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16. April 2020 – Etwas besser

Manfred weckte mich, ich reichte Essen und blieb gleich wach, um Yoga zu machen. Denn ein Tag, der mit Yoga beginnt, fühlt sich meistens etwas besser an. Eine gute Entscheidung.

Zum Frühstück gab es Porridge und Ei und Obst (Avocado, Sternfrucht). Der Mann hat eine neue Eierquelle aufgetan und das Spiegelei war wirklich sehr gut.

Dann Computerzeit, während der Mann Gemüse einkaufen fuhr. Meine liebste Arbeitsmusik momentan ist der Soundtrack der Harry-Potter-Filme. Sehr beruhigend irgendwie.

Nach dem Abendessen (Spaghetti und Fertigtomatensoße, dazu frittiertes Tempeh) schnitt ich aus einem alten Kissenbezug Stoff für eine neue Maske zu, diesmal in Entenschnabelform. Der Mann mag es nämlich nicht, wenn der Stoff sein Gesicht berührt und vielleicht sagt ihm diese Version ja eher zu. Allerdings ist der Stoff durch lange Benutzung recht weich und dadurch möglicherweise zu labbrig. Zum Nähen hatte ich dann aber nicht mehr genug Energie.

Wir guckten dann noch einen Film, nämlich den neuesten Dolittle. So richtig doll war der nicht. Ich fand alle Figuren eher so meh und wenn sämtliche Witze entweder das Aussehen anderer Menschen oder Fäkalien zum Inhalt haben, hat ein Film bei mir eh verloren.

Dann Dusche und Bett. Ich höre jetzt übrigend „The Diamond Age“ von Neil Stephenson und das ist ziemlich spannend.

15. April 2020 – Misttag, aber Nina saß im Kühlschrank

Es gibt so Tage, an denen flutscht alles. Wie gestern. Da schafft eins alles, braucht den Pomodorotimer nicht, hat gute Laune, das C-Wort erscheint weniger bedrohlich und die auf Shuffle gestellte Playlist spielt einen passenden Song nach dem anderen.

Heute war kein solcher Tag. Ich schreckte morgens aus einem Albtraum hoch, in dem in Magdeburg ein Vulkan explodierte. Tagsüber konnte ich mich nicht konzentrieren und schaffte beinah nichts, meine Hose nervte mich (warum auch immer), im Gudeg waren harte Stückchen drin und Manfred sprühte seit langem mal wieder, wobei er meinen Rucksack um Katzenhaaresbreite verfehlte. Abends fühlte ich mich von allem überwältigt, das äußerte sich in einem spontanen Heulanfall und anschließender bleierner Müdigkeit.

Aber es war nicht alles schlecht. Was schön war:

  • mit Nina aufs Sofa kuscheln und von ihr beschmusen lassen.
  • Brause ist fertig.
  • meine Blümelein sehen toll aus, vor allem die Clitoria blüht ununterbrochen.
  • Nina saß im (abtauenden) Kühlschrank und das war niedlich.
  • Donuts von der Schwiegermutter.

Außerdem wagten wir uns ins Warnet, denn unser Vorrat an Filmen und Serien geht zur Neige und mit 10 GB im Monat ist Ntflx leider unmöglich. Nun ist so ein Warnet ja ein Ort, an den täglich sehr viele Menschen kommen. Darum wurden dort Vorsichtsmaßnahmen ergriffen: Alle Besuchenden müssen noch draußen ihre Hände waschen (es gab Seife und ein behelfsmäßiges Waschbecken, aber wie immer nix zum Abtrocknen) und eine Maske tragen. Außerdem wird nur jede zweite Computerkabine genutzt und überall hängen Bilder, die die Mitarbeitenden beim Desinfizieren des Warnets zeigen. Ob das wirklich täglich geschieht, wer weiß, aber es sauberer denn je. Wir achteten peinlich darauf, uns nicht ins Gesicht zu fassen und beluden die externe Festplatte mit jeder Menge neuer Unterhaltung. Auf die letzte Staffel von The Good Place freue ich mich besonders.

Abends den wirklich grottenschlechten Film Portals geguckt. Es spricht wohl für sich, dass die Bewertungen bei IMDB unterhaltsamer waren als der gesamte Film. Um die NY Times zu zitieren: „Wer hätte gedacht, dass die Erstbegegnung mit interdimensionalen Wesen solche Zeitverschwendung sein kann.“

14. April 2020 – Ein Eiscappuccino rettet den Tag.

Um fünf war ich das erste Mal wach, schlief dann aber nochmal bis halb neun. Brausebefüllung, dann Frühstück, Porridge mit Marmelade ist immer noch mein Favorit.

Nach dem Essen Computerzeit. Als ich mich gerade etwas matt zu fühlen begann, reichte der Mann einen Eiscappuccino. Und wahrscheinlich deswegen hakte ich schon um vier den letzten Punkt auf meiner To-do-Liste ab und konnte schon mal mit der Essenszubereitung starten, während der Mann noch busy war. Das war ein sehr gutes Gefühl. Wir kochten wieder eine Gemüsepfanne aus Bohnen, Kohl und Lauchzwiebeln, dazu gab es roten Reis, für den Mann Huhn und für mich ein Ei. Sehr lecker.

Als ich danach die Blumen gießen ging, wurde gerade der Müll abgeholt. Das erleichterte mich sehr. Es gab letzte Woche Streiks an der Müllkippe, denn die ist voll, aber irgendwie passiert nichts, das die Lage verbessern könnte. Kein Wunder, dass die Leute, die dort wohnen, keinen Bock mehr haben. Leider finde ich es unglaublich schwierig, unsere Müllproduktion zu reduzieren. Beim Einkaufen verzichten wir schon auf Plastetüten, aber gerade beim Lebensmitteleinkauf ist alles verpackt, denn es gibt kaum Unverpacktläden. Und sowas wie Haferflocken oder Nudeln sind lose nicht zu bekommen. Es ist kompliziert.

Später half der Mann mir, die Nähmaschine zu ölen. Und siehe da, das Handrad ließ sich ganz leicht drehen. Dann beschäftigte die richtige Fadeneinfädelung uns noch eine Weile. Als endlich alles da war, wo es hingehörte, holte ich einen Stoffrest, nähte fröhlich auf und ab und probierte die verschiedenen Stiche aus, davon hat die Maschine nämlich so einige auf Lager. Ich trennte noch einen löchrigen Kissenbezug auf, aus dem ich morgen eine andere Art Gesichtsmaske nähen will, dann war es Zeit, das Haus nachtfein zu machen und dabei den Harry-Potter-Podcast zu hören. Immer noch große Liebe dafür!

13. April 2020 – Ich hab jetzt eine Nähmaschine <3

Aus lebhaften Träumen heraus aufgewacht. Momentan träume ich noch realistischer als sonst, keine Ahnung warum. In diesem Traum kam ein Antiquitätenladen namens „I killed the plätzle“ vor. Was würde Freud dazu sagen?

Aufgestanden und angezogen, dann klopfte es an der Tür. Eine Freundin war gekommen, um mir eine Nähmaschine auszuleihen, die wiederum eine andere Freundin bei ihr untergestellt hatte, bevor sie zurück nach Europa zog. Da sie wahrscheinlich nicht wiederkommen wird, handelt es sich um eine Dauerleihgabe. Wir redeten kurz mit Sicherheitsabstand, das war schön.

Dann Frühstück, Porridge mit Himbeermarmelade war super, nur die schlechte Eierqualität zog die Laune des Mannes in Mitleidenschaft.

Computerzeit mit Nina. Ich zeigte ihr auf meinem zweiten Bildschirm ein Eichhörnchenvideo, damit sie nicht ständig auf der Tastatur herumtapste. Das klappte so lange, bis ich den Bildschirm brauchte.

Alles geschafft, was ich schaffen wollte, trotz schlechter Internetverbindung.

Zum Abendbrot gab es Reste der letzten Tage. Kartoffeln, Reis, Gemüsepfanne, Spaghetti und Tomatensoße. Und sehr guten Kuchen von der Schwiegermutter.

Nach dem Essen ging ich in die Küche, um neue Brause zu fabrizieren, wieder Limette und Palmzucker. Danach nahm ich mir die Nähmaschine vor. Leider ist das Handrad verklemmt, ich werde sie morgen gründlich putzen und ölen müssen. Falls das nichts hilft, bringen wir sie zur Reparatur. Aber wie das Einfädeln geht, hab ich schon herausgefunden.

12. April 2020 – Spaziergang, Kochen und Familienkonferenz

Morgens von einem sehr hungrigen Manfred geweckt worden, das passiert immer, wenn er am Vorabend Vitaminpaste bekommen hat. Nochmal hingelegt und bis neun geschlafen, ist ja Wochenende.

Zum Frühstück kochte ich Porridge, der Mann übernahm die Spiegeleibratung. Nach dem Essen ging er am Vergaser seines Motorrads basteln, ich saß herum und versuchte, mich an die vielen Sachen zu erinnern, die ich eigentlich heute erledigen wollte. Mir fiel nur „Fußabtreter waschen“ ein und das war innerhalb von fünf Minuten erledigt. Also trank ich in Ruhe meinen Kaffee, bloggte ein bisschen und sortierte in meinem Zimmer herum, dann war es auch schon Zeit zu kochen. Ich hatte mir eine Gemüsepfanne gewünscht, wie sie der Mann häufig kocht. Dazu hatte ich gestern bereits Pak Choi und Lauchzwiebeln vorbereitet und getrocknete Pilze eingeweicht. Jetzt schnippelte ich alles klein, dann zeigte der Mann mir die richtige Zusammenstellung der Gewürze. Mal gucken, ob ich noch alles zusammenkriege:

  • vier Prisen Salz
  • Pfeffer (ca. ein Drittel der Salzmenge)
  • 1 TL salzige Sojasoße
  • ein ordentlicher Klecks Kecap Manis
  • ordentlich Knoblauchpulver (in Ermangelung frischen Knoblauchs)
  • 1 TL Kochwein (habe den Namen grad nicht im Kopf)

Keine Ahnung, ob das so stimmt, muss nachher den Experten fragen. Außerdem mischten wir etwas Maisstärke in Wasser, die macht hinterher das Gemüse schön glänzend und dickt die Soße an. Und ein paar Spritzer Sesamöl kamen auch noch dran. Das Ergebnis war lecker, vor allem zu Salzkartoffeln und rotem Reis.

Beim Kochen hatten wir die Katzen eingesperrt und alle Türen geöffnet, weils so heiß war. Beide schliefen, bis plötzlich hinter uns ein Brummen ertönte: ein weiß-oranger Kater hatte sich ins Haus geschlichen und Nina protestierte.

Ich hatte den Wunsch nach mehr Bewegung geäußert, darum fuhren wir zu einer nahen Kirche, die auf einem kleinen Berg liegt. Dort ist nicht viel los, weil alle Gottesdienste momentan im Livestream stattfinden, und es geht ordentlich bergauf. Wir liefen ein paar Runden, dann fuhren wir wieder nach Hause. Dort kamen wir pünktlich zum Familiengruppenvideotelefonat mit meinen Eltern und meinem Bruder an. Das war ziemlich lustig, weil wir erstmal herausfinden mussten, wer wann reden darf und weil Nina zwischendurch dauernd auf den Tisch hopste und ihren wirklich sehr flauschigen Hintern in die Kamera hielt.

Das war schön.

Abends abgewaschen, ein bisschen gestrickt und ein bisschen matt herumgesessen, bis es Zeit fürs Bett war.