Zum Inhalt springen

Steffi

05. Dezember 2019 #WMDEDGT

Es ist der Fünfte und damit wieder Zeit zum Tagebuchbloggen. Was es damit auf sich hat und was andere Leute heute so erlebt haben, kann bei Frau Brüllen nachgelesen werden. Da ich das ja eh jeden Tag mache, habe ich den heutigen Tag mal etwas anders dokumentiert.

5:40 Uhr – Erstes Mal aufgewacht, Temperatur gecheckt (aha, 36,90 °C, heute kann das Tässchen noch im Schrank bleiben (Spoiler: konnte es nicht), aufs Klo gegangen.

6:57 Uhr – Manfred weckt mich mit trampelnden Pfötchen und versucht, mich aus dem Bett zu schubsen. Das ist sehr niedlich und tut auch nicht mehr weh, seit wir ihm die Maniküre verpasst haben.

7:10 Uhr – Genug der Katermassage. Ich stehe auf, reiche Katzenfutter und gehe ins Bad.

7:20 Uhr – Meditation umringt von Katzen. Als ich die Augen nach einer Viertelstunde wieder öffne, sind die Flauschis verschwunden.

7:40 Uhr – Ich mache den Laptop an. Erst bloggen, dann arbeiten.

8:59 Uhr – Ein Rumms aus der Küche: Die Katzen jagen eine Spinne, die schwer angeschlagen über den Boden taumelt. Ich fege sie unter der Tür durch ins Freie, vielleicht schafft sie es ja.

9:30 Uhr – Ich klappe den Rechner zu, mehr schaffe ich ohne Kaffee nicht. Der Kater tobt wild durchs Haus und jagt seinen Ball, Nina guckt ihm skeptisch zu.

9:45 Uhr – Katzenklos saubermachen, Müll rausbringen. Juhu, die Bananenpflänzchen sind noch da, Nummer Zwei hat größenmäßig ordentlich aufgeholt. Weil ich eine ungeduldige Gärtnerin bin, pule ich im Tray und entdecke einen weiteren Keimling. Schnell wieder Erde drauf.

9:55 Uhr – Frühstück machen und essen, dann ab an den Schreibtisch.

13:40 Uhr – Ein erneuter Rumms aus der Küche reisst mich aus dem Flow, in den ich nach langem Ringen mit der Müdigkeit finden konnte. Ich schaue nach. Der Grund sind zwei kämpfende Geckos, die ineinander verbissen vom Dach gefallen sind. Als ich ein Foto machen will, huschen sie zirpend davon.

2:39 Uhr – Es ist so verdammt heiß. Kein Wunder, es sind 35 °C im Haus. Die Katzen schlafen in den kühlsten Winkeln und ich google, ob es Sinn macht, ihnen die Bäuche zu scheren. Denn: nasse Handtücher als Schlafplatz und Eiswürfel zum Spielen verschmähen sie.

16:55 Uhr – Der Mann hat gekocht und alle Türen geöffnet, damit die Hitze des Herdes ihn nicht völlig umhaut. Als ich ihm bei den letzten Vorbereitungen fürs Essen helfe, sitzt der Einbrecherkater hechelnd in der Tür. Ich reiche Wasser. Manfred späht böse aus seinem Käfig hervor.

17:12 Uhr – Wir essen, als aus der Küche Geschrei ertönt. Der Einbrecherkater steht mit flaschenbürstengesträubtem Fell vor Nina, die ihn entsetzt anfaucht. Ich setze ihn an die frische Luft und mache vorsichtshalber die Küchentür zu.

18:00 Uhr – Ich gehe die Blumen gießen und mache das tägliche Bananenfoto. Das ist gar nicht so leicht, weil die Blattspitzen beinah durchsichtig sind. Verzeiht bitte die Unschärfe:

20:00 Uhr – Genug für heute. Eigentlich ist noch viel zu tun, aber ich fühle mich ausgelaugt und kaputt. So viel Egoismus muss sein. Ich mache den Abwasch und gucke dabei Youtube-Videos, dann lese ich in Harry Potter und schreibe nebenbei alle Wörter auf, die ich noch nicht kenne. Dann kann ich sie später in meine Karteikartenapp eintragen und lernen.

22:00 Uhr – Endlich ist es draußen kühl und ich lüfte das Haus durch. Dann fege ich den Fußboden, klopfe den Staub vom Bett, mache die Katzenklos sauber und gehe duschen. Das Wasser aus dem bak mandi, dem Becken mit dem frischen Wasser im Bad, ist einfach nicht kalt genug. Weil an den Wänden schon wieder Algen wachsen (das geht dank Hitze und Sonnenlicht im Bad ruckzuck), dusche ich das Becken leer, schrubbe es und fülle neues Wasser nach. Das ist immer ein Nervenkitzel so spät am Abend, weil das Wasser direkt aus dem Brunnen gepumpt wird. Abends fällt aber gerne mal der Strom aus und in dem Fall hätten wir auch kein Wasser. Doch es geht alles gut und das saubere Wasser ist herrlich kühl.

23:30 Uhr – Endlich sind meine Haare halbwegs trocken, die Katzen müde gespielt und ich gehe schlafen. Der Mann ist noch aushäusig und wird es spät heimkommen.

04. Dezember 2019 – Heiß, heißer, am heißesten

Ein komischer Tag. Morgens nicht meditiert (warum eigentlich?) und prompt den ganzen Tag Konzentrationsprobleme gehabt. Wobei da sicher die krasse Hitze auch ihre Finger im Spiel hatte. Aber der Reihe nach:

Mit dem Wecker aufgestanden, gebloggt, versucht zu arbeiten, aufgegeben, Frühstück gemacht. Trotz exakt gleicher Zutatenmengen (550 ml Wasser , zwölf Löffel Haferflocken) kam irgendwie eine kleinere Oatmealportion als sonst heraus. Ich schobs auf die komischen Bananen, denn deren Einfluss ist unberechenbar. Außerdem hatte der Mann beim Eierbraten nicht gemerkt, dass Ameisen in der Nähe waren (an der Ölflasche, dem Pfannenwander oder wasweißich) und ich beim Frühstück erst mal jede Menge Insekten aus meinem Essen pulen musste.

Das Schreiben lief heute so gar nicht. Ich fiel in alte Prokrastinationsmuster, klickte müde durchs Internet und fühlte mich trotz Ventilator als säße ich in einem Backofen. Dazu die altbekannte negative Gedankenspirale, PMDD, hau ab, du bist noch nicht dran!

Der Mann kam heim und brachte Gudeg mit. Das ist immer sehr lecker, aber irgendwie war heute eiertechnisch nicht ein Tag. Zum Gudeg gehört ein hartgekochtes Ei und meins war leider sehr eindeutig schlecht. Zum Glück hatte ich vorher misstrauisch dran gerochen, denn das im Bungkus des Mannes hatte schon einen leicht funky Nachgeschmack.

Was schön war heute: ein kuschliger Schreibtischkater, leckere Bakpia, das erste Srikayabäumchen ist endlich aufgestanden, Nachricht von einer lieben Freundin bekommen, kühle Abendluft und beim Duschen dieses herrliche Gefühl, gleich ins Bett zu können.

03. Dezember – Umtopfung, Katzenmaniküre und Bücherkauf

Mein erster freier Tag nach der dreitägigen Arbeitsphase. Ich erwachte gewohnt früh (vielleicht einen Ticken später als sonst), stand auf, bloggte und machte dann schon mal Frühstück. Der Mann gesellte sich bald dazu und übernahm die Eierbraterei, ich trug rasch den Müll raus. Natürlich als Vorwand, um nach meiner kleinen Banane sehen zu können. Die hatte über Nacht Gesellschaft bekommen, im Töpfchen nebenan wächst ein zweiter Sämling. Sehr schön, vielleicht wirds ja doch was mit meinem Traum von der eigenen Bananenplantage. Egal, jede Pflanze zählt, das ist mein Weg, mich angesichts der Klimakatastrohe nicht komplett ausgeliefert zu fühlen.

Dann Frühstück und Tagesplanung. Während der Mann endlich den Inhalt der neuen Küchenschränke sortierte, ging ich meine Wüstenrosen umtopfen. Jetzt wachsen sie in hübschen flachen Kästen und sehen ziemlich bonsaimäßig aus. Ich war grad so gut dabei und eh schon dreckig, also topfte ich noch einen Bleistiftstrauch und eins meiner vielen Hundert Brutblätter um, dann war das Substrat alle.

Für heute hatte ich mir einen Ausflug zum Büchermarkt gewünscht. Der gehört glaub ich mit zu dem großen Komplex um den Pasar Beringharjo und es gibt dort jede Menge neue und gebrauchte Bücher. Nach einem kleinen Anschubs schaffte ich es, mich ganz allein um die Sache nach dem gewünschten Buch zu kümmern und den Kauf zu erledigen. Leider klappt das mit dem Handeln noch nicht so gut, darum habe ich den Band Harry Potter dan Tawanan Azkaban wahrscheinlich etwas zu teuer gekauft. Die Idee dahinter war, dass ich ein Buch, das ich bereits kenne, auf indonesisch lese und dadurch meine Sprachkenntnisse verbessere. Ich hatte vor ein paar Jahren schon mal Harry Potter dan Batu Bertua als E-Book aus dem Warnet mitgenommen, aber das klappte nicht so gut. Ich lese gern auf meinem E-Book-Reader, aber in diesem Fall brauchte ich ein physisches Buch. Das ich ja jetzt habe und ich bin auch schon auf Seite fünfzehn.

Wieder zu Hause angekommen, begann die Vorbereitung des Abendessens. Der Mann frittierte Kartöffelchen, dazu gab es eine leckere Pilzsoße, Gemüse und Reis von gestern. Sehr lecker! Gut gesättigt waren wir bereit für eine lange überfällige und allen Beteiligten unbequeme Aufgabe: den Katzen die Krallen schneiden und das Pohaar frisieren. Anschließend waren wir nassgeschwitzt und klebten voller Katzenhaare, aber wenigstens können die beiden einander jetzt nicht mehr beim Kabbeln verletzen.

02. Dezember 2019 – Fleißig gewesen

Um sechs war ich hellwach und zwang mich, aufzustehen. Nach der morgendlichen Meditationsübung saß ich direkt anderthalb Stunden am Rechner und werkelte vor mich hin. Ich hatte noch einige Fakten zu recherchieren, außerdem begann ich, meinen fertigen Text zu korrigieren. Das ist immer schwierig, weil das Gehirn den Inhalt ja schon kennt und dadurch Fehler einfach ausblendet. Um es auszutricksen, lasse ich einen Artikel vorher über Nacht oder wenigstens ein paar Stunden ruhen oder lese von unten nach oben. Trotzdem kann ich fremde Texte einfach besser editieren (immer noch keinen Job von der Seite bekommen, muss mal fragen, was da los ist).

Beim Frühstückmachen kriegte ich plötzlich grundlos schlechte Laune. Wahrscheinlich die ersten Vorboten meiner PMDS (ich bin mir ziemlich sicher, dass es das ist) und das an Hochlagentag sechs, na schönen Dank auch. Der Mann ahnte das und kaufte mir einen Schokomuffin und Roti kukus <3

Nach dem Essen zurück an den Schreibtisch und die To-Do-Liste abgearbeitet. Trotz komischer Stimmungsschwankungen konnte ich mich heute super konzentrieren und hatte schon vorm Dinner mein Tagessoll erledigt. Der Mann bat zu Tisch, es gab grünes Gemüse mit jungen Maiskolben und Pilzen, gebratenes Tempe (das er immer in Fischstäbchenform schneidet) und roten Reis. Sehr lecker!

Danach hatte ich noch eine Korrektur zu erledigen, anschließend belohnte ich mich mit einer schweißtreibenden halben Stunde Yoga und Süßkram. Und morgen hab ich frei!

Und was ist eigentlich im Garten los? | Alles wie immer. Das Banänchen wächst ganz toll, ich mache jeden Tag ein Foto und die Unterschiede sind echt enorm für so ein kleines Ding. Nebenan sprießen drei Srikayas, von denen ist aber noch keine über das Hakenstadium hinausgekommen. So nennen es Landwirt*innen, wenn vom Sämling nur eine Schlaufe über der Erde zu sehen ist. Am großen Srikayabaum entwickelt sich langsam eine Frucht, aber aus Erfahrung denke ich, dass wir die erst im Februar essen können. Und die eine Wüstenrose hat ebenfalls eine Frucht, die momentan wie eine lange Nase aussieht. Später werden es dann zwei an der Basis verwachsene Balgfrüchte, um mal Wikipedia zu zitieren.

01. Dezember 2019 – Mit links

Mit schlimmem Nasenpickel aufgewacht. Einer von der unsichtbaren, schmerzhaften Sorte. Leider ist meine Schwefelseife alle, naja, muss es halt ohne gehen. Nach dem Zähneputzen meditiert. Immer, wenn ich das mache, kommen die Katzen an irgendeinem Punkt gucken, warum ich denn nur still auf dem Fußboden sitze und schnuppern ein bisschen an mir rum. Das ist sehr süß, aber gestern fühlten sich Ninas Barthaare wie das Krabbeln einer Ameise an.

Frühstück wie immer, ein letztes Mal mit dem guten Banyuwangikaffee. Beim Bananenschnippeln kamen noch mal gut zehn Kerne zusammen. Die weichen jetzt ein, damit ich sie bald einpflanzen kann. Dann Schreibtischtime. Schon beim Bloggen machte sich mein rechtes Handgelenk bemerkbar. Da hatte ich wohl einen kleinen Mausarm, den ich aber mit Anschaffung einer Maus und verstellbarem Schreibtischstuhl gut in den Griff bekommen hatte. Wahrscheinlich waren die letzten Tage etwas anstrengend gewesen. Ich entschied mich für radikale Schonung und stellte Maustasten für die linke Hand um. Anfangs ruckelte der Zeiger noch etwas unbeholfen über den Bildschirm, aber so langsam gehts. Und in den Arbeitspausen hampelte ich nicht herum, sondern machte Anti-Mausarm-Übungen.

Ich kam gut voran. Gegen fünf war ein großer Punkt auf der To-Do-Liste abgehakt und ich ging die Blumen gießen. Mein kleines Banänchen ist schon größer geworden und eins kann schon das Blatt erahnen, das sich demnächst entfalten wird. Ich mache jetzt täglich ein Foto davon, um die Wachstumsfortschritte festzuhalten. Weil ich eine ungeduldige Gärtnerin bin, stocherte ich noch ein bisschen in den bisher leeren Töpfen herum. Ein zweiter Bananensamen hat schon Wurzeln, doch die Rambutan-Kerne sind alle vergammelt.

Nach dem Abendessen (Magelangan mit Capcay) setzte ich mich noch mal für zwei Stündchen an den Rechner, der Mann fuhr einen Freund besuchen, der heute einen Laden eröffnet hatte. Ich machte irgendwann Feierabend und schloss gleich eine Runde Yoga an. Sehr behutsam heute, weil Muskelkater. Vor 23 Uhr ins Bett (ich werde besser!) und beinah sofort eingeschlafen.