Diamond Age“ von Neil Stephenson und das ist ziemlich spannend.

15. April 2020 – Misttag, aber Nina saß im Kühlschrank

Es gibt so Tage, an denen flutscht alles. Wie gestern. Da schafft eins alles, braucht den Pomodorotimer nicht, hat gute Laune, das C-Wort erscheint weniger bedrohlich und die auf Shuffle gestellte Playlist spielt einen passenden Song nach dem anderen.

Heute war kein solcher Tag. Ich schreckte morgens aus einem Albtraum hoch, in dem in Magdeburg ein Vulkan explodierte. Tagsüber konnte ich mich nicht konzentrieren und schaffte beinah nichts, meine Hose nervte mich (warum auch immer), im Gudeg waren harte Stückchen drin und Manfred sprühte seit langem mal wieder, wobei er meinen Rucksack um Katzenhaaresbreite verfehlte. Abends fühlte ich mich von allem überwältigt, das äußerte sich in einem spontanen Heulanfall und anschließender bleierner Müdigkeit.

Aber es war nicht alles schlecht. Was schön war:

  • mit Nina aufs Sofa kuscheln und von ihr beschmusen lassen.
  • Brause ist fertig.
  • meine Blümelein sehen toll aus, vor allem die Clitoria blüht ununterbrochen.
  • Nina saß im (abtauenden) Kühlschrank und das war niedlich.
  • Donuts von der Schwiegermutter.

Außerdem wagten wir uns ins Warnet, denn unser Vorrat an Filmen und Serien geht zur Neige und mit 10 GB im Monat ist Ntflx leider unmöglich. Nun ist so ein Warnet ja ein Ort, an den täglich sehr viele Menschen kommen. Darum wurden dort Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Alle Besuchenden müssen noch draußen ihre Hände waschen (es gab Seife und ein behelfsmäßiges Waschbecken, aber wie immer nix zum Abtrocknen) und eine Maske tragen. Außerdem wird nur jede zweite Computerkabine genutzt und überall hängen Bilder, die die Mitarbeitenden beim Desinfizieren des Warnets zeigen. Ob das wirklich täglich geschieht, wer weiß, aber es sauberer denn je. Wir achteten peinlich darauf, uns nicht ins Gesicht zu fassen und beluden die externe Festplatte mit jeder Menge neuer Unterhaltung. Auf die letzte Staffel von The Good Place freue ich mich besonders.

Abends den wirklich grottenschlechten Film Portals geguckt. Es spricht wohl für sich, dass die Bewertungen bei IMDB unterhaltsamer waren als der gesamte Film. Um die NY Times zu zitieren: „Wer hätte gedacht, dass die Erstbegegnung mit interdimensionalen Wesen solche Zeitverschwendung sein kann.“