Zum Inhalt springen

Steffi

09. bis 20. Dezember 2019 – Riesenkorrektur, Gelato, komisches Obst

Kaum bekam ich meinen ersten Korrektoratsauftrag in Form einer ganzen Bachelorarbeit mit dreizehntausend Wörtern, war es mit dem täglichen Bloggen aus und vorbei. Sorry. Ich hatte eine Woche Zeit und konnte die Deadline nur mit Mühe einhalten, weil es einfach so viel zu tun gab. Inzwischen arbeite ich an einer weiteren Bestellung und bin schon ein ganz klein wenig routinierter geworden. Es wird. Jetzt muss ich nur noch aufpassen, mir nicht meine anderen Aufträge zu torpedieren. Diese Balance mehrerer Projekte ist echt tricky.

Nach einer Woche Dauerschreibtisch brauchte ich eine Pause und zwar am Dienstag. Der Mann und ich trafen uns mit einer Freundin und ihrem Sohn im besten Eisladen der Stadt. Auf dem Weg dorthin kamen wir zum ersten Mal für diese Regenzeit so richtig in den Regen und waren trotz Gummisachen ziemlich durchnässt. Das waren zwar nicht die optimalsten Voraussetzungen fürs Eisessen, aber egal. Zur Auswahl standen ungefähr drölfhundert Sorten. Es gab ganz traditionell SchokoVanilleErdbeer, aber auch Koriander, Schokolade mit Scharf oder Pfefferminzbonbon. Ich hatte Matcha und Maracuja und es war wirklich wirklich gut. Leider sind die Preise recht gehoben, aber wir waren sicher nicht zum letzten Mal da.

Außer Eis aß ich in den letzten Tagen noch weitere exotische Dinge: Surinamkirsche und Cashewapfel. Das ist aus botanischer Sicht der Stiel der eigentlichen Frucht, in der sich die allseits bekannte Cashewnuss befindet. Es handelt sich um eine Scheinfrucht, die auf indonesisch den herrlichen Namen jambu monyet, Affenguave, trägt. Alle Samen wurden natürlich umgehend eingepflanzt, bisher wächst aber noch nichts.

An dieser Stelle wäre es schön, einige Fotos zu zeigen, aber ich mag nicht mehr und bin müde. Wird nachgeholt, versprochen!

PS: Was denn eigentlich der Manfred macht? Dem gehts hervorragend, vor allem, wenn er vom Post-Poop-Energieschub getrieben durchs Haus schießt.

07./08. Dezember 2019 – Jahrestagspizza und Insektenflut

Am Samstag jährte sich zum sechsten Mal jener Tag am Strand, als der Mann und ich uns gegenseitig unsere Gefühle füreinander gestanden. Das feierten wir mit der besten Pizza der Stadt im Restaurant Nanamia. Aber das war erst abends dran. Eigentlich war Samstag mein freier Tag, aber am 7. schicke ich immer meine Rechnungen raus und wollte vorher noch fix ein, zwei Kleinigkeiten erledigen. Das zog sich dann doch bis zum Nachmittag (ok, wir hatten spät gefrühstückt), also fuhr der Mann sein Motorrad im Bengkel besuchen.

Am frühen Abend wurde es immer bewölkter. Zum Glück hatten wir noch ein paar Snackies verspeist, denn gegen 18 Uhr begann der Regen – und da wollten wir eigentlich losfahren. Der Strom fiel dann auch noch aus und es war ein richtig heftiges Gewitter. Da saßen wir also, hungrig und schick angezogen und warteten. Die Katzen wussten vor lauter Angst nicht, wohin mit sich, Manfred saß irgendwann auf meinem Fuß. Nach einer guten Stunde war der Spuk vorbei, andernfalls hätten wir wohl ein GrabCar bestellt.

Samstags gehen hier die Pärchen aus und die Straßen und Restaurants sind entsprechend voll. Dank Regen war es aber nicht nur angenehm kühl, sondern auch leer. Im Nanamia waren vielleicht die Hälfte der Tische besetzt. Seit unserem letzten Besuch dort gab es eine überarbeitete Speisekarte mit etlichen neuen Gerichten. Ich bestellte Pizza mit Rucola und Parmesan, der Mann hatte Rind, Salami, Paprika und Pilze. Zum Nachtisch teilten wir uns ein Tiramisu. Das Restaurant arbeitet sehr am Plastikverzicht: Es gibt keine Strohhalme mehr (eine Zeitlang hatten sie welche aus Bioplastik) und die Glasuntersetzer sind aus Stoff. Ich habe eh immer ein kleines Beutelchen mit Edelstahl-Trinkhalmen dabei, konnte meinen Mango Lassi also stilecht wegnuckeln. Beim Tischabräumen muss ich nur aufpassen, den Strohhalm wieder einzupacken. Den kann eins übrigens einfach sauberlecken oder kurz kurz im Bad unter den Wasserhahn halten. Gesättigt und müde kamen wir wieder zu Hause an.

Da ich Samstag dann doch gearbeitet hatte, war eben Sonntag auch noch frei. Mittags regnete es schon wieder. Drei Tage Regen hintereinander, das ist jetzt wirklich die Regenzeit. Als die Wolken sich verzogen hatten, fuhren wir einkaufen und kehrten mit Kartoffeln, Tomaten und Pilzen beladen zurück, um einen Kartoffelauflauf zu kochen. Ich wusch und schnippelte, der Mann fabrizierte Bechamel- und Tomatensauce und baute den Auflauf zusammen. Ein Rest roter Reis war auch noch drin. Und es war ein wirklich phänomenales Mahl. Während wir noch aßen, kamen die ersten Laron ins Haus geflattert. Das sind geflügelte Termiten auf Hochzeitsflug. Deren Erscheinung ist ein weiterer Hinweis auf den Wechsel der Jahreszeit. Manfred liebt die Dinger sehr, er hüpfte ihnen in den ulkigsten Sprüngen hinterher und verspeiste sie alle.

Außerdem dachte ich endlich mal wieder daran, meine Pflanzen zu düngen, von denen etliche schon etwas gelb und nach Mangelernährung aussahen. Das kühle Wetter war eh ein super Zeitpunkt dafür, dann trocknen die Töpfe nicht so schnell aus. Die Bananen wachsen übrigens prächtig, sehen momentan wie kleine Maiglöckchen aus und fühlen sich auch so an. Sehr interessant.

Abends fuhren wir zur Schwiegermutti, wir hatten ihr nämlich einen separaten kleinen Auflauf gemacht. Auf dem Weg dorthin durchquerten wir eine wahre Laron-Wolke. Und es wurde noch schlimmer, als wir einen Abstecher zum Bengkel machten. Dort wimmelte es nur so vor Larons und geflügelten Ameisen mit gleicher Mission. Eine Lampe war komplett schwarz vor Insektenkörpern, überall krauchte und wuselte es. Mich juckts jetzt noch.

Wieder zu Hause angekommen, strickte ich ein bisschen (die Socken müssen in zehn Tagen fertig sein!) und ging dann zeitig schlafen.

06. Dezember 2019 – Erfrischung

Der Tag begann mit drückender Hitze. Mittags hatten wir schon 35 °C. Die Katzen lagen ermattet in den dunkelsten und leider auch dreckigsten Winkeln. Des Mannes Vaporizer überhitzte, ich hing schwitzend vorm Rechner, ein nasses Tuch überm Kopf. Und wir warteten, warteten auf die im Wetterbericht angekündigte Abkühlung. Zunächst sah nichts nach Regen aus. Kaum Wolken am blauen Himmel, die Sonne brannte. Dann. Im Norden zog es sich langsam zu. Wurde immer dunkler. Ich applaudierte dem ersten Donner. Gegen 15 Uhr ging es dann los, erst nur zaghaft, aber dann rauschte ein Tropenregen, der seinem Namen alle Ehre machte, vom Himmel. Innerhalb kürzester Zeit sank die Temperatur auf 30 °C, wir atmeten auf. Den Rest des Tages regnete es immer wieder, ich hatte kalte Füße, die Katzen waren glücklich. Das war echt das Ereignis, so darf es jetzt bitte gerne weitergehen, dankesehr. Egal, ob ich in zwei Wochen meckere, weil es dauernd regnet oder mir wieder mal mein Pass verschimmelt ist oder es in der Küche tröpfelt oder das Unkraut im Garten exxplodiert, das ist nun mal der Preis. Das gehört dazu.

05. Dezember 2019 #WMDEDGT

Es ist der Fünfte und damit wieder Zeit zum Tagebuchbloggen. Was es damit auf sich hat und was andere Leute heute so erlebt haben, kann bei Frau Brüllen nachgelesen werden. Da ich das ja eh jeden Tag mache, habe ich den heutigen Tag mal etwas anders dokumentiert.

5:40 Uhr – Erstes Mal aufgewacht, Temperatur gecheckt (aha, 36,90 °C, heute kann das Tässchen noch im Schrank bleiben (Spoiler: konnte es nicht), aufs Klo gegangen.

6:57 Uhr – Manfred weckt mich mit trampelnden Pfötchen und versucht, mich aus dem Bett zu schubsen. Das ist sehr niedlich und tut auch nicht mehr weh, seit wir ihm die Maniküre verpasst haben.

7:10 Uhr – Genug der Katermassage. Ich stehe auf, reiche Katzenfutter und gehe ins Bad.

7:20 Uhr – Meditation umringt von Katzen. Als ich die Augen nach einer Viertelstunde wieder öffne, sind die Flauschis verschwunden.

7:40 Uhr – Ich mache den Laptop an. Erst bloggen, dann arbeiten.

8:59 Uhr – Ein Rumms aus der Küche: Die Katzen jagen eine Spinne, die schwer angeschlagen über den Boden taumelt. Ich fege sie unter der Tür durch ins Freie, vielleicht schafft sie es ja.

9:30 Uhr – Ich klappe den Rechner zu, mehr schaffe ich ohne Kaffee nicht. Der Kater tobt wild durchs Haus und jagt seinen Ball, Nina guckt ihm skeptisch zu.

9:45 Uhr – Katzenklos saubermachen, Müll rausbringen. Juhu, die Bananenpflänzchen sind noch da, Nummer Zwei hat größenmäßig ordentlich aufgeholt. Weil ich eine ungeduldige Gärtnerin bin, pule ich im Tray und entdecke einen weiteren Keimling. Schnell wieder Erde drauf.

9:55 Uhr – Frühstück machen und essen, dann ab an den Schreibtisch.

13:40 Uhr – Ein erneuter Rumms aus der Küche reisst mich aus dem Flow, in den ich nach langem Ringen mit der Müdigkeit finden konnte. Ich schaue nach. Der Grund sind zwei kämpfende Geckos, die ineinander verbissen vom Dach gefallen sind. Als ich ein Foto machen will, huschen sie zirpend davon.

2:39 Uhr – Es ist so verdammt heiß. Kein Wunder, es sind 35 °C im Haus. Die Katzen schlafen in den kühlsten Winkeln und ich google, ob es Sinn macht, ihnen die Bäuche zu scheren. Denn: nasse Handtücher als Schlafplatz und Eiswürfel zum Spielen verschmähen sie.

16:55 Uhr – Der Mann hat gekocht und alle Türen geöffnet, damit die Hitze des Herdes ihn nicht völlig umhaut. Als ich ihm bei den letzten Vorbereitungen fürs Essen helfe, sitzt der Einbrecherkater hechelnd in der Tür. Ich reiche Wasser. Manfred späht böse aus seinem Käfig hervor.

17:12 Uhr – Wir essen, als aus der Küche Geschrei ertönt. Der Einbrecherkater steht mit flaschenbürstengesträubtem Fell vor Nina, die ihn entsetzt anfaucht. Ich setze ihn an die frische Luft und mache vorsichtshalber die Küchentür zu.

18:00 Uhr – Ich gehe die Blumen gießen und mache das tägliche Bananenfoto. Das ist gar nicht so leicht, weil die Blattspitzen beinah durchsichtig sind. Verzeiht bitte die Unschärfe:

20:00 Uhr – Genug für heute. Eigentlich ist noch viel zu tun, aber ich fühle mich ausgelaugt und kaputt. So viel Egoismus muss sein. Ich mache den Abwasch und gucke dabei Youtube-Videos, dann lese ich in Harry Potter und schreibe nebenbei alle Wörter auf, die ich noch nicht kenne. Dann kann ich sie später in meine Karteikartenapp eintragen und lernen.

22:00 Uhr – Endlich ist es draußen kühl und ich lüfte das Haus durch. Dann fege ich den Fußboden, klopfe den Staub vom Bett, mache die Katzenklos sauber und gehe duschen. Das Wasser aus dem bak mandi, dem Becken mit dem frischen Wasser im Bad, ist einfach nicht kalt genug. Weil an den Wänden schon wieder Algen wachsen (das geht dank Hitze und Sonnenlicht im Bad ruckzuck), dusche ich das Becken leer, schrubbe es und fülle neues Wasser nach. Das ist immer ein Nervenkitzel so spät am Abend, weil das Wasser direkt aus dem Brunnen gepumpt wird. Abends fällt aber gerne mal der Strom aus und in dem Fall hätten wir auch kein Wasser. Doch es geht alles gut und das saubere Wasser ist herrlich kühl.

23:30 Uhr – Endlich sind meine Haare halbwegs trocken, die Katzen müde gespielt und ich gehe schlafen. Der Mann ist noch aushäusig und wird es spät heimkommen.

04. Dezember 2019 – Heiß, heißer, am heißesten

Ein komischer Tag. Morgens nicht meditiert (warum eigentlich?) und prompt den ganzen Tag Konzentrationsprobleme gehabt. Wobei da sicher die krasse Hitze auch ihre Finger im Spiel hatte. Aber der Reihe nach:

Mit dem Wecker aufgestanden, gebloggt, versucht zu arbeiten, aufgegeben, Frühstück gemacht. Trotz exakt gleicher Zutatenmengen (550 ml Wasser , zwölf Löffel Haferflocken) kam irgendwie eine kleinere Oatmealportion als sonst heraus. Ich schobs auf die komischen Bananen, denn deren Einfluss ist unberechenbar. Außerdem hatte der Mann beim Eierbraten nicht gemerkt, dass Ameisen in der Nähe waren (an der Ölflasche, dem Pfannenwander oder wasweißich) und ich beim Frühstück erst mal jede Menge Insekten aus meinem Essen pulen musste.

Das Schreiben lief heute so gar nicht. Ich fiel in alte Prokrastinationsmuster, klickte müde durchs Internet und fühlte mich trotz Ventilator als säße ich in einem Backofen. Dazu die altbekannte negative Gedankenspirale, PMDD, hau ab, du bist noch nicht dran!

Der Mann kam heim und brachte Gudeg mit. Das ist immer sehr lecker, aber irgendwie war heute eiertechnisch nicht ein Tag. Zum Gudeg gehört ein hartgekochtes Ei und meins war leider sehr eindeutig schlecht. Zum Glück hatte ich vorher misstrauisch dran gerochen, denn das im Bungkus des Mannes hatte schon einen leicht funky Nachgeschmack.

Was schön war heute: ein kuschliger Schreibtischkater, leckere Bakpia, das erste Srikayabäumchen ist endlich aufgestanden, Nachricht von einer lieben Freundin bekommen, kühle Abendluft und beim Duschen dieses herrliche Gefühl, gleich ins Bett zu können.